15.01.2018, 16:20 Uhr

Katholiken-Schwund in Villachs Gemeinden

(Foto: pixabay)
BEZIRK VILLACH (aw). Die Zahl der Kirchenaustritte ging wie bereits im Vorjahr zurück. Sowohl in Villach Land (von 135 auf 109) als auch in der Stadt (von 386 auf 346). Damit hält ich auch die Zahl der Katholiken in Villach Stadt erstmals seit Jahren wieder relativ konstant auf derzeit 27.343, das sind rund 45 Prozent der Villacher. Im Vergleich dazu sank die Zahl der Gemeinden in Villach Land deutlich stärker. Und zwar um rund 300. Stanislav Olip vom Dekanat Villach Land begründet die Entwicklung mit der zunehmenden "spirituellen Vielfalt". Diese sei "um ein Vielfaches größer als noch vor 20, 30 Jahren. Die Menschen suchen sich ihren eigenen spirituellen Weg", so Olip. Das ausgeprägte Minus in den ländlichen Regionen sei auf Sterbefälle und Abwanderung zurückzuführen, erläutert Walter Walzl, Finanzkammerdirektor der Diözese Gurk. Kärntenweit sind die Kirchenaustritte um 5 Prozent gesunken, auf rund 3.000.

Auch Evangelen rückläufig

Die Evangelische Kirche ist mit rund 7.000 Kirchenmitgliedern die zweitgrößte Gruppe in Villach, aber auch hier sind sinkende Zahlen messbar. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der muslimischen Bevölkerung auf rund 8 Prozent gestiegen. Hält der Trend an, könnte es bald mehr muslimische Bürger in Villach geben als evangelische.

Weg zurück zur Kirche

Die Menschen wieder zurück ins Gotteshaus zu führen, das sei aktuell die Aufgabe der Kirche, so Olip, der betont: "Die Kirche hat vieles selbst zu verantworten." Mit kleinen Dingen versuche er, die Schäfchen zurückzugewinnen. "Wie Kinder wieder stärker in die Kirche zu integrieren." Doch auch die Gottesdienstfeier selbst habe an Bedeutung verloren, meint Olip. "Die Menschen verstehen den Sinn nicht mehr. Wir müssen kurz, mittel und langfristige Überzeugungsarbeit leisten."
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