28.09.2017, 11:19 Uhr

FP-Spitzenkandidat Linder: "Ein Mandat? Das wird schwierig"

Ist bereits seit 1985 in der Politik: Max Linder, Nationalratswahl-Spitzenkandidat der FPÖ im Wahlkreis Villach/Villach-Land (Foto: kk)

WOCHE-Serie über die regionalen Spitzenkandidaten zur Nationalratswahl. Diesmal: Afritz' Bürgermeister Max Linder, FPÖ.

AFRITZ (kofi). Er ist unbestritten der alte Fuchs unter den Spitzenkandidaten zur Nationalratswahl (15. Oktober) im Wahlkreis Villach/Villach-Land: Maximilian Linder, Bürgermeister von Afritz, tritt auch heuer wieder für die Freiheitlichen an.

Schwierige Rückkehr

Sollte er das Grundmandat schaffen, was nach seiner eigenen Einschätzung "sehr schwierig wird", wäre es für den 52-Jährigen eine Rückkehr. Bereits von 2008 bis 2013 saß Linder im Nationalrat in Wien. Es waren turbulente Jahre: Zunächst schaffte er ein Mandat für das BZÖ, dann war er kurzfristig fraktionslos, ehe er – mit anderen – in den Schoß der FPÖ zurückkehrte. "Ich war damals in den Ausschüssen für Tourismus, Landwirtschaft und Finanzen", sagt Linder: "In diesen Bereichen kenne ich mich aus, das lebe ich, dafür stehe ich."

Mure als Härtetest

Linder ist seit 1985 in der Politik, damals noch als Ersatzgemeinderat für Feld am See. Nach der Abtrennung der Gemeinde Afritz arbeitete er sich zum Bürgermeister hoch, mittlerweile bekleidet er dieses Amt seit 14 Jahren. 2015 kam für ihn und für viele Afritzer der Härtetest: Die schweren Vermurungen im Ortsteil Kraa ließen Linder über sich hinauswachsen, wochenlang kam er fast ohne Schlaf aus und stand bei der Katastrophe im Dauereinsatz. Sein Bekanntheitsgrad ist seither auch jenseits der Gemeindegrenzen enorm gestiegen. "Ich merke das bei meinen Auftritten im Wahlkampf", sagt er: "Man kennt mich. Mir war das davor gar nicht so bewusst."

Starke Veränderungen

Der Vater dreier Kinder (Sohn Roman ist bei der Freiheitlichen Jugend aktiv) ist nicht von der Politik abhängig. Zu Hause in Afritz gibt es eine Landwirtschaft und ein Gasthaus. "Meine Frau und mein Sohn führen die Geschäfte, ich helfe, wenn ich benötigt werde."
Was die Politik von heute von jener in den 1980er-Jahren unterscheidet? "In der Gemeindepolitik sind die Auflagen brutal geworden, man erstickt beinahe in Verwaltung", sagt Linder: "In der Bundespolitik ist der Zug zur Lösungsorientierung verloren gegangen. Man ergeht sich in Hickhack." Besser oder einfacher sei das Geschäft jedenfalls nicht geworden.     

Wahl-Infos

Die Nationalratswahl findet am 15. Oktober statt.
Die Spitzenkandidaten und -kandidatinnen im Wahlkreis Villach und Villach-Land werden von der WOCHE vorgestellt. Neben Max Linder (FPÖ) sind dies Irene Hochstetter-Lackner (SPÖ), Peter Weidinger (ÖVP), Ernest Schmid (Grüne) und Harald Fasser (NEOS).
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