Katholiken fallen in Villach erstmals unter 50-Prozent-Marke

Katholischer Pfarrer Kurt Gatterer: "Vielleicht bewirken die Zahlen ein Umdenken"
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VILLACH (kofi). Es hat für die katholische und evangelische Kirche in Villach schon schlimmere Jahre gegeben. Und dennoch: Grund zur Freude gibt es angesichts der Kirchenaustrittszahlen für 2015 nicht. Gemeinsam hat man im Stadtgebiet 412 Gläubige verloren. Minus 281 bei den Katholiken, minus 131 bei den Evangelischen.

Evangelische

"Jeder Austritt schmerzt uns sehr", sagt der evangelische Superintendent Manfred Sauer: "Dass wir im Vorjahr auch 42 Kircheneintritte hatten, kann über das Minus nicht hinwegtrösten."
Zumal der Blick auf die langfristige Entwicklung die Wunde noch deutlicher offenlegt: Seit den 1980er-Jahren haben sich die Evangelischen im Stadtgebiet Villach (das nicht völlig ident ist mit den Grenzen der Pfarren) von über 9.000 auf nur mehr 7.000 reduziert. Der prozentuelle Anteil ist damit von 17 kontinuierlich auf 11,8 Prozent gesunken.

Katholiken

Ähnlich bitter ist die Entwicklung bei den Katholiken: Stellte man etwa 1981 noch 68 Prozent der Stadt-Bevölkerung, so sind es nun erstmals weniger als 50 Prozent. Laut Statistik der Stadt Villach fiel man im Vorjahr unter die 30.000er-Marke. "Das ist sehr traurig", sagt Stadtpfarrer Kurt Gatterer: "Wir reden unter Kollegen viel über diese Entwicklung. Aber ich fürchte, man wird das nicht aufhalten können." Gerade im Stadtleben, sagt Gatterer, müsse man dieser Realität ins Auge blicken.

Muslime

Die einzige Religion, die sich (nicht nur) in Villach über Wachstum freuen darf, ist der Islam. Aus gezählten 29 Muslimen im Jahr 1981 sind im Vorjahr 4.000 geworden - 6,6 Prozent der Bevölkerung.
Für Stadtpfarrer Gatterer eine zwiespältige Entwicklung: "Einerseits ist mit den Muslimen auf Basis beidseitiger Toleranz friedlich zu leben. Aber andererseits tut es mir schon leid um die Schwächung des Christlichen im Alltag." Vielleicht, so der Pfarrer, sind die aktuellen Zahlen doch für ein paar Menschen Anlass genug, sich wieder ihrer christlichen Wurzeln zu besinnen.
Potenzial gäbe es in Villach genug: Bereits jeder vierte Stadtbewohner ist ohne Bekenntnis. Tendenz stark steigend.

Katholischer Pfarrer Kurt Gatterer: "Vielleicht bewirken die Zahlen ein Umdenken"
Superintendent Manfred Sauer: "Jeder einzelne Austritt schmerzt"
Autor:

Wolfgang Kofler aus Villach

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