Gedenkfeier zum blutigen 14. Februar 1934 in Holzleithen

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Jedes Jahr gedenkt die Bezirks- und Gemeinde- SPÖ Ottnang am Hausruck an die Opfer des blutigen Aufstandes 1934 in Holzleithen.
Am 10. Februar Freitagabend konnte der Vizebürgermeister der Marktgemeinde Ottnang am Hausruck Philipp Slezina zahlreiche Funktionäre der Bezirks- und Landes- SPÖ, allen voran die 3.Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer, den Landtagsabgeordneten Hermann Krenn sowie den Bezirksvorstand Bgm. Peter Groiß begrüssen. Unisono wurde betont, dass ein solches schreckliches Ereignis nie wieder passieren darf und es wurde der Besorgnis Ausdruck verliehen, dass eine Verschärfung des Demonstrationsgesetzes durch die Regierung der falsche Weg ist, um ein solches tragisches Ereignis in Zukunft zu verhindern.
Vertreten waren auch viele Bürgermeister und Bürgermeisterinnen von Nachbargemeinden und auch die Bewohner von Holzleithen und Umgebung kamen zahlreich zu dieser jährlichen Gedenkveranstaltung.
Die Bergknappenkapelle Holzleithen/Hausruckedt sorgte für die musikalische Umrahmung der würdigen Gedenkfeier.

Anschliessend lud die Orts SPÖ zu einem gemütlichem Zusammensein ins Arbeiterheim.

Beim ehemaligen Arbeiterheim auf dem Gedenkstein erinnert eine Tafel an die getöteten Schutzbundmitglieder: „Wir starben für Freiheit und Recht“, steht auf der Tafel, auf der die Namen aufgelistet sind : Karl Groiss, Karl Fellinger, Franz Holzinger, Andreas Kropatschek, Johann Lobmaier, Josef Reisenberger, Josef Schmied, Josef Skrabal, Anton Zarabnicky, Josef Zeilinger.

In den Geschichtsbüchern ist zu lesen : 1934 kam es in Holzleithen zu einem traurigen Ereignis.
Österreich am Rande eines Bürgerkriegs, Österreicher schiessen auf Österreicher.

Ein Auszug aus den Chroniken :
Nachdem es bereits am 12.Februar 1934 am Morgen in Linz und Wien zu tödlichen Auseinandersetzungen zwischen dem inzwischen verbotenen sozialdemokratische Schutzbund und dem Militär, Polizei und Heimwehr kam, versammelten sich die Schutzbundgruppen auch im Arbeiterheim Holzleithen. Bei Schiessereien vorerst in Thomasroith und dann beim besetzten Eisenbahntunnel zwischen Eberschwang und Holzleithen wurden drei Schutzbündler, unter ihnen ihr Führer Josef Skrabal, getötet. Am 13. Februar rückte dann das Militär gegen Holzleithen vor. Der Schutzbund räumte das Arbeiterheim und zog sich zur Redl-Alm bei Wassenbrunn zurück.
Zum Zeichen der Kapitulation wurden weiße Tücher aus den Fenstern gehängt. Als die Soldaten daraufhin ungeschützt auf das Arbeiterheim zugingen, wurde aus einem Hinterhalt das Feuer eröffnet und es kamen vier Bundesheerangehörige zu Tode. Daraufhin stürmte das Militär das Arbeiterheim, in dem sich allerdings nur noch Frauen und Sanitäter aufhielten. Sechs Männer wurden auf Befehl des stellvertretenden Bezirkshauptmannes auf die Saalbühne gestellt und standrechtlich erschossen. Vier Schutzbündler starben dabei und zwei wurden schwer verletzt. Die Schutzbündler wurden von Ferdinand Fageth angeführt, der aber mit seinen Leuten nach dem Überfall flüchtete .
Am nächsten Tag, dem 14. Februar1934 war der bewaffnete Widerstand im Hausruck-Kohlerevier beendet.

Bleibt zu hoffen , dass es durch übertriebenen politischen Fanatismus und zunehmender Intoleranz gegenüber Andersdenkenden nie wieder zu ähnlichen traurigen Vorfällen kommt.

Dieses dramische Ereignis wurde auch vor ein paar Jahren vom Hausrucktheater in Kohlgrube unter dem Titel, Hunt oder der totale Februar eindrucksvoll inszeniert unter Mitwirkung von Autor Franzobel und Hauptdarsteller Karl Markovics und mit den vielen Laiendarstellern konnten sie sich auch über einen Nestroypreis freuen.

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