Gemeinden stehen zu ihren Bädern

Das "Apumare" in Attnang-Puchheim ist mit 12.000 Quadratmetern Liegefläche das größte Freibad im Bezirk.
  • Das "Apumare" in Attnang-Puchheim ist mit 12.000 Quadratmetern Liegefläche das größte Freibad im Bezirk.
  • Foto: Stadtgemeinde
  • hochgeladen von Alfred Jungwirth

BEZIRK (ju). Mehr Wirtschaftlichkeit in Errichtung und Betrieb fordert Landesrat Max Hiegelsberger im kürzlich vorgestellten Bäderinvestitionsprogramm des Landes. Um Fördergeld für Sanierungen von Freibädern zu bekommen, müssen die Gemeinden künftig einen Kostendeckungsgrad von mindestens 50 Prozent vorweisen. Bis 2021 soll die 50-Prozent-Marke erreicht werden. Parallel dazu hat das Land die Mittel für die Sanierung auf 6,5 Millionen Euro pro Jahr erhöht. "Das ist quasi eine Verdreifachung des bisherigen Budgets", betont Hiegelsberger. "Das kann sich nicht ausgehen", sagt Schwanenstadts Bürgermeister Karl Staudinger (ÖVP). Im Erlebnisbad der Stadt könne man derzeit 23 bis 25 Prozent der Kosten decken. "Wenn alles optimal läuft, sind es vielleicht 30 Prozent." Staudinger, der auch Bürgermeistersprecher des Bezirkes Vöcklabruck ist, sieht schwierige Zeiten auf die Bäder zukommen. "Wenn das so umgesetzt wird, müssen viele Gemeinden mehr aus dem laufenden Haushalt finanzieren oder die Bäder zusperren."

Individuell bewerten

"Grundsätzlich halte ich diese Vorgangsweise für keine gute. Man muss die einzelnen Bäder individuell bewerten", sagt Bürgermeister Herbert Brunsteiner (ÖVP). Im Vöcklabrucker Parkbad betrug der Eigendeckungsgrad im Vorjahr 31,08 Prozent. "Im gesamten Freizeitpark mit Hallenbad und Sauna waren es 56,30 Prozent", so Brunsteiner. Einen Abgang von rund 300.000 Euro verzeichnete das Attnang-Puchheimer "Apumare". "Wir haben unser Bad 2005 generalsaniert", sagt Bürgermeister Peter Groiß (SPÖ). Mit der neuen Regelung werde es bei Sanierungen massive Problem geben.

Weit weg von der Vorgabe

"Von 50 Prozent sind wir weit weg, wir erreichen knapp 20", betont Johann Baumann (SPÖ), Bürgermeister von Frankenburg. 2017 habe die Gemeinde pro Eintritt 8,31 Euro draufgezahlt. Trotzdem bleibt Baumann dabei: "Als Gemeinde mit knapp 5.000 Einwohnern muss man sich ein Freibad leisten." Kleinere Gemeinden tun sich beim Betrieb ihrer Freibäder leichter. "Wir halten unsere Betriebskosten sehr flach und setzen das Personal sehr flexibel ein. Daher sind wir bei der Kostendeckung schon in etwa bei der geforderten 50-Prozent-Marke", erklärt Bürgermeister Josef Staufer aus Aurach (ÖVP)." Bürgermeister Johann Stockinger (ÖVP), Zell am Pettenfirst: "Wir haben ein kleines, feines Bad, auf das wir uns schauen. Auch wir haben einen Abgang, dafür sparen wir halt woanders."
Bäder seien ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität, sagt Hiegelsberger. Die Entscheidung über Sanierung und Erhalt müsse in der Region getroffen werden. "Dennoch dürfen wir die Finanzierbarkeit für unsere Gemeinden und die gesamte Infrastruktur einer Region nicht aus den Augen verlieren. Daher gilt es auch im Bereich der Bäder gemeindeübergreifende Projekte zu forcieren", so der Landesrat.

Zur Sache

- Im Bezirk Vöcklabruck gibt es Freibäder in folgenden Gemeinden: Ampflwang, Attnang-Puchheim, Aurach, Frankenburg, Frankenmarkt, Oberwang, Ottnang, Schwanenstadt, St. Georgen, Straß, Vöcklabruck, Wolfsegg und Zell am Pettenfirst.
- Strandbäder befinden sich in Attersee, Innerschwand, Mondsee, Nußdorf, Oberhofen, Regau (Badesee), Schörfling, Seewalchen, St. Lorenz, Steinbach, Tiefgraben, Unterach, Weyregg und Zell am Moos.
- In Oberösterreich werden derzeit 17 Hallenbäder, 16 Lehrhallenbäder, 144 Freibäder sowie 86 Strand- und Naturbadeanlagen betrieben. Laut Gemeindebund-Präsident Johann Hingsamer genießen die Oberösterreicher darüberhinaus bereits in mehr als 60.000 Pools ihr privates Badevergnügen.

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