28.09.2017, 11:59 Uhr

KOLUMNE: Eine Leidenschaft, die Leiden schafft

Herr Kofler schreibt regelmäßig Kolumnen für die WOCHE. Sie befassen sich mit den kleinen Dingen des Lebens und sind nicht ganz ernst gemeint. Oder doch?
Endlich wieder Eishockey-Saison!

Sie müssen wissen: Ich spiele leidenschaftlich gerne in einem Altherren-Team: von 30 bis 60 Jahren – Spieler aller Altersklassen sind dabei.

Jeden Mittwoch quäle ich mich also 1,5 Stunden übers Eis. Wobei, die Qual beginnt schon früher: Helm, Schulterschutz, Schienbeinschoner – ich benötige alleine 15 Minuten, um die depperte Ausrüstung anzuziehen.

Auch sonst, man muss es sagen, spricht wenig für mein Hobby: Während des Spiels sehe ich ob konstanter körperlicher Überforderung bisweilen Sterne und benötige auf der Ersatzbank ein Sauerstoffzelt. Danach kann ich jedes Mal tagelang nicht gehen, so arg plagt mich mein Muskelkater. Auch an Stellen, an denen man überhaupt keine Muskeln haben kann. Offensichtlich sind aber sogar meine Haare und meine Fingernägel übersäuert. 

Dennoch: Spätestens am Samstag, wenn erstmals wieder ansatzweise koordinierte Bewegungen möglich sind und ich weniger als zehn Minuten benötige, um mich schmerzfrei aus dem Bett zu rollen, beginnt die Vorfreude aufs nächste Match.

Es ist vielleicht Zeit, eine Frage öffentlich zu diskutieren, die mir meine Frau ob meiner lächerlichen Sportler-Existenz bisweilen stellt:  "Wie blöd kann man eigentlich sein?"

Herr Kofler schreibt regelmäßig Kolumnen für die WOCHE. Sie befassen sich mit den kleinen Dingen des Lebens und sind nicht ganz ernst gemeint. Oder doch?
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