Straßenverkehr
Wildunfälle: Jetzt ist es gefährlich

Im Herbst und Winter steigt die Gefahr von Wildunfällen. Für Autofahrer heißt das: weniger Gas, mehr Aufmerksamkeit.
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Durchschnittlich passieren im Bezirk pro Tag 1,3 Verkehrsunfälle mit Rehen. Die Dunkelziffer ist hoch.

BEZIRK VÖCKLABRUCK (ju). Wenn die Tage kürzer werden, steigt die Gefahr des Zusammentreffens von Autofahrern und Wildtieren. Zudem fällt die Hauptverkehrszeit in die Dämmerung oder Dunkelheit, wenn viele Tiere besonders aktiv und die Sichtverhältnisse extrem schwierig sind. Durch das Anbringen von Wildwarnern auf aktuell 44 Streckenabschnitten im Bezirk Vöcklabruck ging die Zahl der Unfälle seit 2010 zwar stark zurück, lag im Jagdjahr 2018/2019 aber immer noch bei 485. Das sind statistisch gesehen 1,3 Unfälle pro Tag allein mit Rehwild. "Dabei handelt es sich aber nur um die gemeldeten Fälle", sagt Bezirksjägermeister Anton Helmberger aus Rutzenham. Die Dunkelziffer sei hoch, die Schätzungen liegen bei rund 300 weiteren Fällen. Seit Beginn des aktuellen Jagdjahres am 1. April bis Mitte Oktober habe es bereits 284 Meldungen gegeben.

Die Wildwarner seien eine wichtige und effiziente Einrichtung, bestätigt Helmberger den markanten Rückgang der Wildunfälle auch im Bezirk. Sollte doch einmal etwas passieren, sei man auf die Unterstützung der betroffenen Autolenker angewiesen. "Wenn man den Unfall bei der Polizei meldet, sollte man auch immer eine konkrete Ortsangabe machen. Etwa die Hälfte der angefahrenen Rehe lebt noch und wenn wir sie schnell auffinden, können wir noch größeres Tierleid vermeiden", betont der Bezirksjägermeister. Mit speziellen Warnwesten signalisieren die Weidmänner, dass sie gerade nach einem Wildunfall im Einsatz sind.

Schon 592 Kilometer bestückt

Um die Anzahl der Wildunfälle zu reduzieren, hat das Infrastrukturressort des Landes gemeinsam mit fünf Versicherungsunternehmen und dem OÖ. Landesjagdverband bereits vor einigen Jahren das Projekt Wildwarner gestartet. Mittlerweile sind 592 Straßenkilometer in 15 Bezirken beziehungsweise 201 Jagdgenossenschaften mit rund 26.300 Stück Wildwarngeräten ausgestattet. Mit 44 von insgesamt 346 gibt es die meisten Wildwarnerstrecken im Bezirk Vöcklabruck. Im Beobachtungszeitraum von März 2010 bis Herbst 2019 ereigneten sich auf den Straßenabschnitten mit Wildwarngeräten durchschnittlich cirka 75 Prozent beziehungsweise 12.351 weniger Wildunfälle. “Durchschnittlich werden jährlich rund 30 Kilometer des oberösterreichischen Landesstraßennetzes mit optischen und akustischen Wildwarngeräten ausgerüstet und dadurch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer deutlich erhöht", sagt In-#+frastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.

So funktionieren die Geräte

Die Warngeräte auf den Leitpflöcken werden von den Autos angeleuchtet. Das reflektierende Licht warnt das Wild, die Straße zu queren. Akustische Warner geben einen schrillen Pfeifton und auch Ultraschalltöne ab. Eine Kombination aus Sensoren und Elektronik sorgt dafür, dass Fahrzeuge bereits aus einer Entfernung von bis zu 300 Meter erfasst werden. Bei den neuen Geräten wird bei Tageslicht das Signal durch die Fahrzeuggeräusche mittels Mikrofon ausgelöst und per Funk im Umkreis von 100 Metern an andere Wildwarner weitergegeben, die dann ebenfalls zu pfeifen beginnen.

Zur Sache

Was tun, um Kollisionen zu vermeiden?
• Warnzeichen „Achtung Wildwechsel!“ beachten;
• Tempo reduzieren, vorausschauend und stets bremsbereit fahren;
• ausreichend Abstand zum Vorderfahrzeug einhalten.
Springt Wild auf die Straße:
• Gas wegnehmen;
• abblenden;
• hupen: Hupe mehrmals kurz betätigen, nicht dauerhupen;
• abbremsen, wenn es die Verkehrssituation zulässt – riskante Ausweichmanöver oder abrupte Vollbremsungen vermeiden;
• Achtung: Wild quert selten einzeln die Straße – dem ersten Tier folgen meist weitere.
Kommt es zur Kollision:
• Warnweste anziehen, Unfallstelle absichern, gegebenenfalls Verletzte versorgen und in jedem Fall die Polizei verständigen.

Im Herbst und Winter steigt die Gefahr von Wildunfällen. Für Autofahrer heißt das: weniger Gas, mehr Aufmerksamkeit.
Bezirksjägermeister Anton Helmberger: "Zum Auffinden eines angefahrenen Tieres brauchen wir unbedingt genaue Ortsangaben."


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