Baby-Boom in Villach
"Wunsch nach ambulanten Geburten ist deutlich gestiegen"

Hebamme Sabrina De Zordo bei ihrer Arbeit, die sie leidenschaftlich gerne ausübt.
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  • Hebamme Sabrina De Zordo bei ihrer Arbeit, die sie leidenschaftlich gerne ausübt.
  • Foto: De Zordo Sabrina/Privat
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2020 war ein geburtenstarker Jahrgang. Wenn auch die Unsicherheit gerade im Bereich Geburten hoch ist. Darf der Vater mit, was ist in Zeiten der Corona-Pandemie zu beachten? die Hebammen Christina Kulle vom Kärntner Hebammengremium und Sabrina De Zordo berichten von einem ganz besonderen Jahr.

VILLACH STADT & LAND. "Das letzte Jahr war auf jeden Fall anders, schwieriger in vielerlei Hinsicht", sagt Sabrina De Zordo. Die Riegersdorferin ist als Hebamme im Bezirk Villach und bis nach Klagenfurt tätig. Einen Beruf, den sie aus "Hingabe" und mit "viel Freude" ausübt, wie sie erzählt. 

Mitten in die Krise hinein

Mit Herbst 2019 startet De Zordo als selbstständige Hebamme mit Kassenvertrag. In starken Monaten, wie zuletzt der August oder der November, betreut sie "schon mal" zwischen zehn und 17 Familien. "Zu viel" werde ihr das noch nicht, "ich bin froh, dass ich so viel zu tun habe". Und viel zu tun hatte sie nicht nur, weil es ein geburtenstarkes Jahr war, auch wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie war sie eingespannt. "Am schlimmsten war es im März, als Väter die werdenden Mütter nicht ins Spital begleiten und auch bei der Geburt nicht dabei sein durften. Das war für viele Frauen eine fürchterliche Situation", erinnert sie sich. Viel Zeit hätte sie damit aufgewendet, Familien aufzuklären, zu beruhigen und zu bestärken. "Frauen zu sagen, dass sie das sicher auch ganz alleine schaffen werden, war fordernd", erinnert sich De Zordo zurück.

Väter dürfen wieder mit

Aufrecht geblieben sei diese Regelung nicht lange. Heute gilt, dass der Vater, beziehungsweise ein Angehöriger, bei der "unmittelbaren" Geburt dabei sein darf. "Das heißt, sobald die Frau ein Kreißsaalzimmer zugeteilt bekommt, darf auch der Begleiter dazustoßen", so die Hebamme. Das wäre im Regelfall bis zu zwei Stunden vor der Geburt. "So leicht einzuschätzen ist das aber natürlich nicht immer", schmunzelt sie.

Mehr ambulante Geburten

Auch aufgrund dieser Unsicherheit gab es im Vorjahr einen deutlich merkbaren Trend zu ambulanten Geburten. In diesem Fall verlässt die Frau das Spital mit dem Neugeborenen 24 Stunden nach der Geburt. Auch eine Tendenz hin zu Hausgeburten gibt es. Von geschätzten 250 Hausgeburten in Kärnten berichtet auf Nachfrage Christina Kulle vom Hebammengremium.
"Von einem richtigen Trend kann man aber nicht sprechen", sagt sie und ergänzt: "Vielmehr rückt die Hausgeburt ein wenig mehr in den Fokus. Viele interessieren sich dafür."

Die Hausgeburt im "Trend"

Hebamme De Zordo unterstreicht das: "Ich sehe das in meinen Erstgesprächen. Die Hausgeburt wird als Alternative schon auch in Betracht gezogen, man informiert sich, will mehr dazu wissen." Sie selbst ist bei Hausgeburten eine helfende Hand. Die Geburt wird dann im Zweier-Team begleitet, erzählt sie. Möglich sei eine solche "ganz besondere" Geburt aber nur, wenn "alle" dahinterstünden, "es muss die ganze Familie wollen".
Bei der Suche nach einer Hebamme rät De Zordo, dazu sich nicht zu lange Zeit zu lassen. "Schließlich muss auch die Chemie stimmen", sagt sie. Der Mutter-Kind-Pass sieht eine Hebammen-Erstberatung ab der 18. Schwangerschaftswoche vor, "das ist in der Regel ein guter Zeitpunkt sich mit dem Thema anzufreunden". Gerade jetzt, wo viele nur kurz im Spital bleiben, legt De Zordo viel Wert auf die Nachsorge. "Wenn es so weit ist, bin ich immer erreichbar, natürlich auch am Wochenende", sagt sie. "Man weiß ja schließlich nicht, wann man mich braucht. Und es ist mein Job, genau dann für die Mutter da zu sein", schließt die Wahlhebamme. 

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Zur Sache

Die Ausbildung zur Hebamme kann an der FH Kärnten in Klagenfurt absolviert werden. Die Jahrgänge starten bedarfsorientiert. Der Beruf findet einen regen Zulauf, sagt Kulle. Im System sind 170 Hebammen, 35 davon rein in der freien Praxis.

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