Polizei sucht Zeugen
Frau übergibt Gold im Wert von rund einer Million Euro
- Die Frau erhielt zahlreiche Anrufe – sowohl auf ihrem Festnetz als auch auf ihrem Mobiltelefon.
- Foto: Smarterpix/Fr@nk
- hochgeladen von Hannah Hingsamer
Ein dreister Betrugsversuch endete für eine 70-jährige Frau aus Vöcklabruck teuer: Sie übergab Telefonbetrügern acht Kilogramm Gold, nachdem diese sie mit einer erfundenen Notlage ihres Sohnes unter Druck setzten. Die Polizei bittet um Hinweise, damit die Täter gefasst werden können.
VÖCKLABRUCK. „Ihr Sohn hat in Wien einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Kind gestorben ist.“ Mit dieser erschütternden Nachricht begann für eine 70-jährige Frau aus Vöcklabruck ein Albtraum. Am Dienstag, dem 24. März, meldete sich ein angeblicher Polizist über das Festnetztelefon bei der Seniorin. Er behauptete, ihr Sohn sei in einen Verkehrsunfall verwickelt, habe das Kind eines Diplomaten getötet und eine deutsche Touristin schwer verletzt. „Sie sagten ihr, er sei vorläufig in Verwahrung und eine Kaution sei erforderlich“, erklärt Gerald Sakoparnig, Leiter der Betrugsabteilung der Landespolizeidirektion Oberösterreich, gegenüber MeinBezirk.
Psychoterror am Telefon
Die Anrufe am Festnetz sowie am Mobiltelefon hörten nicht auf. Bald meldeten sich weitere Stimmen, die sich als Staatsanwalt und Richter ausgaben. Die Frau sei bestrebt gewesen, zu helfen. „Wir gehen davon aus, dass sie selbst das Gold erwähnte“, so Sakoparnig. Die Betrüger erzählten ihr, die Kaution betrage zwischen 350.000 und 400.000 Euro, oder in ihrem Fall acht Kilogramm Gold. In Wirklichkeit war das Gold jedoch rund eine Million Euro wert.
Die 70-Jährige ging daraufhin zur Bank, holte ihr gesamtes Gold aus dem Schließfach und übergab den blauen Wanderrucksack der Marke Deuter einem angeblichen Mitarbeiter des Bezirksgerichts. Erst als sie den tatsächlichen Wert ihres Goldes überprüfte, wurde ihr klar, dass etwas nicht stimmte. Danach erstattete sie Anzeige.
Warnung der Polizei
Sakoparnig warnt: „Die Polizei verlangt keine Kautionen. Auch andere angebliche Notfälle am Telefon, etwa die Aufforderung, teure Medikamente zu bezahlen, dienen oft nur dazu, Menschen zu betrügen. Wir alle sollten uns gegenseitig schützen und einander informieren, um mögliche Gefahren zu minimieren.“
Zeugenaufruf
Da davon ausgegangen wird, dass die Frau von den Tätern beobachtet wurde, bittet die Polizei um Hinweise aus folgenden Bereichen: Raiffeisenbank Vöcklabruck, die Salzburger Straße 1, die Ferdinand-Öttl-Straße und das Umfeld des alten Krankenhauses.
Der mutmaßliche Täter sei ein ausländischer Mann, etwa 165 Zentimeter groß, schlank und dunkelhaarig.
Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Vöcklabruck unter Tel. 059133/4160-0. Jede Wahrnehmung kann für die Ermittlungen entscheidend sein.
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