07.02.2018, 15:17 Uhr

MIT VIDEO: WOCHE Wahldiskussion: Die Sager der Kandidaten!

Full House im Park-Cafe schon weit vor Beginn der Diskussion (Foto: woche/aw)

Großer Andrang bei Wahldiskussion. Die Kandidaten des Wahlkreis 3 standen Rede und Antwort. Hier lesen Sie einige Sager zu ausgewählten Themen.

VILLACH. Die Wahldiskussion der WOCHE in Villach war die erste von fünf in ganz Kärnten. Und das Interesse der Bevölkerung war enorm.
Hier haben wir einige Sager der Spitzenkandidaten aus dem Wahlkreis Villach/Villach Land zu den lokalen Themen. Auch die Kandidaten der Liste Fair, "Verantwortung Erde" und KPÖ kamen zu Wort. Ihre Aussagen sowie den ausführlichen Bericht mit weiteren heißen Themen (Stichwort Verbauuung Wörthersee-UferRauchverbot, GTI-Treffen und Erwartungen für den Wahlausgang) lesen Sie in der nächsten Ausgabe der WOCHE.


Zum Thema: "Sicherheit"

Brennpunkt Villacher Hauptbahnhof. Immer wieder kommt es zu Vorfällen. Die Polizeistation wurde jedoch vor Jahren geschlossen. Was kann die Politik tun?

Christian Poglitsch, ÖVP:
"Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der Bevölkerung. Wir stehen dahinter ."

Magdalena Vorauer, Grüne:

"Ich fahre täglich, auch nachts, mit dem Zug. Und ich habe mich noch nie unsicher gefühlt. Ich sehe kein Bedürfnis, das etwas gemacht werden muss."

Marina Koschat-Koreimann, Team Kärnten:
"Ich als Frau habe gerade am Hauptbahnhof schon ein mulmiges Gefühl. Mit Polizei würde ich mich besser fühlen."

Wolfgang Staude, Neos:
"Ich kann das persönlich nachvollziehen, denn ich kam auch schon in Situationen, in denen ich mich von Personen, die sich dort bewegten, bedroht fühlte. Doch es hilft nichts die Symptome zu bekämpfen. Wir müssen den Grund suchen."

Reinhart Rohr, SPÖ:
"Es hat immer eine Polizeistation gegeben. Und wir sollten wieder eine haben. Aber nur die Öffnung ist nicht genug, wenn uns die Einsatzkräfte fehlen. Wir müssen hier zusätzlich aufstocken."

Zum Thema  "Drogenproblematik"

Allein im letzten Jahr gab es 12 Drogentote in Kärnten. Hot-Spots sind Villach und Klagenfurt. Wie kann die Politik dem entgegenwirken?

Poglitsch, ÖVP:
"Wir müssen in die Schulen gehen und aufklären. (...) Die Wahrheit ist: Drogen zu verkaufen, ist versteckter Mord."

Vorauer, Grüne:
"Wir müssen in der Prävention ansetzen, was heißt, das Leben der Menschen so zu gestalten, dass sie keine Drogen nehmen müssen. (...) Strafe ohne Resozialisierung bringt nichts."

Koschat-Koreimann, Team Kärnten:
"Die neue psychiatrische Anstalt ist ganz wichtig. (...) Wir sind für härtere Strafen."

Stauder, Neos:
"Wir müssen in die Schulen, in die Bildung mit dem Thema gehen. (...) Strafen haben noch niemanden an der Ausführung gehindert."

Reinhart Rohr, SPÖ:

"Das beginnt schon bei den Zigaretten. Ich bin für ein Rauchverbot bis 18 Jahre und mehr Polizeipräsenz. (...) Wir müssen die Köpfe erwischen, nicht nur die kleinen Drogen-Dealer."

Dieringer-Granza, FPÖ:
"Hier sind 3 Ansätze wichtig. Wir müssen restriktiver werden. Und mehr Geld für Beratung und Behandlung in die Hand nehmen. (...) Strafen und Grenzkontrollen sind wichtig. Wie sind für strengere und schärfere Wege."

Zum Thema "Obdachlosenheim"

Ein Thema, das in Villach immer wieder hochkommt, besonders in den Wintermonaten. Warum hat eine Stadt wie Villach kein Obdachlosenheim?

Dieringer-Granza, FPÖ:
"Es gibt genügend Notschlafstellen. (...) Es gibt armutsgefährdete Familien. Man darf nicht schön reden, was nicht schön ist."

Poglitsch, ÖVP:
"Essen und Schlafen sind Grundrechte. Bei einem Budget von mehr als 200 Mio. Euro kann das wohl keine Rolle spielen. Wer sagt es gibt keine Obdachlosen, soll einmal nachts durch Villach gehen. Ich bin dafür."

Vorauer, Grüne:
"Wenn die Notstandshilfe gestrichen wird, stellt sich nicht mehr die Frage ob wir eines bauen, sondern wie groß wir dieses bauen. (...) Manchmal ist Obdachlosigkeit der letzte Ausweg."

Koschat-Koreimann, Team Kärnten:
"Wir sind dafür, dass Asylheime für Obdachlose geöffnet werden. Es ist ganz wichtig, die Gebäude, die ohnehin leer stehen, zu öffnen."

Stauder, Neos:
"Wir sollten jedes Einzelschicksal ernst nehmen. Budget? Es darf nicht an dieser Frage scheitern."

Zum Thema: "Ärztemangel in ländlichen Regionen"

Wir stehen unmittelbar vor einer Pensionierungswelle. Wird es künftig noch Landärzte geben? Was können wir tun?

Stauder, Neos:
"Erstversorgungszentren wäre eine Möglichkeit. Wir müssen die ländliche Region attraktiver gestalten für Junge."

Rohr, SPÖ:

"Es wird Pensionierungen geben. Die Situation wird kommen. Über was diskutiert werden muss, sind die Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium."

Dieringer-Granza, FPÖ:
"Wir haben in Kärnten die Hausaufgaben nicht gemacht. Wir brauchen auch die Ausbildung, eine medizinische Fakultät etwa. (...) Medizinstudenten wollen wieder zurück nach Kärnten, aber es müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden"

Poglitsch, ÖVP:
"Junge Ärzte haben kein Geld für eine eigene Praxis. Hier müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen, mit allen Akteuren gemeinsam. (...) Es kann nicht sein, dass ein Arzt im Krankenhaus gleich entlohnt wird wie ein Landarzt, der auch Samstags und Sonntags auf den Berg rauf fährt."   

Vorauer, Grüne:
"Sind wir ehrlich. Keiner will heutzutage noch Betdoktor werden. Sei es der mangelnde Ruhm oder das Geld. (...) Eine Vereinfachung der Hausapotheke kann die Gewinnspanne von Ärzten vergrößern. Auch Primary Health Care Center sind für ländliche Regionen eine Lösung."

Koschat-Koreimann, Team Kärnten:
"Wenn wir jede Infrastruktur in den Regionen verlieren, wie Schulen und Bildung, dann verlieren die Regionen auch den Reiz für Familien sich anzusiedeln. Dann wird es auch keine Ärzte mehr geben. Natürlich spielt auch die Bezahlung eine Rolle."

Mehr zur Landtagswahl 2018 in Kärnten: www.meinbezirk.at/ltw18ktn

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.