Protest
1.500 Teilnehmer bei Corona-Demo

Aufgeheizte Stimmung herrschte vergangenen Freitag am Stadtplatz Vöcklabruck, als Impfgegner auf die Straße gingen.
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Am Freitag liefen die Kinderimpfungen an. Am Abend fand eine große Demonstration am Stadtplatz statt.

VÖCKLABRUCK. "Hände weg von meinen Kindern", "Wir sind keine Versuchtstiere", "Kein Impfzwang": Diese und andere Slogans gegen die geplante Impfpflicht waren bei der Demonstration vergangenen Freitag in Vöcklabruck auf Plakaten zu lesen. 1.500 Menschen nahmen an der Veranstaltung, zu der die Freiheitliche Jugend OÖ aufgerufen hatte, teil.
"Wir setzen ein Zeichen gegen Lockdown-Politik und Impfzwang", meinte der freiheitliche Landesjugendobmann Silvio Hemmelmayr, der zu Beginn eine Rede schwang. Die FP-Nationalratsabgeordnete Susanne Fürst aus Linz sprach vom "Unrechtsregime, das sich etabliert".

Judenstern auf Maske

Die Stimmung war nach den Reden aufgeheizt. Zu dem Lied "Österreich, zeig dein Gesicht" startete dann der Marsch vom Stadtplatz durchs Zentrum. Zwischenfälle gab es keine, nur ein paar bengalische Feuer. "Die Demonstration ist friedlich verlaufen", bestätigt Michael Babl, Pressesprecher der Landespolizeidirektion OÖ. Nur drei Personen wurden angezeigt: Einer wegen Ordnungsstörung, eine Person reiste im Bus ohne Maske an und eine weitere hatte einen Judenstern auf die Maske gemalt. Letzteres gab die Polizei an die zuständige Staatsanwaltschaft weiter.

Andrang auf Kinderimpfung

Während die einen am Abend demonstrierten, waren andere froh, dass die Kinderimpfungen gegen Corona vergangenen Freitag offiziell starteten. Mehr als 300 Kinder wurden an diesem Tag im Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck geimpft. Die beiden Kinderärzte Primar Dieter Furthner und Tilman Königswieser, der Ärztlicher Direktor des Klinikums ist, ließen es sich nicht nehmen, selbst zu impfen. "Die Kinder haben die Impfung gut vertragen", so das Resümee. Das Salzkammergut Klinikum biete schon länger Impfungen für Kinder an, erklärt Königswieser. Für Kinder mit chronischen Erkrankungen und Allergien gibt es das Angebot weiterhin. Alle anderen sollen den Stich künftig bei niedergelassenen Ärzten sowie in Kinderimpfstraßen außerhalb des Krankenhauses bekommen.
Durch die hochinfektiöse Variante werden jetzt insbesondere Kinder angesteckt, so Königswieser. "Knapp jedes 1.000 infizierte Kind erkrankt so schwer, dass es auch Krankenhausbehandlung benötigten kann." Die Impfung – die in der USA bereits mehr als drei Millionen Kinder bekamen – schütze gerade die Kleinen sehr gut. Weitere Vorteile: "Geimpfte Kinder haben mehr Sozialkontakte, da ja die Isolierungsregeln auch für Kinder gelten. Und geimpfte Kinder schützen auch Ihre Eltern und Großeltern."

23 Erkrankte auf Intensiv

Die Situation im Salzkammergut Klinikum ist weiter angespannt. 125 Covid-Erkrankte werden an den drei Standorten behandelt, davon 23 in den beiden höchsten Intensivkategorien (Stand Dienstag). "Ohne Erweiterung hätten wir derzeit keine Kapazitäten für Intensivpatientinnen und Patienten mit anderen Erkrankungen", erklärt der Ärztliche Direktor. Aktuell können nur sechs von 18 Operationssälen betrieben werden. "Das Personal wird benötigt, die zahlreichen Covid-Erkrankten zu betreuen".

Zur Sache

Mit der erfolgten Zulassung des Corona-Impfstoffs für Kinder unter 12 Jahren durch die Europäische Arzneimittelbehörde sowie der nun vorliegenden Empfehlung des Nationalen Impfgremiums baut Oberösterreich das Impfangebot für Kinder ab dieser Woche weiter aus.
An speziellen Tagen werden eigene Kinderimpfstraßen eingerichtet. Dort ist ausreichend Zeit für Beratung und für die Beantwortung von Fragen der Eltern und der Kinder sichergestellt.
Die nächste Kinderimpfstraße im Bezirk Vöcklabruck mit freien Terminen gibt es am Samstag, 11. Dezember, in der Varena.
Zudem bieten auch die niedergelassenen HausärztInnen sowie die KinderärztInnen die Corona-Schutzimpfung für Kinder in ihren Ordinationen an.

Terminbuchung für die Kinderimpfstraße: ooe-impft.at

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