Wildschäden
Zu viel Tourismus schadet unseren Wäldern!

Wer Artenvielfalt erhalten will, muss Grenzen respektieren. Andernfalls werden wir Wildtiere "auf Dauer verlieren".
  • Wer Artenvielfalt erhalten will, muss Grenzen respektieren. Andernfalls werden wir Wildtiere "auf Dauer verlieren".
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Alexandra Wrann

Slow Trails, Wald-Yoga – der Wald ist längst mehr als bloßer Erholungsort. Nicht für alle ist das gut. 

BEZIRK VILLACH (aw). Stetig wachsende Wildschäden, der Jäger als Sündenbock. Das Leben der Jägerschaft sei kein leichtes geworden, meint Bezirksjägermeister Villach Wolfgang Oswald.
Auf der einen Seite stehen großflächige Wildschäden im Wald, auf der anderen Seite der Jäger, der für den Abschuss verantwortlich ist, und dann wiederum das Wild, das im Grunde genommen "ja nicht wirklich etwas dafür kann".

Zu hohe Populationen

"Die Freizeitstromlenkung führt immer mehr Touristen immer tiefer in die Wälder. Das sensible Wild fühlt sich gestört, es zieht sich zurück, konzentriert sich auf kleine Gebiete ... Und richtet dort entsprechende Schäden an", so Oswald. In manchen Wäldern wären mehr als die Hälfte des Baumbestandes "kaputt", die Rechnung dafür trage wiederum der Jäger, so Oswald. Doch der hätte es zunehmend schwer, den Abschussplan auch zu erfüllen. Das intelligente Wild, so Oswald, passe sich dem Jagddruck an, weicht aus und wird zunehmend nachtaktiv. "Und sich mit einem Nachtsichtgerät auf die Lauer zu legen, so weit sind wir zum Glück noch nicht." Außerdem, betont Oswald, "braucht das Wild auch seine Ruhe, sonst wird die Schadsituation noch drastischer".

Wo ist Wild noch erwünscht?

Die Herausforderung sei, gemeinsam Regelungen zu finden, meint Oswald. "Es stellt sich uns die Frage, wo ist Wild von der Gesellschaft überhaupt noch erwünscht und wo nicht? Fakt ist nun mal, wir sind ein Wirtschaftsraum und kein Naturraum."

Total-Abschuss

Erfreulicherweise gebe es aber auch Positiv-Beispiele, betont der Jäger. "Wie der Rad-Trail auf der Gerlitze. Wenn man sich gemeinsam an einen Tisch setzt, kommt auch etwas Sinnvolles dabei heraus."
Noch sei das aber die Ausnahme. Und Konsequenzen – wie der geplante "Abschuss ohne Beschränkung" auf der Südseite der Gerlitze – die Folge.
Bereits im Juni richtete die Gemeinde Treffen einen entsprechenden Antrag an das Land Kärnten. Mit der Freigabe soll damit quasi "alles" geschossen werden dürfen, unabhängig von Schonzeit oder Abschussplan. Die dazu notwendige Gesetzesänderung im Kärntner Jagdgesetz ist noch nicht lang her, die Zunahme an Wildschäden wäre dafür ausschlaggebend gewesen, weiß der Bezirksjägermeister. Es liegen bereits mehrere Anträge auf.
Ein Verfechter dieser Jagden ist Oswald nicht. "Es kann nicht das Ziel sein, dass man alles Wild erlegt, damit der Mensch sich zügellos ausbreiten kann."

Tourismus kooperativ

Seitens des Tourismus ist man sich des Balance-Akts von Natur und Mensch bewusst, sagt Tourismus-Chef Region Villach Georg Overs. "Die Natur ist unser höchstes Gut. Das gilt auch im Tourismus natürlich."
Darum achte man bei der Errichtung von Slow Trails und dergleichen auf Kooperation. "Wir stehen stets in engem Austausch mit den Grundstückseigentümern." 

Zur Sache

Wildschäden: Verbiss (das Abbeißen von Knospen, Blättern oder Zweigen), Schälschäden (verursacht durch Rotwild), Fegeschäden (durch Geweih verursacht)
Wolfszonen: Sind im Bezirk Villach Land derzeit noch kein Thema.
Wild-Populationen: Das Wild zieht sich aufgrund der Beunruhigung weiter zurück, es kommt zu konzentrierten Populationen mit vielen Nachteilen.

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