Jugendschutz
"Beim Jugendschutz muss man Fingerspitzengefühl beweisen"

Bei Festen, wie hier der Mostkost in Niederthalheim, steht der Spaß im Vordergrund. Am Nachhauseweg sollte man sich den Anwohnern zuliebe aber gesittet verhalten.
  • Bei Festen, wie hier der Mostkost in Niederthalheim, steht der Spaß im Vordergrund. Am Nachhauseweg sollte man sich den Anwohnern zuliebe aber gesittet verhalten.
  • Foto: Helmut Klein
  • hochgeladen von Matthias Staudinger

Die Polizei stellt der Jugend im Bezirk ein gutes Zeugnis aus. Schwarze Schafe gibt es aber überall.

BEZIRK VÖCKLABRUCK(ms). Die kalte Jahreszeit geht zu Ende. Mit den wärmeren Temperaturen und den anstehenden Schulferien finden auch wieder Outdoor-Partys und Feste statt. "Der Jugendschutz läuft im Bezirk Vöcklabruck sehr gut. Mit den Jugendlichen haben wir keine großen Probleme", erklärt Kurt Mayrhofer, Einsatzreferent am Bezirkspolizeikommando Vöcklabruck.
Damit das auch so bleibt, schadet es nicht, sich die Jugendschutzbestimmungen noch einmal genauer anzusehen. Schließlich gab es heuer auch eine kleine Änderung: "Mit 1. Februar 2019 wurde das Schutzalter beim Tabakkonsum von 16 auf 18 Jahre erhöht, dies betrifft auch Wasserpfeifen und E-Zigaretten", so der Polizist. Somit ist jetzt auch der Eintritt in die sogenannten Shisha-Bars nur Volljährigen erlaubt. "Beim Thema Jugendschutz muss man Fingerspitzengefühl beweisen", weiß Mayrhofer.

Auf Anrainer achten

Vor allem am Hin- oder Nachhauseweg sorgen laute und unachtsame Partygäste oftmals für genervte Anrainer. In solchen Momenten versuchen die Beamten die Situation zu deeskalieren. "Wir versuchen immer menschlich zu bleiben. Meistens reicht ein Gespräch oder eine Abmahnung aus, um die Situation wieder zu beruhigen." Laut Polizei gibt es in fast allen Orten mit einer lebendigen Nachtleben-Szene auch Beschwerden wegen Lärmbelästigung oder weggeworfener Gegenstände wie Flaschen oder Gläser. Mayrhofer richtet daher einen Appell an die Jugend: "Verhaltet euch auf der Straße normal und lasst die Getränke im Lokal stehen. Wenn ihr eine Party zuhause habt, sprecht dies vorher mit dem Nachbarn ab. Alleine durch ein vernünftiges Gespräch können schon viele Probleme aus der Welt geschafft werden." Leider gibt es aber immer wieder Personen, die nicht mit sich reden lassen. Im Ernstfall kann die Verletzung der Jugendschutzbestimmungen zu einer Geldstrafe bis 300 Euro führen oder die Jugendlichen werden zu sozialen Leistungen verpflichtet.

70.000 Armbänder ausgegeben

Kommt es zu so einer Übertretung, führt der Jugendservice eine Aussprache mit den Betroffenen. "Unsere Aufgabe ist es, in diesen Gesprächen das Delikt zu reflektieren und alternative Handlungsweisen zu erarbeiten. Weiters informieren wir durch Workshops an Schulen über das Jugendschutzgesetz, wie aktuell über das Thema Rauchen", so Ulrike Hellweger vom Jugendservice Vöcklabruck. Auch Veranstalter von Festen arbeiten mit dem Jugendservice zusammen und holen sich beispielsweise die bekannten Armbänder in verschiedenen Farben, um den Alkoholausschank zu erleichtern: "Wir bieten ein Servicepaket für Veranstalter. 2018 wurde es im Bezirk 67 Mal in Anspruch genommen und wir haben rund 70.000 Armbänder an Jugendliche ausgegeben", erzählt Hellweger abschließend.

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