04.10.2017, 08:30 Uhr

NR-Wahl: 'Oben ist die Luft zu männerdominiert'

Schätzt Chancen auf ein Mandat bei der Nationalratswahl als gut ein: SP-Spitzenkandidatin Irene Hochstetter-Lackner (Foto: KK)

Irene Hochstetter-Lackner (SPÖ) ist die einzige regionale Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl.

VILLACH (aju). Die gelernte Mechanikerin und Mutter zweier Kinder hat sich vor allem die Themen Gerechtigkeit, leistbares Wohnen und Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf ihre Fahne geheftet.

Drei Themen

Hochstetter-Lackner ist im Wahlkreis Villach die einzige weibliche Spitzenkandidatin und will sich vor allem der Ungerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt widmen. "Durch meine tägliche Arbeit als Leiterin der Arbeiterkammer Villach sehe ich, was die Menschen bewegt", sagt sie. Zudem kenne sie aus eigener Erfahrung die Probleme, die auf berufstätige Mütter zukommen. "Ich muss täglich den Spagat zwischen Familie und Beruf schaffen und bin deshalb der Meinung, dass Ferienbetreuung, Kindergartenplätze und Nachmittagsbetreuung nicht auf Kosten der Eltern finanziert werden sollten", sagt sie.

Gute Chancen

Ihre Chancen, in den Nationalrat einzuziehen, schätzt sie recht hoch ein. "Sollte nicht ein gravierender Umbruch passieren, sehe ich mein Amt im Nationalrat schon als realistisch an", sagt Hochstetter-Lackner. Unterstützung bei der Entscheidung, zu kandidieren, erhielt sie vor allem von ihrem Mann. "Ich wollte zuerst nicht antreten, aber mein Mann hat mich bestärkt. Vor allem für mich als Frau und Mutter ist es wichtig, dass der Mann die Entscheidung mitträgt. Sonst lässt sich ein Halbtags-Job, das Amt im Nationalrat und Familie nicht vereinbaren", sagt sie.

Männerdomäne

In der Politik selbst ist ihr "die Luft oben oft zu männerdominiert". Aber durch ihre Lehre als Mechanikerin bei der ÖBB habe sie gelernt, sich als Frau durchzusetzen und weiß, wie es ist, in einer Männerdomäne zu arbeiten. Gezeigt habe sie das auch schon oft im Villacher Gemeinderat. "Wenn mir Sachen, auch innerhalb der Partei, nicht passen, dann bringe ich mich ein. Ich bin damit auch schon auf die Nase gefallen. Es scheint im Moment sehr modern zu sein, keine Meinung zu haben. Das ist allerdings nicht meins", sagt Hochstetter-Lackner.

Zur Person

Name: Irene Hofstetter-Lackner
Werdegang: Lehre zur Mechanikern bei der ÖBB, danach Mitarbeit bei der Gewerkschaftsjugend, Anstellung bei der Gewerkschaft in Klagenfurt, danach Wechsel zur Arbeiterkammer nach Villach,
Alter: 44 Jahre
Familie: Verheiratet, zwei Töchter (vier und neun Jahre alt)

Villachs Kandidaten

Wahlen. Am 15. Oktober finden in Österreich vorgezogene Wahlen zum Nationalrat statt. Sie wurden nötig, da die Regierung (SPÖ und ÖVP) nicht mehr zusammenarbeiten kann oder will.

Im Wahlkreis Villach
treten an:
SPÖ: Irene Hochstetter-Lackner, Karl Zussner, Christine Muttonen, Michael Nocnik, Elke Kreuzer-Burger
ÖVP: Peter Weidinger, Michaela Baumgartner, Sandro de Roja, Angelika Premur, Bertram Mayrbrugger
FPÖ: Maxmillian Linder, Wendelin Mölzer, Gerald Ebner, Elisabeth Dieringer-Granza, Günter Burger
Grüne: Ernest Schmid, Franziska Buttazoni, Karin Herkner, Susanne Zimmermann, Kurt Greibl
Neos: Harald Fasser, Wolfgang Stauder, Gabriele Zinnauer, Karin Doberauer, Anton Pruntsch

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