Kritik an Kälber-Transporten
"Jeder kann dazu beitragen, Tierleid zu verhindern"

Wird Fleisch von Direktvermarktern aus der Region gekauft, kann viel Tierleid verhindert werden.
  • Wird Fleisch von Direktvermarktern aus der Region gekauft, kann viel Tierleid verhindert werden.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Alexandra Wrann

Das Tierleid, das durch Kälber-Transporte in ferne Länder entsteht, hat in den letzten Wochen, auch im Bezirk, für viel Aufregung gesorgt.

BEZIRK VILLACH. Kürzlich hat die Berichterstattung über den Leidensweg heimischer Kälber beim Transport in ferne Länder für viel Aufregung und Entsetzen gesorgt. Michael Schnabl, Bezirksobmann des Kärntner Bauernbundes rät, beim Kauf von Fleisch noch stärker auf die Herkunftsbezeichnung zu achten. 

Ein Umdenken

Die Kälber wurden in Österreich geboren, in Spanien gemästet und schließlich im Libanon geschlachtet. Über 21 Stunden waren die Kälber auf dem Weg unversorgt. Die männlichen Kälber werden bereits im Alter von zwei Wochen auf diese Reise geschickt und im Ausland gemästet, weil die heimische Mast als unrentabel gilt. Das Fleisch wird dann wieder importiert.

Auf Herkunft achten

Das Bekanntwerden dieser Umstände hat bei Tierschützern für einen Aufschrei gesorgt. Und sorgt hoffentlich auch für ein Umdenken bei den Konsumenten, wie Michael Schnabl festhält. "Jeder Konsument kann dazu beitragen, dieses Leid zu verhindern, indem er regionales Kalbfleisch kauft. Es gibt zum Beispiel die neue Linie Kalb Rosé, das Tier wird bei uns gemästet und geschlachtet. Unter Einhaltung strengster Richtlinien", sagt Schnabl: "Es muss wirklich kein Fleisch aus Übersee sein."

Partnerschaften

Das Problem der "unrentablen Mast" geht Schnabl pragmatisch an, "kleine Landwirte haben oft nicht die Möglichkeit ihre männlichen Kälber zu mästen. In solchen Fällen machen Partnerschaften Sinn". Möchte ein Bauer seine Milchwirtschaft an den Nagel hängen, so könnte dieser die Mast der Kälber eines anderen übernehmen, erklärt Schnabl. "So wäre beiden geholfen." Der Bauernbund könnte hier durchaus auch eine vermittelnde Anlaufstelle sein, so Schnabl.

Die Rolle der Milch

Doch was ist mit Milch, fragen wir Schnabl. Immerhin macht auch die Milchwirtschaft die Kälber "überflüssig".
Keine Milch mehr zu trinken, ist für Schnabl keine Lösung. "Milch ist ein gesundes Grundnahrungsmittel, so weit darf es nicht gehen", sagt er, ergänzt jedoch: "Aber ich bin mir sicher, dass die Konsumenten bereit wären mehr zu zahlen. Leider kommt der Handel mit untragbaren Aktionen, bei Grundnahrungsmitteln sollte das unterbunden werden".
Bekam der Produzent früher 34 Cent für den Liter Milch, wären es heute 27, so Schnabl, die Spanne verschiebe sich zugunsten des Handels.

Direktvermarkter

Um auf "Nummer sicher zu gehen" gibt es die Möglichkeit bei einem Direktvermarkter zu kaufen. Aber auch im Handel gibt es nachhaltige Produkte, so Schnabl: "Gütesiegel sind eine hilfreiche Orientierung, und vor allem Herkunftsbezeichnungen." Schließlich, appelliert Schnabl an die Endverbraucher: "In jedem Handelsgeschäft gibt es die richtige Wahl, man muss sich nur dafür entscheiden".

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Zur Sache

  • In Österreich gibt es rund 1.700 bäuerliche Direktvermarkter unter der Marke "Gutes vom Bauernhof" die geprüfte Qualität der Waren garantiert. 
  • Verkauft wird, was direkt am Hof gewachsen ist und verarbeitet wurde. Auch im Bezirk Villach gibt es Direktvermarkter, die ihre Produkte unter der Dachmarke "Gutes vom Bauernhof" anbieten.
  • Mit der Linie "Kalb Rosé" der BVG Kärntner Fleisch sollen sich neue Möglichkeiten für Milchbauern eröffnen
  • Kalb Rosé ist einheimische Alternative zu importiertem Kalbfleisch – bis zu 70 Prozent des Kalbfleisches in Österreich kommt aus dem Ausland. Die Kälber erhalten Milch, hofeigenes Futter und Getreide – nach strengen Richtlinien.
  • Weiterführende Informationen und Link zu Direktvermarktern: www.gutesvombauernhof.at
Autor:

Alexandra Wrann aus Villach

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