Denkmäler in Villach
Wo wird an den 10. Oktober erinnert

Relief zu den Ereignissen vom  9. Dezember 1918
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  • Relief zu den Ereignissen vom 9. Dezember 1918
  • Foto: Moser/Omann
  • hochgeladen von Bernhard Mairitsch

Wo in Villach erinnern Denkmäler an die Volksabstimmung? Die WOCHE hat sich umgesehen.

VILLACH. In der Region Villach erinnern einige Denkmäler an die Volksabstimmung und den Abwehrkampf. Die WOCHE hat mit Historikern und dem Stadtmuseum gesprochen.
Heuer fällt die Zelebrierung des Kärntner Landesfeiertags Corona-bedingt aus. Typischerweise gibt es eine Feier am oberen Kirchenplatz bei der Stadtpfarrkirche. Dort wurde 1923 ein Denkmal enthüllt, welches an die Gefallenen des ersten Weltkrieges, den darauffolgenden „Abwehrkampf“, sowie an die Volksabstimmung selbst erinnern soll.

Abstimmungsgebiet Maria Gail

Villach selbst hat übrigens wenig mit der Volksabstimmung zu tun. Die Draustadt war damals nicht in Gefahr, abgespalten zu werden., und somit auch vor einer möglichen Abspaltung von Österreich sicher. Ein indirekter Villach-Bezug zur Abstimmung stammt vom Stadtgebiet Maria Gail, welches damals teilweise im Abstimmungsgebiet lag. Nur gehörte dieser Teil damals noch nicht zu Villach, sondern kam erst 1973 dazu. „Auf dem Kirchenvorplatz von Maria Gail wurde am 9. August 1953 ein Denkmal für Gefallene des 1. und 2. Weltkrieges, die Bombenopfer und jene des Abwehrkampfes enthüllt,“ so Historiker Mirko Hofer, der gleich zwei Bücher über das Gebiet Maria Gail verfasst hat. Der Name dieses „18. November-Platzes“ soll an das Ereignis erinnern, als Gastwirt Stefan Moser und seine Kumpanen mehrere Soldaten des SHS-Staates (Der „Staat der Slowenen, Kroaten und Serben“) aus seinem Gasthaus werfen ließ. Hofers Nachforschungen haben allerdings ergeben, dass der Platz nach einem falschen Datum benannt worden war: „Jene Ereignisse geschahen erst drei Wochen später, nämlich am 9. Dezember 1918. Der Grund für die „Vorverlegung“ der Ereignisse könnte durch die verspätete Aufzeichnung im Jahr 1936 durch den späteren Nationalsozialisten Karl Fritz liegen, oder aber auch politische Gründe.“

Denkmal am Silbersee

Im Jahr 2003 wurde am Silbersee ein Denkmal für Oskar Kraus errichtet. Dieser war nicht nur ein Abwehrkämpfer nach dem Ersten Weltkrieg, sondern von 1938 - 1945 auch ein nationalsozialistischer und antisemitischer Bürgermeister der Stadt Villach. Die beiden Historiker Lisa Rettl und Werner Koroschitz haben im Jahr 2006 Kraus ein Buch mit dem Titel „Ein korrekter Nazi“ gewidmet, und auch dafür gesorgt, dass das Denkmal mit angemessenen Fußnoten versehen wurde, die auf das nationalsozialistische Wirken der Person verweisen. „Kraus wird auch fälschlicherweise als KHD-Einsatzleiter zu der Zeit bezeichnet, was er aber nie war,“ so Koroschitz.

Uneinigkeit über Bedeutung

Über die Bedeutung und Auswirkung des Abwehrkampfes auf die Abhaltung der Volksabstimmung herrscht Uneinigkeit. „In der historischen Forschung hat sich daraus eine mehr als 50 Jahre dauernde Diskussion entwickelt, und diese ist noch nicht endgültig geklärt,“ so das Stadtmuseum Villach. Auch der Begriff „Abwehrkampf“ wird hierbei in Frage gestellt: „Es handelte sich eigentlich um Grenzkämpfe, und die gab es in ganz Europa nach dem Krieg,“ so Koroschitz. Auch die öffentliche Erinnerung an einen siegreichen Abwehrkampf ist eher ein Mythos, schließlich nahmen SHS-Truppen trotzdem Klagenfurt ein. Die Entscheidung über die Volksabstimmung erfolgte vor allem aus ökonomischen Gründen, denn Österreich wollte den gewachsenen Wirtschaftsraum nicht aufbrechen sehen.

Volksabstimmung

Die Kärntner Volksabstimmung erfolgte übrigens 10 Tage nach Einführung der österreichischen Verfassung. Das Ergebnis wurde am 13. Oktober verkündet. Die Wahlbeteiligung betrug 95%. Es wurden 37.304 gültige Stimmen abgegeben. 22.025 (59,04%) der Wahlberechtigten stimmten für den Verbleib bei Österreich, 15.279 (40,96%) für den Anschluss an Jugoslawien.

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