Nach "Ball des schlechten Geschmacks"
Mehr Kontrollen in Timelkam gefordert

Caroline Föttinger und Andreas Willstorfer betreiben das Gei seit 2011. Der Musikclub wurde 1971 als Papageno eröffnet.
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  • Caroline Föttinger und Andreas Willstorfer betreiben das Gei seit 2011. Der Musikclub wurde 1971 als Papageno eröffnet.
  • hochgeladen von Christine Steiner-Watzinger

TIMELKAM (csw, rab). Der "Ball des schlechten Geschmacks" im Musikclub Gei zog wieder die Massen an. Viele Jugendliche konnten aufgrund von Überfüllung nicht hinein, auch die umliegenden Lokale waren voll. Das Ergebnis: Lärm auf den Straßen und anderntags viele Scherben. Denn die verhinderten Besucher konsumierten draußen mitgebrachte Getränke – oder holten sich in den anderen Lokalen welche. SP-Bürgermeister Johann Kirchberger machte am 26. auf der Gei-Facebookseite seinem Ärger Luft und drohte Sanktionen an – dafür erntete er einen Shitstorm.

"Normaler Ball" im Gei

"Es war ein normaler Ball", sagen die Betreiber des Gei, Caroline Föttinger und Andreas Willstorfer. Den Ball des schlechten Geschmacks gibt es seit Mitte der 90er-Jahre. Vor Weihnachten habe es eine Sitzung mit dem Bürgermeister und den Betreibern von Bogart und Bart gegeben. "Wir alleine hatten heuer sechs Türsteher, drei davon für den Außenbereich. Die ganze Raiffeisengasse ist danach von uns gekehrt worden", so Föttinger. "Für alles, was draußen passiert, können aber nicht ein paar Lokalbetreiber verantwortlich sein."

Willstorfer ergänzt: "Wenn die Polizei das bestehende Alkoholverbot im Ortszentrum kontrollieren würde, gäbe es weniger Scherben." Zur Finanzierung der Reinigung könnte die Gemeinde die Lustbarkeitsabgabe verwenden. Föttinger wünscht sich eine Nachbesprechung mit dem Bürgermeister, der Polizei und den anderen Lokalbetreibern.

Runder Tisch geplant

"Ein runder Tisch ist in drei bis vier Wochen geplant", kündigt Bürgermeister Johann Kirchberger an. Die Gemeinde hatte am 25. Dezember einen Security-Mann vor Ort. Laut Polizei habe es an diesem Tag vor dem Gei auch funktioniert, räumt Kirchberger ein, weiter unten nicht. Sein Vorschlag für den Ball: ein Termin abseits der Weihnachtsfeiertage und Vorverkaufskarten. "Wir müssen das Problem in den Griff bekommen." Immer wieder würden sich Anrainer wegen Glasscherben und Beschädigungen bei ihm beschweren, so der Bürgermeister. Die Lustbarkeitsabgabe sei im übrigen zu wenig, um die Reinigung zu finanzieren.

Videoüberwachung überlegt

Die Gemeinde prüft nun, ob sie die Gegend videoüberwachen darf. Vizebürgermeister Gerald Klement (ÖVP), Obmann des Jugendausschusses, sagt: "Man kann den Wirten nicht die ganze Schuld geben." Das Problem sei in einem größeren Kreis zu diskutieren, auch Bezirkshauptmannschaft und Bezirkspolizeikommando müssten eingebunden sein. "Die Nachtschwärmer sollen spüren, dass kontrolliert wird", so Klement. "Das Ziel soll nicht sein, die Fortgehmeile abzuschaffen. Sie gehört zu Timelkam."

Müll und Vandalismus in anderen Gemeinden

Nicht nur in Timelkam gibt es immer wieder Probleme mit Nachtschwärmern. Vor allem nach größeren Veranstaltungen, etwa zu Silvester, ist auch das Schwanenstädter Zentrum mit Glasscherben und Ähnlichem vermüllt. Bürgermeister Karl Staudinger sieht darin jedoch kein großes Problem: "Bei uns hat jeden Samstag und Sonntag ein Bauhofmitarbeiter Dienst, der den ärgsten Unrat wegräumt."

In St. Georgen berichtet Bürgermeister Ferdinand Aigner von Vandalismus entlang der Johann-Beer-Straße, die vom Ortszentrum zum Club Geo führt: "Hier werden immer wieder Verkehrszeichen verdreht oder Blumen ausgerissen." Damit es zu keiner Eskalation kommt, stehe man in engem Kontakt mit den Lokalbetreibern. Von Sanktionen und Alkoholverboten hält Aigner nichts: "Irgendwo müssen die jungen Leute ja fortgehen."

Caroline Föttinger und Andreas Willstorfer betreiben das Gei seit 2011. Der Musikclub wurde 1971 als Papageno eröffnet.
"Wir müssen eine Lösung finden, die für alle passt: für Gemeinde, Betreiber und Bürger", sagt Bürgermeister Johann Kirchberger.

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