03.09.2014, 05:30 Uhr

Als "Stadthauptmann" hat sie hier das Sagen

WOCHE: Sie sind seit elf Jahren an der Spitze der Villacher Polizei. Hat man es als Frau in dieser Position schwerer?
KRUG:
Man muss sich vielleicht etwas mehr durchsetzen, aber wenn man sich durch die Zusammenarbeit kennt, ist es nicht schwieriger.
Wie haben sich die Chancen für Frauen bei der Polizei in den letzten Jahren verändert?
Es gibt deutlich mehr Frauen bei der Polizei und man hat sich an das Bild von Frauen in Führungspositionen gewöhnt. Kärnten ist darin auch ein positiver Vorreiter mit Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß an der Spitze.
Seit dem letzten Jahr lautet ihre neue Bezeichnung Stadthauptmann. Stört sie das?
Nein, überhaupt nicht, weil es eine Funktion ist. Dabei ist es egal, ob sie von einer Frau oder einem Mann ausgeführt wird, die Arbeit ist immer dieselbe.
Welche Einsätze haben Sie besonders betroffen gemacht?
Durch meine Journaldienste und Einvernahmen machen mich die fremdenrechtlichen Situationen betroffen. Das Schicksal von Flüchtlingen, die man nirgends bleiben lässt. Diese jungen Menschen haben nichts verbrochen, sie wurden nur im falschen Land geboren. Sie wollen ein besseres Leben und die globale Situation wird immer schwieriger. Ich glaube, da wird noch einiges auf uns zukommen.
Sind Sie bei der Erziehung ihrer Tochter durch Ihren Beruf sensibler als andere Mütter?
Natürlich will man keine Fehler machen, die dann möglicherweise das Kind ausbaden muss. Man kann aber nicht immer alles beeinflussen. Wenn sie auf die schiefe Bahn geraten, ist wahrscheinlich schon im Vorfeld einiges falsch gelaufen.
Sie wollten eigentlich Kunst studieren. Warum ist es dann doch Jus geworden?
Weil ich die Aufnahmeprüfung nicht geschafft habe und auch nicht die Beharrlichkeit hatte, ein zweites Mal anzutreten. Ein Gedanke von mir war, dass Jus immer interessant ist und man es auch immer gebrauchen kann. Aus diesem Grund habe ich mich dann dafür entschieden.
Welchen Stellenwert hat die Kunst heute für Sie?
Ich mag schöne Bilder, wenn die Umgebung und die Farben passen, und auch das Ambiente muss stimmen. Meine Geschwister haben Architektur studiert, wir scheinen alle eine ähnliche Neigung zu haben.
Wobei können Sie abschalten?
Zum Ausgleich gehe ich gerne laufen. Ein Höhepunkt war sicherlich der Wien Marathon, aber dafür war sehr viel Training erforderlich, das natürlich auch einen enormen zeitlichen Aufwand in Anspruch nahm.

Name: Esther Krug

Geboren am: 30. April 1967

Wohnt in: Villach

Luxus ist für mich: Zeit zu haben für jene Dinge, die man gerne macht

Mein Lebensmotto: Viele Wege führen nach Rom

Meine schönsten Momente: Die Geburt meiner Tochter und die Rückkehr nach Kärnten

Meine Hobbys: Laufen, Motorrad fahren und Klavier spielen lernen
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