14.11.2016, 18:42 Uhr

Der Mond ist aufgegangen ...

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Guter Mond du gehst so stille in den Abendwolken hin, bist so ruhig und ich fühle, dass ich ohne Ruhe bin; traurig folgen meine Blicke deiner stillen, heiteren Bahn ...
Der Mond ist aufgegangen!
Die goldnen Sternlein prangen -
am Himmel hell und klar!

Der Wald steht schwarz und schweigent
und aus den Wiesen steiget -
der weiße Nebel - wunderbar!

Wie ist die Welt so stille,
und in der Dämmerung Hülle -
so traurig und so hold!

Als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer -
verschlafen und vergessen sollt!

Seht ihr den Mond dort stehen,
er ist nur halb zu sehen -
und doch rund und schön!

So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen -
weil unsere Augen sie nicht sehn!

So legt euch denn, ihr Brüder
in Gottes Namen nieder -
kalt ist der Abendhauch.

Verschon uns Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen -
und unsern kranken Nachbarn auch!


Text von Matthias Claudius
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Marie O. aus Graz | 14.11.2016 | 18:53   Melden
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Hildegard Stauder aus Villach | 14.11.2016 | 18:58   Melden
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Erika Bauer aus Bruck an der Mur | 14.11.2016 | 19:53   Melden
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Isabel k. aus Wolfsberg | 14.11.2016 | 21:25   Melden
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Hildegard Stauder aus Villach | 15.11.2016 | 09:24   Melden
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Hans Baier aus Graz-Umgebung | 15.11.2016 | 10:38   Melden
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Hildegard Stauder aus Villach | 15.11.2016 | 11:41   Melden
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