Kärnten bringt touristisches Know-How, Gastlichkeit und gastronomisches Engagement auf die Internationale Tourismus Börse nach Berlin!

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Ein Bericht von Christoph Pölzl

Kärnten bringt touristisches Knowhow, Gastlichkeit und gastronomisches Engagement auf die Internationale Tourismusbörse nach Berlin!

Vergangene Woche fand in Berlin die weltweit größte Tourismusmesse statt. 33 Schüler unter der Leitung von 5 Fachlehrern der Kärntner Tourismusschulen Warmbad-Villach hatten die Chance, ihre Fachkompetenz und ihr Heimatland Österreich der Welt zu präsentieren – und auch Kontakte zu hegen und neue zu knüpfen.

Es sollte keine Woche, wie jede andere Alltagswoche sein! Nein! Es war Sonntag, der 4. März, und wir Schüler der KTS Villach starteten eine Mission: Eine Woche lang uns und unsere Fähigkeiten in der Tourismusmetropole Berlin zur Schau zu stellen. Entrissen aus dem Schulalltag nahmen wir insgesamt 24 Busstunden in Kauf, um von dieser einmaligen Möglichkeit zu profitieren.

Tag 1: Erste kulinarische Eindrücke
Um uns Berlin auch als kulinarische Metropole „g’schmackig“ zu machen, gingen wir zu einem „Hotspot“ der Genüsse – in die Feinschmeckeretage des KADEWE! Trotz riesigem Shoppingangebot, von Luis Vuitton über Gucci bis hin zu Prada und Ralph Lauren, fand sich in wenigen Augenblicken fast die gesamte Gruppe in diesem ominösen Stockwerk wieder. Das Wissen, das uns 4 Jahre lang „eingetrichtert“ wurde, konnte nun am praktischen Beispiel ausgekostet und genossen werden – es sei denn, ein Johnnie Walker 1805 um 23.000€ ist dabei, wo man doch ein bisschen überlegen muss, ob man ihn jetzt mitnimmt, jegliche Sparbücher plündert und obendrein noch den Bausparvertrag auflöst.

Da blieben wir doch lieber im „leistbaren“ Bereich und der eine oder andere fand seine Erfüllung bei frischen Austern mit einem Schluck feinsten Weißwein oder Black Tiger-Garnelen mit französischem Knoblauchgebäck. Nach einem wahren Amoklauf verschiedenster Geschmäcker, Gerüche, Impressionen und Informationen aus aller Welt ging es auf direktem Wege ins „Brasiliero“, einem typischen brasilianischen Restaurant, wo uns echte Brasilianer klassisch auf Spiesen gegarte Köstlichkeiten servierten. Unsere Zungenknospen fühlten sich wie im Schlaraffenland. Diese Tatsache wurde jedoch vom Gefühl des Magens, irgendwann doch bis zum Rand voll zu sein, übertrumpft und wir mussten wohlgenährt „k.o.“ geben. Und so endete unser erster Tag in Berlin – ein anstrengender, aber durchaus informativer, lustiger und gemütlicher Tag.

Tag 2 – Berlin hautnah
Berlin ist eine Stadt der Kontraste. Das durften wir am Tag 2 unserer Mission erleben. Wir machten eine Stadtrundfahrt und sahen uns das Wichtigste aus der Geschichte Berlins an – besser gesagt, Monumente, Dome, Kirchen und Wahrzeichen zogen an uns vorbei. Eine auf gut kärntnerisch „kamote“ Art Berlin zu entdecken.
Eine Stadt der Kontraste insofern, als Berlin durch den Mauerfall vor 22 Jahren praktisch neu gegründet, wiederaufgebaut und vieles neu aus dem Boden „gestampft“ wurde. Wie zum Beispiel der Potsdamer Platz, wo damals die sogenannte Todeszone war, trumpfen heute mächtige Wolkenkratzer großer „Multis“ auf - wie von der Deutschen Bahn oder das Hotel Ritz Carlton.

Beeindruckt von der Tatsache, wie die Berliner mit ihrem Schicksal, die ganze Geschichte nicht totzuschweigen, sondern die Narben der grauenhaften Zeit nach wie vor sichtbar sein zu lassen, diese auch sekundär touristisch zu nutzen, wurden wir von unserem Busfahrer zum Messezentrum kutschiert.

Atemberaubend, wie sich uns das ICC (Internationale Congress Centrum) präsentierte – irgendwie mit dem Charme des vergangenen 80er Stils, aber auch leicht futuristisch und an ein Spaceshuttle erinnernd. Wir wurden kurz mit der Österreich Werbung bekannt gemacht, richteten uns unseren Arbeitsplatz ein und machten das Mise-en-place für den nächsten Tag – der mitunter der härteste werden sollte.

Tag 3 – Unser erster Arbeitstag auf der ITB
Schlag auf Schlag kamen alle namhaften Personen des internationalen Tourismus und stürmten unter anderem auch den Stand der Österreich Werbung. Es blieb nicht viel Zeit für eine Eingewöhnungsphase – wir wurden praktisch ins kalte Wasser geschmissen, und es zeigte sich schnell, dass wir kompetent waren und wir diesem Druck auch standhalten konnten.

Fünf von uns wurde die ganz besondere Aufgabe übertragen, die sagenumwobene Businesslounge zu betreuen, neben dem Network-Café das kleinere Café mit getrennten Lounges, in der sich die Granden des internationalen Tourismus trafen. Augenblicke später lernten wir auch die Chefin der Österreich Werbung, Frau Dr. Petra Stolba, kennen, eine herzliche Frau, die uns auf sympathische Art und Weise aufnahm. In wenigen Augenblicken wurde aus der Business Lounge eine Tribüne für die Pressekonferenz, wo Frau Dr. Stolba, der Bundesspartenobmann für Tourismus Schenner und Wirtschaftsminister Dr. Mitterlehner die aktuellen Zahlen des österreichischen Tourismus präsentierten.

Für Karina Pirker, Dennis Andritsch, Anna Pirker, Dominic Friedl und mich war dies die einmalige Möglichkeit, direkt an spannende Informationen aus erster Hand zu kommen!

So rasch der Aufbau auch war, so schnell war das ganze wieder für ein kleines Dinner hergerichtet, zu dem unter anderem Oberbürgermeister Wowereit von Berlin bis hin zu allen österreichischen Tourismusvertretern eingeladen waren. Ein Termin jagte den nächsten, und wir verspürten in der mit Kunstlicht überfluteten Messehalle kaum ein Zeitgefühl. Kaum war alles geputzt, war der arbeitsintensivste Tag auch schon wieder vorbei.

Tag 4 – Meine erste internationale Pressekonferenz
Am nächsten Tag wurden Anna und ich sogar persönlich von Frau Dr. Stolba zur Internationalen Pressekonferenz eingeladen, wo sich Österreich auf charmante Art als Urlaubsland vor 150 Journalisten präsentierte. Jener Tag endete mit einer riesigen „Stand-Party“ mit 300 Gästen. Streichfähig und mit Fußcreme eingeschmierten Beinen landeten wir im Bett, freuten uns jedoch auf den nächsten Tag.

Tag 5 und 6: An den letzten zwei Tagen war die Messe öffentlich – für potenzielle Urlauber und Gäste. Die meisten Touristiker waren mit Jet oder auch Chauffeur wieder heimgereist, und eine riesige Welle von hunderttausenden „Touristen“ wälzte sich mit Koffern und Trolleys voll mit Prospekten durch die Messe, hielten kurz inne und verweilten mitunter auch für ein Mittagessen oder für einen Kaffee mit originaler Sacher Torte. Wohlgemerkt, die Österreicher kredenzten das beste Essen auf der ganzen ITB!

Am Sonntag endete die ITB und wir fuhren mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause. Wir blicken zurück auf eine ereignisreiche Woche – großartige Erfahrungen und einem guten Gewissen. Denn laut Herrn Hinteregger (dem Chef der Österreich Werbung in Deutschland) waren wir die besten Schüler seit den Anfängen der ITB. Und darauf sind wir stolz.

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