Coronawiderstand
Demo in Vöcklabruck lockte 1.500 Teilnehmer an

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Der "Corona-Spaziergang" führte über den Vöcklabrucker Stadtplatz. Die Veranstaltung verlief friedlich.

VÖCKLABRUCK (csw). Maskenpflicht in der Schule, Besuchsbeschränkungen im Altenheim, Impfskepsis oder generell Unzufriedenheit mit der Regierung: Die Gründe, warum die Menschen vergangenen Freitag bei der nicht angemeldeten Versammlung am Stadtplatz Vöcklabruck teilnahmen, waren unterschiedlich. Dies spiegelte sich auch bei den Teilnehmern wider: Rechte, Coronaleugner, Linke, Alternative und Familien mit Kindern schrien gemeinsam "Friede, Freiheit, keine Diktatur!" und "Kurz muss weg!". Angeführt wurde der Zug von Elias Mühlbauer aus Vöcklabruck und Daniel Dragomir (Christliche Partei Österreichs) mit dem Megaphon. 1.500 Menschen gingen nach Schätzung der Polizei bei dem "Spaziergang" mit – so viele wie nirgendwo sonst in den vergangenen Wochen. Sie hatten Kerzen, Fackeln und vereinzelt Plakate mit, die Stimmung blieb friedlich.
Die Polizei, die mit 51 Beamten vor Ort war, hatte dennoch viel Arbeit: Da die meisten Teilnehmer keinen Mund-Nasen-Schutz trugen und häufig der Abstand nicht eingehalten wurde, gab es 68 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Covid-19-Bestimmungen.

Vier Festnahmen

Zwei Personen, die mit der Organisation zu tun hatten, wurden nach dem Versammlungsgesetz angezeigt, wie Bezirkshauptmann Johannes Beer bestätigt. Mühlbauer betont auf die Nachfrage der Bezirksrundschau: "Ich war nicht der Veranstalter." Ebensowenig Dragomir. Zwei Anzeigen wurden nach dem Kraftfahrgesetz und eine wegen aggressiven Verhaltens erstattet.
Vier Personen wurden kurzfristig festgenommen, wie Einsatzleiter Kurt Mayrhofer vom Bezirkspolizeikommando erklärt. Eine wegen aggressiven Verhaltens, drei zur Identitätsfeststellung. "Sie wollten ihre Identität nicht gleich preisgeben, erklärt Mayrhofer. Nach ein paar Minuten hätten sie dann doch einen Ausweis vorgelegt. Vöcklabrucks Bürgermeisterin Elisabeth Kölblinger bedankt sich in einem Statement bei der Polizei und der Bezirkshauptmannschaft für ihren Einsatz. Ihr sei bewusst, dass die Corona-Maßnahmen viele ermüden, so Kölblinger. "Ich bedanke mich bei allen, die sich zum Schutz der Gesamtbevölkerung an diese Maßnahmen halten und bei allen, die im Gesundheitssystem arbeiten."

Kleine Gegendemo

Ein Arzt und eine Krankenschwester unterstützten spontan die kleine Gegendemonstration, die vier junge Männer aus Timelkam und Umgebung am Stadtplatz hielten. Sie hielten ein Transparent mit dem Schriftzug "Wegen Menschen wie euch sterben vernünftige Menschen" und lösten damit so manche Diskussion aus.

Nächste Demo am Freitag

Um 21.15 Uhr löste sich die Veranstaltung nach 75 Minuten auf. Der nächste "Spaziergang" in Vöcklabruck ist für 15. Jänner geplant. Er wurde von einem Frankenburger als Demonstration für Freiheit und Grundrechte bei der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck angemeldet – als Veranstaltung mit 50 Personen am Stadtplatz. "Meinungsfreiheit ist ein wesentliches Grundrecht", so der Bezirkshauptmann. Die Veranstaltung werde daher nicht untersagt. "Wir werden sie aber gut betreuen."

Zur Sache

Die Corona-Spaziergänge, die aktuell in ganz Österreich stattfinden, werden auf der Seite coronawiderstand.org angekündigt.
Dahinter steht Martin Rutter. Der 38-Jährige war von 2013 bis 2018 Abgeordneter des Kärntner Landtags (Team Stronach). Bei der Nationalratswahl 2019 trat er als Spitzenkandidat des BZÖ in Kärnten an. Derzeit ist er als politischer Aktivist ohne klar deklarierte Parteizugehörigkeit tätig.
Auf der Homepage will Rutter Menschen in den Bundesländern vernetzen und Spenden für den Corona-Widerstand sammeln. Seine persönliche Facebook-Seite bezeichnet der Systemkritiker als "Satire-Seite" – aus rechtlichen Gründen, wie er selber schreibt.
Rutter ruft zu einem "Megamarsch der Ungehorsamen" am Samstag, 16. Jänner, in Wien auf. Die Kundgebung am Heldenplatz wurde von der Polizei nach dem Versammlungsgesetz untersagt.

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