04.10.2016, 07:00 Uhr

Unwetter und Borkenkäfer: Noch nie gab es solche Schäden in Villachs Wäldern

Bezirksforstinspektor Peter Honsig-Erlenburg (Foto: Prantner)

Erstmals gibt es konkrete Zahlen: So viel Schaden haben die 2015er-Unwetter und die nachfolgenden Borkenkäfer im Raum Villach angerichtet.

VILLACH (kofi). Befürchtungen hegten Experten schon von Anfang an, jetzt gibt es ernüchternde Zahlen: Die schweren Unwetter im Sommer 2015 haben in den Bezirken Villach und Villach-Land zu Rekordschäden durch Borkenkäfer geführt.

Enorme Schäden
Während in "normalen" Jahren mit bis zu 10.000 Festmeter käferbedingtem Schadholz zu rechnen ist, waren es im Vorjahr mehr als 50.000 Festmeter. Und: Für heuer ist mit dem gleichen Wert zu rechnen, sagt Bezirksforstinspektor Peter Honsig-Erlenburg: "Es sind die höchsten Schäden seit Jahrzehnten." Was das in Geld bedeutet? Die Mehrschäden belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro, insgesamt haben die Borkenkäfer damit seit dem Juli des Vorjahres knapp drei Millionen Euro an Wert vernichtet.

Die Schadens-Ursachen

Als Hauptursache gelten die Unwetterschäden rund um den großen Hagel im Vorjahr. Doch dies ist nicht alles. Auch mangelhafte Waldhygiene machen es den gefürchteten Borkenkäfern leicht, sich zu vermehren. "Befallene Bäume werden nicht rechtzeitig entfernt", sagt Honsig-Erlenburg. Dies habe auch mit Rationalisierungsmaßnahmen in der Forstwirtschaft zu tun.

Fichten sterben aus

Zudem sind die großen Fichtenbestände in Villachs Wäldern für Borkenkäfer besonders anfällig. "Buchen und Eichen sind widerstandsfähiger", sagt Honsig-Erlenburg. Doch in der Vergangenheit wären eben sehr viele Fichten gepflanzt worden, dies räche sich nun. Honsig-Erlenburg: "Die Fichte ist, wenn man so will, ein Opfer des Klimawandels. Sie übersteht die stärker werdenden Unwetter und die Folgeschäden nicht."

Aufforstungs-Maßnahmen

Knapp 70 Hektar Wald seien seit den heftigen 2015er-Unwettern wieder aufgeforstet worden, Fichten würden sich darunter nicht mehr befinden. "Die Bezirksforstinspektion fördert ausschließlich die Aufforstung mit Laubholz-Mischbeständen", sagt Honsig-Erlenburg. Auf Dauer, glaubt der Waldexperte, werde die Fichte in unseren Breitengraden aus den Wäldern fast vollständig verschwinden.
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