Bergrettung
Heuer schon 13 Einsätze am Klettersteig

Der Attersee-Klettersteig auf den Mahdlgupf in Steinbach ist nur für geübte, konditionsstarke Kletterer geeignet.
2Bilder
  • Der Attersee-Klettersteig auf den Mahdlgupf in Steinbach ist nur für geübte, konditionsstarke Kletterer geeignet.
  • Foto: Johann Resch
  • hochgeladen von Alfred Jungwirth

Hochbetrieb herrscht in den Klettersteigen im Bezirk. Initiatoren denken über Beschränkungen nach.

STEINBACH, ST. LORENZ (ju). 13 der bisher 23 Einsätze in diesem Jahr hatte die Bergrettung Steinbach-Weyregg am Attersee-Klettersteig auf den Mahdlgupf zu bewältigen. Vier davon wurden in der Nacht abgewickelt, der längste Einsatz dauerte bis 3.30 Uhr in der Früh. "Das größte Problem ist, dass der Klettersteig unterschätzt wird", sagt Stephan Santer, Leiter der Ortsstelle Steinbach-Weyregg.

Nur für gute Kletterer

"Hauptgrund für unsere Einsätze ist daher Erschöpfung." Auch nach einem Sturz ins Klettersteigset sind viele mental nicht mehr in der Lage, weiterzuklettern. "Der Mahdlgupf ist wirklich nur für gute, erfahrene Kletterer mit entsprechender Kondition geeignet. Wichtig ist außerdem, ausreichend Flüssigkeit und für alle Fälle eine Beleuchtung mitzunehmen", so Santer.

Rund 9.000 Bergbegeisterte pro Jahr werden am Attersee-Klettersteig gezählt. "Normal sind es zwischen 50 bis 100 pro Tag. An Spitzentagen können es aber auch mal bis zu 200 sein", sagt Werner Schnetzer, Obmann des Errichtungs- und Erhaltungsvereins Klettersteig Mahdlgupf. "Leider schätzen sich viele Leute falsch ein und sind dann mit dem Klettersteig völlig überfordert. Das führt immer wieder zu Problemen. Wir arbeiten aber an Lösungen." Hinweistafeln allein würden das Problem nicht lösen, denn selbst Absperrungen wegen Arbeiten im Steig werden laut Schnetzer immer wieder ignoriert. "Eine zahlenmäßige Begrenzung ist realitätsfremd, weil nicht durchführbar. Ein Zugang wäre der Selbstbehalt bei Bergungen, den man dann aber auch entsprechend kommunizieren müsste."

Ansturm auf Drachenwand

Noch stärker frequentiert ist der Drachenwand-Klettersteig in der Gemeinde St. Lorenz am Mondsee. Hier kann sich schon mal eine "Karawane" mit bis zu 600 Kletterern am Tag bilden. "Insgesamt rechnen wir heuer mit mehr als 15.000", sagt Hans Gaßner, Initiator des beliebten Klettersteigs hoch über dem Mondsee. "Dass die Sache einmal so explodieren könnte, haben wir uns bei der Eröffnung vor elf Jahren nicht gedacht", so Gaßner.

Ampelregelung am Berg?

"Aber so kann es eh nicht weitergehen", fügt der erfahrene Bergfex hinzu. Auch am Mondsee denkt man bereits über Beschränkungen nach. Ein Vorschlag Gaßners: "Ich könnte mir vorstellen, dass wir eine Ampel aufstellen, die jede Stunde auf Grün umspringt. Dann dürfen jeweils wieder etwa 30 Kletterer einsteigen." So könne man Staus im Klettersteig entgegenwirken. Trotz des enormen Ansturms sei es auf der Drachenwand heuer glücklicherweise erst zu einem Bergrettungseinsatz gekommen, betont Gaßner.

Der Attersee-Klettersteig auf den Mahdlgupf in Steinbach ist nur für geübte, konditionsstarke Kletterer geeignet.
Stephan Santer, Ortsstellenleiter der Bergrettung Steinbach-Weyregg: "Das größte Problem am Mahdlgupf ist, dass der Klettersteig von vielen unterschätzt wird."
Autor:

Alfred Jungwirth aus Vöcklabruck

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
Die wichtigsten Nachrichten per Push Mitteilung direkt aufs Handy! Jetzt für Deinen Bezirk anmelden!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.