19.10.2016, 09:06 Uhr

Startenor mit zweiter Familie in Villach

Ein Hochzeitsfoto: Ilker und seine Frau Carmen (Foto: KK)

Ilker Arcayürek feiert Erfolge auf internationalen Bühnen, seine Familie zieht es jedoch nach Villach.

VILLACH (aju). Kürzlich erst errang Tenor Ilker Arcayürek Platz eins beim "internationalen Wettbewerb für Liedkunst" der Hugo Wolf Akademie in Stuttgart. Nach 29 Jahren war dies das erste Mal, dass dieser Preis an einen Österreicher ging. Trotz all der Erfolge jedoch, verschlug die Liebe ihn nach Villach.

Zweite Familie

"Mit Villach verbinde ich meine zweite Familie, meine Frau stammt nämlich von dort. Seit sieben Jahren bin ich fast jeden Sommer, sowie zu Ostern, Pfingsten und über Weihnachten in Kärnten", erklärt Arcyürek. Seit seiner Kindheit vertritt er Österreich auf internationalen Bühnen und bereiste als Knabensolist der Mozart Sängerknaben in jungen Jahren Asien, Südamerika und viele weitere Länder Europas. "Meine Ausbildung zum Tenor genoss ich in Wien, bis ich anschließend ins Internationale Opernstudio am Opernhaus Zürich kam", so Arcyürek. Das Opernstudio ist eine Ausbildungsstätte für werdende Opernsänger, die viel Wert auf Aufführungspraxis legt. Neben Unterricht und Coachings bekommt man Bühnenpraxis und wird mit kleineren und mittleren Partien langsam an die Bühne herangeführt.

Erste Engagements

Sein erstes Fest-Engagement bekam der Tenor anschließend am Stadttheater Klagenfurt. "In zwei Spielzeiten sang ich unter anderem Hauptrollen wie Tamino in 'Die Zauberflöte' oder Alfred in 'Die Fledermaus'. Es war ein Glücksfall, dass meine Lebenspartnerin Kärntnerin ist und ich in Kärnten am Stadttheater arbeitete", meint Arcyürek. So hat er es immer geschafft, Familie und Arbeit zu verbinden. Seit einem Jahr ist er nun glücklich mit der Villacherin Carmen Arcyürek-Köll verheiratet und seit damals, wie er sagt: "ein waschechter Teil einer Kärntner Großfamilie".

Höhen und Tiefen

Aber wie in jeder Karriere gibt es auch hier Momente des Erfolges und schwierigere Zeiten: "Das Schwierigste war, als mein Onkel und meine Schwiegermutter gestorben sind und ich trotz des schwerwiegenden Verlustes und all der Traurigkeit singen musste, dabei so tun als ob nichts wäre. Ja, das ist wohl das Schwierigste an meinem Beruf, bei privaten Problemen den Kopf abzuschalten und auf der Bühne einfach zu funktionieren", meint Arcyürek. Für die Zukunft sieht es für den Startenor jedoch sehr rosig aus. So wird im Herbst 2017 sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Auch hat er angefangen auf internationalen Bühnen zu singen wie am Teatro Real in Madrid, der Alten Oper in Frankfurt, der Wigmore Hall in London oder der Concertgebouw Amsterdam. Doch wo auch immer auf der Welt er seine Erfolge feiert, ein kleiner Teil wird immer in Villach sein: "Ich mag die Kärntner wegen ihrer sympathischen, ehrlichen und authentischen Art. Leider bin ich auch eine Naschkatze und bei jedem Besuch ist die Villacher Torte daher ein 'Muss'", meint Acyürek.
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