29.11.2017, 08:30 Uhr

Burgplatz-Projekt geht weiter

Um dieses Grundstück beim Burgplatz geht es: Am Areal der einstigen Firma Nais soll ein neues Objekt entstehen (Foto: KK/Kofler)

Nach Diskussionen um ein geplantes Bauprojekt am Burgplatz gibt es nun neue Erkenntnisse.

VILLACH (aju). Seit mehreren Jahren schon kämpft ein Anrainer gegen ein geplantes Bauprojekt am Burgplatz in Villach. Nun gibt es neue Ergebnisse, die vor allem für Bauwerberin Sandra Staber eine Wende in der Geschichte bedeuten könnten.

Zur Vorgeschichte

Worum geht es? Seit mehr als fünf Jahren streiten Alois Aichholzer und Bauwerberin Sandra Staber darum, ob auf Aichholzers Nachbargrundstück ein Neubau errichtet werden darf. Dieser hätte eine Höhe von 18 Metern und würde über vier Obergeschoße gehen. Diese Wand wäre, aufgrund der vorherrschenden Grundstückssituation, nur wenige Meter von Aichholzers Haus entfernt. Von der Stadt Villach hatte das Projekt eine Baubewilligung erhalten.

Bauvorhaben einreichen

Aichholzers Bedenken hatten zur Folge, dass der erste Teilbebauungsplan in letzter Instanz kippte. "Eine gängige Formulierung hat hier einen Präzedenzfall geschaffen", sagt Jurist Alfred Winkler. Daraufhin wurde nun ein zweiter, geänderter Teilbebauungsplan erstellt. Dieser wurde kürzlich auch von den zuständigen Stellen anerkannt. Nun kann Sandra Staber also ihr Bauvorhaben einreichen. Der lange Rechtsstreit hatte aber auch für die Bauwerberin nicht unwesentliche Folgen.

Emotionale Folgen

Bereits 2011 hatte Sandra Staber das Gebäude am Burgplatz mit ihrem Mann gekauft. "Ursprünglich hatten wir geplant, mit unserer IT-Firma selbst in das Haus einzuziehen", sagt Staber. Doch dann kam alles anders als geplant. Bereits ein Jahr später kamen die ersten Einsprüche und man versuchte, diese abzuarbeiten. Danach jedoch erkrankte ihr Mann schwer und verstarb kurz darauf. Seither hat der andauernde Rechtsstreit der Frau nicht nur finanzielle sondern auch emotional Sorgen bereitet. "Mittlerweile sprechen wir von einer sechsstelligen Summe, die mich die Verfahren gekostet haben. Von den emotionalen Folgen gar nicht zu sprechen, denn bei jeder neuen Geschichte bin ich gezwungen die Akten meines verstorbenen Mannes nochmals durchzusehen", sagt Staber. Trotz des Beschlusses des zweiten Teilbebauungsplans erwartet Staber aber auch Einsprüche bei den weiteren Schritten.

Kein Hochhaus

Gegen die Bezeichnung ihres Neubaus als "Hochhaus" verwehrt sich Staber allerdings vehement. "Wir sprechen hier von vier Obergeschossen. Wenn das ein Hochaus ist, dann ist Villach die Stadt der Hochhäuser", sagt Staber. Auch sei sie keine "Strohfrau für Immobiliengeschäfte" noch seien "Investoren jemals unbekannt gewesen" wie es in einer mehr als 90-seitigen Sachverhaltsdarstellung Online erklärt wird. "Die Änderungen im Grundbuch, wie von einem Anrainer öffentlich angesprochen, unterliegen einem menschlichen Schicksal und mögliche Investoren waren immer bekannt", sagt Staber. Ohnehin aber wäre man auf der Suche nach neuen Investoren, da der laufende Vertrag durch die Verzögerungen höchstwahrscheinlich platzen werde.  Bestätigung findet sie dabei auch bei Jurist Alfred Winkler. "Frau Staber hat sich immer an die Gesetze gehalten", sagt Winkler. Mit dem Beschluss des zweiten Teilbebauungsplans allerdings könnte nun Bewegung in das Projekt kommen.
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