Weltfrauentag
"Der Hagebaumarkt ist wie ein Bruder für mich"

Martina Lichtenegger (33) managt erfolgreich den Hagebaumarkt Graspointner in Mondsee und ihre Familie.
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Martina Lichtenegger (33) zeigt vor, wie eine Mutter erfolgreich ein Unternehmen leiten kann. Gelernt hat sie es von ihrer eigenen Mutter.

MONDSEE (rab). "Ich war schon bei der Eröffnung dabei – allerdings noch im Bauch meiner Mama", erzählt Martina Lichtenegger, Geschäftsführerin des Hagebaumarktes Graspointner in Mondsee. "Als Kind bin ich dann mit dem Dreiradler auf dem Parkplatz herumgefahren und hatte meinen eigenen kleinen Schreibtisch im Büro. Der Hagebaumarkt ist wie ein Bruder für mich."

Selbstständigkeit als Ziel

Die Mondseerin entschied sich aber nicht für eine Lehre im Betrieb ihrer Eltern Matthäus und Erika Graspointer, sondern wollte studieren. Heute hat die 33-Jährige einen Bachelor in Kommunikationswissenschaften und einen Master in Multimedia-Art mit Management-Schwerpunkt. "Es war immer mein Wunsch, einmal selbstständig zu sein – sei es mit einer Filmproduktionsfirma oder eben mit dem Baumarkt", so Lichtenegger.

"Am Anfang wusste ich nicht, wie ich das alleine schaffen soll – meine Mutter war wie eine beste Freundin für mich." – Martina Lichtenegger

Dass es doch der Familienbetrieb wurde, ist tragischen Umständen geschuldet: "Als meine Mutter krank wurde, bin ich im Februar 2012 für sie eingesprungen." Nur vier Monate später übernahm Lichtenegger die Geschäftsführung, im darauffolgenden Jahr verstarb ihre Mutter. "Am Anfang wusste ich nicht, wie ich das alleine schaffen soll – sie war wie eine beste Freundin für mich", erinnert sich die 33-Jährige.

Yin und Yang in der Geschäftsführung

Im Laufe der Zeit wurde ihr jedoch immer mehr bewusst, wie viel sie bereits gelernt hatte: "Sie hat mir laufend Dinge beigebracht und viel Erfahrung mitgegeben." Unterstützung bekam sie außerdem von ihrem Mann Christian Lichtenegger, der ebenfalls als Geschäftsführer in den Familienbetrieb einstieg. "Wir ergänzen uns super, wie Yin und Yang", freut sich die 33-Jährige. Ihre Stärken als Frau sieht sie vor allem in der sozialen Kompetenz: "Mir ist wichtig, dass ich mit den Mitarbeitern im Dialog bleibe."

Familie und Beruf im Einklang

Zudem kümmert sich die Geschäftsführerin um viele organisatorische Belange im Unternehmen. Herausforderungen sieht sie dabei vor allem als Möglichkeit für persönliche Weiterentwicklung. Denn auch privat ist die Mutter eines zweieinhalbjährigen Sohnes ständig gefordert: "Vier Wochen nach der Geburt war ich wieder im Büro und Leon war mit dabei. Bald hatte ich aber das Gefühl, dass ich weder meinem Sohn, noch der Firma, meinem Mann oder mir als Frau gerecht werde." Inzwischen hat die 33-jährige Familie und Beruf wieder in Einklang gebracht: Ihr Sohn wird vormittags in einer Krabbelstube oder von einer Kinderfrau betreut: "Die Nachmittage teilen wir uns auf, damit er Zeit mit Mama und Papa verbringen kann."

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