"Hoffe, dass dies die Hebammenarbeit bekannter macht"
Hebamme bekommt Ehrenkreuz für Lebensrettung

Die Kärntnerin  Lydia Liebhart-Male war 33 Jahre lang als Hebamme im Krankenhaus tätig.
3Bilder
  • Die Kärntnerin Lydia Liebhart-Male war 33 Jahre lang als Hebamme im Krankenhaus tätig.
  • Foto: CR_Babysmile
  • hochgeladen von Alexandra Wrann

Hebamme Lydia Liebhart-Male wird morgen, 20. Februar, mit dem Kärntner Ehrenkreuz für Lebensrettung ausgezeichnet. Hebammengremium Kärnten gratuliert.

VILLACH. Eine große Anerkennung wird morgen Lydia Liebhart-Male zuteil. Die Kärntnerin, die 33 Jahre lang als Hebamme im Krankenhaus tätig war, bekommt das Kärntner Ehrenkreuz für Lebensrettung verliehen.

Ein außerklinischer Notfall

Vorausgegangen war ein "außerklinischer" Notfall, bei dem die Hebamme durch ihr promptes Einschreiten vermutlich Leben rettete. 
„Ein außerklinischer Notfall wie dieser kommt ganz ganz selten vor. Umso mehr freuen wir uns, dass es unserer Kollegin Lydia Liebhart-Male gelungen ist, mit ihrem professionellen und hoch-engagierten Einsatz Schaden von der Mutter und der Familie abzuwenden“, sagt Christina Kulle, Leiterin der Landesgeschäftsstelle Kärnten des Österreichischen Hebammengremiums. „Wir freuen uns, dass ihre Leistung auch öffentlich gewürdigt wird, und gratulieren Lydia Liebhart-Male zur Verleihung des Kärntner Ehrenkreuzes für Lebensrettung.“

Das war passiert ...

Eine Frau aus dem Bezirk Villach Land hatte Zwillinge durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht und war am fünften Tag nach der Geburt aus dem Krankenhaus entlassen worden. Doch es kam zu Blutungen. Hebamme Liebhart-Male hatte die Nachsorge für die Mutter und die Neugeborenen im Wochenbett übernommen. Am zehnten Tag nach der Geburt hatte die Mutter starke Blutungen und rief ihre Hebamme an. Lydia Liebhart-Male sorgte dafür, dass umgehend der Notarzt gerufen wurde, und machte sich auch selbst auf den Weg zu der Frau. Vor Ort angekommen stellte sich heraus, dass die Sanitäter allein waren, der Notarzt war nicht verfügbar, die Blutungen der Frau waren sehr stark. Also übernahm die Hebamme. Sie legte einen Venenweg, hängte eine Infusion an, und sie bestand darauf, dass augenblicklich ein Hubschrauber gerufen wurde.

Blutverlust war groß

Lydia Liebhart-Male: „Ich habe viele Fortbildungen in Notfallmedizin gemacht, und ich sah die Gefahr eines hämorrhagischen Schocks, durch den großen Blutverlust, und der kann zum Tod führen.“
Der Hubschrauber kam und die Frau wurde unverzüglich ins Landeskrankenhaus Villach gebracht und intensivmedizinisch versorgt. Noch am selben Tag konnte die Mutter auf der Intensivstation ihre Familie sehen und nach einigen weiteren Tagen nach Hause entlassen werden. Die Hebamme hatte sich in der Zwischenzeit um die Betreuung der Neugeborenen und der ganzen Familie gekümmert.

Der Dank ist unermesslich

„Wie kann ich dir nur danken?“, diese Frage hat die Mutter aus Villach Land lange beschäftigt, bis sie auf das Ehrenkreuz für Lebensretter stieß. Sie recherchierte, kümmerte sich um den Antrag, und als sie schließlich das Schreiben der Landesregierung in Händen hielt, verständigte sie ihre Hebamme: „Bitte nimm dir den 20. Februar frei“
Hebamme Liebhart-Male: „Ich war sprachlos. Jetzt freue ich mich natürlich sehr über diese große und öffentliche Anerkennung. Und ich hoffe, dass die Aufmerksamkeit, die ich damit bekomme, Hebammenarbeit insgesamt bekannter macht und auch sichtbar macht, was wir Hebammen leisten.“

Zur Person

Lydia Liebhart-Male war 33 Jahre lang als Hebamme im Krankenhaus tätig, fünf Jahre lang als leitende Hebamme im Landeskrankenhaus Villach. Vergangenes Jahr entschloss sie sich, ihre Hebammentätigkeit in die freie Praxis zu verlegen.

Als Wahlhebamme tätig

Als Wahlhebamme betreut sie Frauen in der Schwangerschaft und die Frau und das Kind im Wochenbett und im ersten Lebensjahr des Kindes. Liebhart-Male: „Mutter und Kind beziehungsweise eigentlich die ganze Familie zu betreuen, das ist aus meiner Sicht das Faszinierende am Hebammenberuf. Im Krankenhaus ist 1:1-Betreuung aufgrund der knappen personellen Ressourcen ja leider oft nicht möglich.“ 

------

Zur Sache

Hebammen-Betreuung im Wochenbett ist eine Kassenleistung. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Hausbesuche der Hebamme im Wochenbett – und zwar für je einen Hausbesuch in den ersten fünf Tagen nach der Geburt (beziehungsweise in den ersten sechs Tagen nach Kaiserschnitt, Frühgeburt oder Mehrlingsgeburt) und bei Bedarf für maximal sieben weitere Hausbesuche bis zur achten Woche nach der Geburt.

Die Kassenvertragshebamme verrechnet ihr Honorar direkt mit der Krankenkasse. Wenn die Frau eine Wahlhebamme in Anspruch nimmt, bezahlt sie deren Honorar selbst und kann es dann bei der Krankenkasse einreichen.
Rückerstattet werden 80 Prozent vom jeweils gültigen Kassentarif (nicht vom Betrag, der auf der Hebammen-Honorarnote steht).

Wichtig ist die möglichst frühzeitige Anmeldung zur Wochenbettbetreuung bei der Hebamme. Insbesondere Kassenhebammen sind zumeist nicht kurzfristig verfügbar.

Eine Hebamme in der Nähe findet man mit der Hebammensuche auf der Webseite des Österreichischen Hebammengremiums www.hebammen.at

Autor:

Alexandra Wrann aus Villach

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

17 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Wirtschaft

Corona-Krise gemeinsam meistern
Hilfe vor Ort mit dem österreichweiten Netzwerk #schautaufeinander

In Ausnahmesituationen wie diesen stehen die Menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. Die Regionalmedien unterstützen dies in allen Bundesländern und Bezirken Österreichs mit dem Netzwerk #schautaufeinander. Hier könnt Ihr Dienste suchen oder anbieten, die uns gemeinsam durch diese Krisenzeiten helfen. Du suchst jemanden, der/die notwendige Lebensmittel nach Hause liefert? Du willst dich in deiner Nachbarschaft nützlich machen, oder gibst online Nachhilfe? Dann poste doch deinen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen