01.07.2015, 08:00 Uhr

Diese Dirndkleider sind halbe Afrikaner

Jedes Dirndl ein Einzelstück (und wir meinen in diesem Fall auch die Kleidungsstücke!) (Foto: Klaus Pribernig)

Stoffe aus Tansania, Verarbeitung in Kärnten: Stefanie Kaiser und Martina Ressmann eröffnen für ihre "Afrika Dirndln" ein Geschäft in Villach.

VILLACH (kofi). In der boomenden Branche der Trachten-Produzenten eine Marktlücke zu finden, ist schwer genug. Villacher scheinen dafür ein besonders Gespür zu haben, man denke an Thomas Rettls Karo-Linie und Daniel Derlers Pleamle-Kollektionen.

Tansania-Dirndl

Auch Martina Ressmann (34) aus Ossiach und Stefanie Kaiser (32) aus Villach könnte Ähnliches gelingen. Diesen Donnerstag eröffnen sie in der Köll-Passage am Hauptplatz eine sogenannte Pop-up-Boutique. Bis Mitte August wird man dort Dirndlkleider kaufen können, die einzigartig sind. Und das nicht nur, weil jedes Kleid ein Unikat ist. Stoffe und Muster stammen aus Tansania in Afrika. Zusammengesetzt werden die Kleider von Stefanie Kaiser, einer gelernten Schneiderin, die Marke nennt sich folgerichtig „Afrika Dirndl“.

Erfolg bei Fashion Show

Auf die Idee, das Beste aus zwei Kontinenten zu einem Produkt zu fusionieren, kam Martina Ressmann vor zwei Jahren. Da war sie als Entwicklungshelferin in Tansania tätig. „Ich habe in jener Zeit so wunderbare Baumwollstoffe und Muster kennengelernt, dass mir klar war: Daraus kann man etwas Einzigartiges machen.“ Die Damen gründeten eine Firma, fertigten rund um die Uhr Kleider und nahmen 2014 an der „Africa Fashion Show“ teil.

Der Erfolg? „Überwältigend“, erinnert sich Ressmann: „Wir erhielten Standing Ovations.“ Via Facebook wuchs in der Folge der Bekanntheitsgrad der Marke kontinuierlich, mittlerweile können sich die Jungunternehmerinnen vor Anfragen kaum noch retten.

Karitativer Aspekt

Im Villacher Shop werden Dirndln, Unterröcke, Stolas und Herren-Gilets angeboten. Wer kauft, ist karitativ tätig, denn einen Teil der Einnahmen spenden Ressmann und Kaiser für ein Ausbildungsprogramm in Tansania, das „Art against Poverty“, also „Kunst gegen Armut“ heißt.
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