Krätze
Große Angst vor kleinen Tierchen

Zum Aus-der-Haut-Fahren: Die Parasiten verursachen starken Juckreiz und sind vor allem nachts aktiv.
3Bilder
  • Zum Aus-der-Haut-Fahren: Die Parasiten verursachen starken Juckreiz und sind vor allem nachts aktiv.
  • Foto: Panthermedia/Grinvals
  • hochgeladen von Christine Steiner-Watzinger

Die Krätze breitet sich aus. Innerhalb eines Jahres haben sich die Fallzahlen fast verdreifacht.

BEZIRK VÖCKLABRUCK (csw). "Wir merken seit einem guten Jahr eine Zunahme an Krätze-Fällen", sagt der Schörflinger Hautarzt Emil Andonov. Er hat in der vergangenen Woche rund 20 Mal Krätze (Skabies) diagnostiziert, bei seinen zwei Kollegen im Haut & Venen-Zentrum sei die Situation ähnlich gewesen.

Fünf Schulen betroffen

"Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche", so Andonov. Er weiß von fünf Schulen und mehreren Kindergärten im Bezirk, die gegen die Parasiten kämpfen. Es bestehe aber kein Grund zur Panik. "Im normalen Schulbetrieb ist die Ansteckungsgefahr gering." Händeschütteln sei kein Problem. Die Milbe übertrage sich durch engen Kontakt, etwa beim Kuscheln oder wenn man im selben Bett schläft.

Symptome nach Wochen

Das Problem: Es dauert eine Weile, bis Symptome auftreten. Die meisten Betroffenen bemerken die Erkrankung erst nach rund vier Wochen. "Viele warten dann ab, ob es wieder besser wird", weiß Andonov aus Erfahrung. Dies sei bei Krätze ungünstig: Die winzigen Parasiten graben jeden Tag rund fünf Millimeter weiter an ihren Gängen. In ihrer zweimonatigen Lebenszeit legen sie 50 Eier. Wann sollte man nun zum Arzt gehen? "Bei juckenden Stellen am Körper, die zunehmend mehr werden und in der Nacht schlimmer sind." Ist dies der Fall, sollte man zur Abklärung einen Haus-, Haut- oder Kinderarzt aufsuchen. "Nicht jeder Juckreiz ist Krätze."

"Im normalen Schulbetrieb ist die Ansteckungsgefahr gering."
Hautarzt Emil Andonov

Hat man die Hautmilbe erwischt, erfolgt die Behandlung mittels einer Creme, die am ganzen Körper aufgetragen wird. "Die Wirksamkeit beträgt über 95 Prozent", erklärt der Hautarzt. In schweren Fällen würden zusätzlich Tabletten verordnet. Die Creme sei aber wirksamer als Tabletten, da sie auch die Eier zerstöre. Am Tag nach der Behandlung könne man wieder in die Schule oder zur Arbeit gehen. Natürliche Mittel wie Teebaumöl oder Aloe Vera bringen nichts. Da die Milbe zwei bis drei Tage außerhalb des menschlichen Körpers überleben kann, müssen Kleidung, Bettwäsche und Kuscheltiere mit mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Nicht meldepflichtig

Die Krätze ist keine meldepflichtige Krankheit. "Uns ist nur ein Fall in einer Schule bekannt", sagt Bezirkshauptmann Martin Gschwandtner. Die Krankheit werde generell in Oberöstereich mehr. Dies bestätigt auch Landesschulärztin Gertrude Jindrich. "Da Skabies nicht meldepflichtig ist, gibt es keine genauen Zahlenangaben", erlärt sie. Mitte Februar ging ein Erlass an alle oberösterrreichischen Schulen. Eltern finden alle Informationen unter bildung-ooe.gv.at (Gesunde Schule/Erlässe und Merkblätter).

ZUR SACHE

Krätze oder Skabies ist eine übertragbare Hauterkrankung, die von der Milbe Sarcoptes scabiei verursacht wird.
Die 0,3 bis 0,5 Millimeter großen Krätzmilben dringen in die Hornschicht der Haut ein. Sie graben dort Gänge, die mit freiem Auge sichtbar sind. Die Weibchen legen in Milbenhügeln ihre Eier ab. Der Kot der Milbe verursacht starken Juckreiz, vor allem nachts. Befallen werden häufig die Finger, die Zwischenfingerfalten, die Handgelenke, die Leistenregion, Ellenbogen, die Genitalien und die Vorderseite des Rumpfes. Rücken und Kopf bleiben meist frei.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen