Villach
Knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert

<f>Die Schwere</f> der Schäden sind dem Bild zu entnehmen. Die gesamte Strecke wurde gesperrt, verletzt wurde niemand
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  • hochgeladen von Alexandra Wrann

Achse von Güterzug brach. Villacher Lokführer verhinderte das Schlimmste. 

VILLACH. Es war eine Verkettung von glücklichen Umständen, dass die Fahrt eines Güterzuges am Samstag, 19. Jänner, um 8.30 Uhr kurz vor dem Bahnhof in Maria Saal nicht in einer Katastrophe endete. „So viel kann ich schon sagen, ohne den Abschluss einer Untersuchung abzuwarten“, so ÖBB-Sprecher Herbert Hofer.

Achse brach unbemerkt

Bei dem Güterzug mit dem Villacher Lokführer Andreas Suntinger, der von Arnoldstein in Richtung Steiermark unterwegs war, war am siebenten Waggon vermutlich schon bei der Durchfahrt im Bahnhof Krumpendorf während der Fahrt eine Achse gebrochen. Ein Rad brach ab, die Achse schleifte bei 90 Stundenkilometer am Boden dahin und zerstörte die Betonschwellen, was eine Staubwolke auslöste. Über mehrere Kilometer blieb das vom Lokführer unbemerkt, weil es sich um eine kurvenreiche Strecke handelte.

Geistesgegenwärtig

Danach verhinderten eine Verkettung glücklicher Zufälle sowie die geistesgegenwärtige Reaktion des Lokführer das Schlimmste. 
Der erste Glücksfall war, dass der Güterzug mit einer Lok der Reihe 1044 bespannt war, die über einen großen Außenspiegel verfügt, der sich während der Fahrt auch nicht, wie bei anderen Serien, einklappt. So konnte der Lokführer kurz vor Maria Saal im Rückspiegel die Wolke bemerken und die Notbremsung einleiten.
„Glück war, dass der Waggon sich bis dahin nicht quergestellt und so damit das Gleis des Gegenzuges blockiert hätte. Die Folgen eines solchen Zusammenpralls wage ich mir gar nicht auszudenken“, so Hofer.

Strecke gesperrt

Glück war auch, dass Suntinger geistesgegenwärtig handelte, in der Sekunde die Notbremse zog und über Funk die gesamte Strecke sperren ließ. Wenige Meter später wäre die Garnitur in Maria Saal über eine Weiche gerollt, was weitere Entgleisungen von Waggons und möglicherweise Millionenschaden bedeutet hätte.

Weiterer Glücksfall

Ein weiterer Glücksfall war auch der Umstand, dass der Zug nur mit 90 Stundenkilometer statt mit erlaubten 100 Stundenkilometer unterwegs war.
Ehrung steht im Raum
Möglich, dass jetzt eine Ehrung für das vorbildliche Verhalten Suntingers fällig ist. Darin hat er Erfahrung: Als Lokführer eines City-Nightjets hatte er durch sein Verhalten – die WOCHE berichtete – zur Ausforschung von Dieben beigetragen.

Der Lokführer im WOCHE-Gespräch

WOCHE: Wie dramatisch lief das genau ab?
Suntinger: Ich habe die Staubwolke gesehen und sofort gedacht, da ist was kaputt und die Notbremse gezogen und über Funk die gesamte sStrecke sperren lassen

Wie ging es weiter?
Ich bin sofort nach hinten gelaufen und habe gesehen, dass der siebente Waggon ein Rad verloren hatte

Was denkt man da?
Noch einmal Glück gehabt, dass kein Mensch verletzt wurde und es nur Sachschaden gab

Aber sie haben zufällig in den Rückspiegel geblickt, warum ?
Ich weiss es nicht, es was irgendwie eine innere Eingebung, die ich nicht erklären kann.

Das hat vermutlich eine Katastrophe verhindert.
Ja, da muss ein Schutzengel mitgefahren sein.

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