22.05.2017, 12:47 Uhr

SP-Slug verliert nach Facebook-Affäre seine Partei-Funktion

Tritt als stellvertretender Klubobmann der SPÖ zurück: Christopher Slug (Foto: kk)

Der stellvertretende Klubobmann der Villacher SPÖ hatte unter falschem Namen im Internet Parteikollegen attackiert. Nun muss er seine Funktion zurücklegen – und leistet Sozialdienst als Wiedergutmachtung.

VILLACH (kofi). Christopher Slug, Chef der Villacher "Sozialistischen Junge Generation" (SJG), muss seine Funktion als stellvertretender Klubobmann der SPÖ zurücklegen. Dies ist die Konsequenz aus einer hochnotpeinlichen Affäre: Nur ein dreiviertel Jahr, nachdem Stadtrat Andreas Sucher wegen Internetpostings unter falschem Namen zurücktreten musste, war am Wochenende auch Slug überführt worden. Er hat unter dem Pseudonym "Petra Inninger" auf Facebook sein Unwesen getrieben. Unter anderem hat er Parteikollegen Richard Pfeiler verunglimpft. Pfeiler spricht von "Skandal" und möglicherweise strafrechtlich relevantem Vorgehen.

Skurrile Entschuldigung

Slugs Entschuldigung mutet skurril an: Er habe auf Facebook aus Versehen unter einem Account gepostet, der nicht ihm persönlich gehöre, sondern der SJG. Man habe mit dem Fake-Account auf "rechten Internet-Portalen" gepostet. Dass er damit nun Pfeiler angegriffen habe, sei ein Irrtum gewesen.

Ehrenerklärung

Bemerkenswert ist der Vorfall auch deshalb, weil Bürgermeister Günther Albel nach der Affäre Sucher gesagt hat, dass seine Parteikollegen einen Ehrenerklärung unterschreiben werden, künftig nur noch unter dem richtigen Namen im Internet aktiv zu sein.

Freiwilliger Sozialdienst

Slug wird nicht nur seine Funktion in der Partei verlieren, er wird auch – auf eigenen Wunsch – Sozialdienst leisten und eine Entschuldigung für sein Verhalten auf Facebook stellen. Parteichef Günther Albel bedauert die Entwicklung: "Eigentlich haben wir einen jungen Mann kürzlich mit viel Verantwortung ausgestattet, nämlich zum stellvertretenden Klubobmann der SPÖ gemacht, weil ich der Meinung bin, dass gerade junge Menschen die in die Politik gehen, um Verantwortung zu übernehmen, Chancen brauchen, um sich zu beweisen." Manchmal könne dies aber auch zu früh sein, wie in diesem Fall, sagt Albel.
Es ist dies der zweite Vorfall, der binnen weniger Tage zu Konsequenzen im SPÖ-Klub geführt hat. Gerade erst haben Harald Geissler und Klub-Geschäftsführerin Ines Wutti ihre Mandate zurückgelegt (lesen Sie hier).
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