Was wären wir Wanderer ohne die Wegebetreuer des ÖAV?

Karl Nadrag im Einsatz

Über 500 km Wege sind durch die Wegebetreuer des Alpenvereins Villach zu betreuen, war dem Heft 04/2017 des Alpenvereins Villach zu entnehmen.
Die Arbeit als Wegebetreuer kann nicht hoch genug gewürdigt werden, schafft sie doch die Voraussetzung, dass Touristen und Einheimische Flora und Fauna der Kärntner Berge geniessen können. Heute begegnen sich auf diesen Pfaden, die oftmals noch aus der Zeit des 1. Weltkrieges stammen, Menschen aus dem Alpe-Adria-Raum, begrüssen und verabschieden sich mit einem fröhlichen Servus, Srečno oder Ciao und erfreuen sich senza confini an dieser wunderbaren Bergwelt.
Einen der fleissigen Wegmarkierer habe ich kennen gelernt. Der jetzt 74-jährige Karl Nadrag aus Faak am See betreut seit mehr als 30 Jahren über 100 km Wanderwege in den Karawanken. Und als ob das nicht genug wäre, wollen regelmässig Rastplätze, Brunnen, Wegkreuze und eine Kneippstelle in Ordnung gehalten werden. Alles fing 1987 auf der Draubrücke in Villach an, so erzählte mir Karl. Damals fragte ihn Karl Kucher, ob er denn nicht Lust hätte, ein paar „Weglein“ für den Alpenverein zu markieren und zu betreuen. Karl hatte Lust. Hacke, Motorsäge, Hand- und Baumschere, Beil, Säge, Farbe und Pinsel gehörten ab jetzt in seinen Rucksack.
In den letzten Jahren, so klagte mir Karl sein Leid, wird die Aufgabe für alle Wegbetreuer immer schwieriger. Die Pflege der Wanderwege - bedingt durch Klimaveränderung und Wetterunbilden (so seine Beobachtung) - erfordert immer mehr Einsatz, was sich durch vermehrten Zuwachs durch Gras und Sträucher und auch der Zunahme von Vermurungen ausdrückt. Dazu kommen immer wieder lange Anmarschwege bis zum betreuenden ÖAV-Wanderweg (oftmals mit Benzinkanister, Motorsäge, Krampen oder Haue), um die Aufgaben als Wegebetreuer wahrnehmen zu können. So müssten von ihm immerhin 10 km Anmarschweg bewältigt werden, um z. B. zu dem Teil vom ÖAV-Weg 685 zu gelangen, der von Pridou bis zur Blekowa führt. Mit „Bitten und Betteln“ bei den Grundeigentümern (Bundes-forsten und Wegegenossenschaften) sei es ihm bisher gelungen, die Forststrassen befahren zu dürfen. Ein generelles Problem für alle Wegebetreuer, das einer Lösung bedarf. Vielleicht liegt hier ja auch ein Grund, dass immer weniger Wegbetreuer das vorhandene Wegenetz des ÖAV betreuen. Nachwuchs wird jedenfalls dringend gesucht.
Auf seine Ersuchen vom 10. Oktober 2017, eine offizielle Genehmigung von Amts wegen für das Befahren der Forststrassen in den Bergen zu bekommen, haben bisher weder das Land Kärnten noch die Gemeinde Finkenstein geantwortet. Ob entsprechende Anträge durch den ÖAV Innsbruck oder auch Villach an die Grundeigentümer gestellt wurden? Karl weiss es nicht! Antwort auf seine Anträge beim ÖAV Villach und Innsbruck hat er bisher nicht erhalten!
„Beim Reden kommen die Leute zusammen“. Es wäre schade, wenn durch „Nichtreden“ ein verdienstvoller Wegebetreuer sich künftig nicht mehr in der Lage sieht, seine übernommenen Aufgaben zum Wohle von uns Wanderern zu erfüllen.

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