Ostern in Corona-Zeit
Mehr Trost, weniger Fest

Am Ostermorgen eine Kerze anzünden und des Tag in aller Stille feiern....
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  • Am Ostermorgen eine Kerze anzünden und des Tag in aller Stille feiern....
  • Foto: Körner
  • hochgeladen von Sabrina Strutzmann

Für Astrid Körner amtsleitende Pfarrerin in Villach- Stadtpark, ist ein Gottesdienst gemeinschaftlich. Deshalb gibt es auch keinen Live-Stream. 

VILLACH. Gottesdienste dürfen wegen der Corona-Krise heuer nicht gefeiert werden. Doch fällt Ostern diese Jahr aus? Nein. Es wird nur anders, ruhiger, angepasst an diese Zeit. Die evangelische Pfarrerin Astrid Körner gibt Tipps zur Gestaltung des bevorstehenden Osterfestes, auch ohne Kirchengang. Für die Evangelischen ist der Karfreitag der höchste Feiertag im Jahr, Ostern wird am Ostersonntag zelebriert. "Karsamstag mit Speisensegnung, gibt es im evangelischen ohnehin nicht", sagt Körner. 

Kein Online-Gottesdienst

Die evangelische Pfarre hat sich bewusst gegen einen Online-Gottesdienst entschieden. "Ein Gottesdienst ist was Gemeinschaftliches, das kann man nicht gestellt machen." Der Gottesdienst verwirklicht sich mit der feiernden Gemeinde und nicht mit der predigenden oder betenden Liturgin. Ein Live-Stream-Gottesdienst wäre für Körners Empfinden eine Show. "Erst durch das Sich-sammeln im Raum, das gemeinsame Singen, Beten, Reden und Hören erleben wir uns als eine Gemeinschaft und lassen das Zusammentreffen zu einem Gottesdienst werden", so die Pfarrerin.  Selbst ein Ersatzprogramm in der Kirche ist für Körner undenkbar, weil wir ja im Rahmen der sinnvoll gesetzten Maßnahmen niemanden dazu motivieren wollen, sich an einem Platz mit anderen einzufinden.
Die Kirche ist jedoch durchgehend offen. Ein Desinfektionsmittel steht anstelle des Kollektenkörbchens beim Eingang.
Auf der Homepage befinden sich laufend Infos uns auch Links zu Online-Gottesdienstes für jene, die so etwas suchen.
"Ich möchte an der Stelle auch vor einem aufgesetzten Aktionismus warnen. Ich denke, Kirche wäre nicht Kirche, wenn sie ihr Gottvertrauen an gegebene, unumstößliche Formen bindet und aus allen Wolken kippt, wenn ihre zur Tradition gewordenen Riten mal aussetzen müssen", sagt Körner. Gottvertrauen erweist sich gerade im Unbekannten als tragend.

Entzündung der Osterkerze

Ostern ist ein stilles, andächtiges Freudenfest. Diese Stille passt auch gut zu dem Stillstand, der momentan herrscht. Ein Kirchgang ist heuer also nicht möglich, Körner hat jedoch eine Empfehlung, um Ostern trotzdem zu feiern, wenn auch anders und ruhiger als bisher: "Stattdessen in aller Frühe ein Licht entzünden und vom Fenster oder Balkon aus den sich veränderten Horizont beobachten."  Eine Osterjause im kann im kleinen Kreis gefeiert werden.

Wie damals..

Der Ostermorgen hat sich zwischen ganz wenigen Menschen abgespielt, die Botschaft ging dann von einem zum nächsten. So könnten auch wir Ostern feiern: Im Kleinen das Wunder des Ostermorgens nachempfinden und die frohe Botschaft dann mit liebevollen Grüßen – heute über Handy und Internet – an unsere Liebsten weitergeben. "Ich würde fast sagen: Ostern wie es einst mal war", sagt die Pfarrerin. 
Wir alle sind derzeit gezwungen, aus dem Hamsterrad zu steigen, nicht mehr selber tun und gestalten zu können. Darin verwirklicht sich schon sehr viel Osterbotschaft. 

Nicht über einen Kamm scheren

Die aktuelle Situation, in der wir uns gerade befinden, lässt sicht laut Körner nicht über einen Kamm scheren: "Manche arbeiten auf Hochtouren, andere haben Existenzsorgen, wieder andere schlüpfen in die Lehrerrolle für Kinder." 
Als Gesamtgesellschaft glaubt Körner, dass uns diese Bedrohtheit durch eine uns noch weitgehend unbekannte Situation vieles wieder näher bringen wird oder auch schon näher gebracht hat. Zum Beispiel die Solidarität, mit der gerade Politik gemacht wird.  Wir brauchen jetzt einander, um miteinander eine tragfähige, soziale und zukunftsfähige Gemeinschaft zu sein.
Oder da wäre der kritische Blick auf unsere Leistungsgesellschaft, auf unser Hamsterrad: Kaum geben wir Ruhe, lassen der Natur ihren Frieden, erholen sich Luft und Wasser, Tiere und Pflanzen. "Und ich glaube, auch wir selbst erkennen uns wieder als Teil des Ganzen", sagt die Pfarrerin.

Gemeinsam singen 

Auch Körner selbst hat schon grobe Pläne für das Osterfest in den eigenen vier Wänden. Gemeinsam mit ihren sechs Kindern wird in den frühe Morgenstunden eine Kerze entzündet. Zum Osterfest werden dann gemeinsam Lieder gesungen. "Wir haben das Glück, des großen Pfarrgartens, den wir auch über Ostern nutzen wollen", freut sich die Pfarrerin. 
Trost spenden, ist derzeit Körners Hauptaufgabe. Gemeinsam mit der katholischen Kirche hat man sich abgesprochen, dass Blumen und Ostergrüße an Pflegeheime verteilt werden. Eine kleine Aufmerksamkeit, großer Trost für all jene, die derzeit viel alleine sind und keinen Besuch empfangen dürfen. 

Für die Schwachen da sein

Aufgabe der Kirche ist es immer, in erster Linie für die Schwachen da zu sein. "Damit ist es auch unsere vorderste Aufgabe, gemeinschaftlich die Infektionskurve des Corana-Virus flach zu halten, um alte, kranke und vorbelastete Menschen zu schützen", betont Körner. Der Fokus der Kirche liegt einerseits auf der Sorge um Menschen, die einsam und allein gelassen sind. Dafür wird ein Hilfsdienst angeboten. "Menschen können sich bei uns melden, wenn sie Hilfe jedweder Art brauchen", sagt Körner. 
Das andere ist die Vernetzung, die jetzt auf andere Weise geschehen muss. Über Email, Telefon und WhatsApp steht auch die Kirche im engen Kontakt: "Es gibt WhatsApp-Bibelrunden, Briefverkehr in der Kinderkirche, Challenges für unsere Jugend über neue Medien."
Das bewusste Ruhen ist eine wesentliche Aufgabe der Kirche. Ebenso für Notleidende da zu sein. Aber in die Stille der Situation nicht vorlaut hineinpredigen. "Gemeinsam Hörende werden. Das ist das Gebot der Stunde", so Körner abschließend.

Zur Sache: 

Die evangelische Stadtpfarrerin Astrid Körner gibt Tipps für ein ruhiges Osterfest im kleinen Rahmen. 
Live-Stream-Gottesdienste finden nicht statt. 

Der katholische Stadtpfarrer Kurt Gatter hält ebenso keine Live-Stream-Speisesegnung ab. An jeden Kärntner Haushalt wurde kürzlich die Kirchenzeitung verteilt. Gatterer verweist darauf, um auch in Zeiten wie diesen, ein Osterfest zu feiern. Hier finden Interessierte alle Informationen, auch Live-Gottesdienste der katholischen Kirche. In seiner Kolumne der WOCHE erläutert Gatterer zudem den Umgang mit dem Osterfest 2020.

Die Osterjause kann bestellt oder geliefert werden. Bei einem der Bauernläden oder den Genussland Kärnten Handelspartner.

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