04.06.2017, 17:18 Uhr

Die Zerstörung des Waldes

Es sind nicht der Saure Regen, der Borkenkäfer oder der Klimawandel, die aus dem wald ein lebensfeindliches Gebiet machen. Dafür sorgt die Bewirtschaftung durch die Forstverwaltung im Sinne eines kapitalistischen, extremen Gewinnstrebens ohne Rücksicht auf die Natur.

Man schwärmt von den zahllosen Verwendungsmöglichkeiten des Holzes. Man ist stolz auf die Sägewerke, mit bis zu 500 Mitarbeitern und darauf, wie sehr man als Mitglied eines internationalen Grosskonzerns, der Holz vermarktet, beliebt ist. Dabei spielt die Erhaltung des Holzpreises gegenüber konkurrierenden Ländern (ein komplexes Verhalten) eine Rolle am Weltmarkt. Eine Unmenge Holzes aus unseren Wäldern wird exportiert. Man steht weltweit als Exportland für die Holzindustrie an siebenter Stelle und bei Schnittholz ist man Achter. Wer so in den Wäldern wütet, dessen Fachwissen ist auch bei Gleichgesinnten gefragt. Der geniale Werkstoff Holz sorgt dafür, dass die Holzindustrie in unserem Land ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist. Nicht zuletzt auch, weil man es als Brennholz und Hackschnitzel verkauft und damit das vom Baum gebundene CO2 wieder in die Atmosphäre entlässt. Man verweist auf eine effiziente Ernte des Holzes mittels spezialisierter Maschinen, die allerdings dem Waldboden nicht gut tun. Man bedauert , dass nur 70% des nachwachsenden Gehölzes genutzt werden darf. Es wird ständig das Modewort "nachhaltig" verwendet, ohne wie alle nicht zu wissen, was es bedeutet. Daher weiß man gar nicht, dass man lügt. Nachhaltig ist: für lange Zeit stark auswirkend, nur in dem Maße, wie es die Natur verträgt.

Die Züchtung kerzengerader Bäume ohne Äste, bis hinauf zu einer kleinen Krone aus Nadeln, wird gelobt. Dadurch stören keine Äste die Holzstruktur. Der Wald ist eine künstliche Nadelholz-Monokultur mit Arten, die sich inzwischen auf Grund des Klimawandels in den Niederungen nicht mehr wohlfühlen. Sie werden auch für den Borkenkäfer anfälliger. All dieses Beschriebene macht aus unseren Wäldern Nekropolen.

Inzwischen treten verantwortungsvolle Idealisten auf den Plan, die die Forste sich selbst überlassen. Bäume werden nicht geschlägert und verhöckert. Der Baum fällt, wenn es Zeit für ihn ist, einfach um und bleibt liegen. Er vermodert, setzt Moos und Schwämme an und wird zum Unterschlupf für Nager, Reptilien, Würmer, Insekten und vieles mehr. Nicht zuletzt ist er auch Dünger. Die Verästelung der in alle Richtungen ausladender Laubbäume mit Astgabeln, Löchern und Spalten wird von Vögeln verschiedenster Arten sehr geschätzt. Diese privaten Wälder sind genau so, wie es die Natur verlangt. Allerdings haben sie einen großen Nachteil, sie bringen kein Geld.
0
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.