LehrlingsRedaktion
Lebensmitteltechnik – Ein Beruf mit Zukunft

Lehrlingsaubildner Andreas Weiss beantwortete die Fragen von LehrlingsRedakteurin Tanja Greifeneder.
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Tanja Greifeneder fragte Andreas Weiß nach den Vor- und Nachteilen von Lehre und Studium.

SCHWANENSTADT. Fast jede Person kommt einmal in die Situation, in der sie sich fragt, soll ich studieren oder eine Lehre beginnen? Im Bereich Lebensmitteltechnologie gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel als Lehrling bei einem Lebensmittelbetrieb beginnen oder sich als Student bei einer Universität anmelden. Doch kann man als Lehrling mit einer Ausbildungszeit von dreieinhalb Jahren dieselben Qualifikationen erlangen, wie ein rund 30-Jähriger, der tief in die Materie der Lebensmittelkunde eingetaucht ist? Lehrlingsausbildner Andreas Weiß von der Firma Hütthaler,  welcher Lebensmitteltechnologie an der BOKU Wien studiert hat, erklärt im Interview die Unterschiede.

Auf welche Themen spezialisiert sich das Studium und welche Praxis hat man Im Studium?
Ich absolvierte an der BOKU das Bachelorstudium Lebensmittel- und Biotechnologie und anschließend das Masterstudium Lebensmittelwissenschaften. Dabei reicht das Lerngebiet von Chemie über Molekularbiologie, Mikrobiologie, Biotechnologie, Thermodynamik bis zur Verfahrenstechnik. Sponsion feierte ich nach sieben Jahren. Praxis eignet man sich durch Laboratorien und Fachwerkstätten sowie durch verpflichtende Ferial-Praktika in Betrieben an.

Was würdest du heute wählen, Lehre oder Studium?
Im meinem speziellen Fall würde ich kein Studium mehr absolvieren, weil ich zusätzlich noch einen landwirtschaftlichen Betrieb führe. Das Studium an sich kann ich nur weiterempfehlen, da es sehr breit gefächert ist und auf der BOKU Wien sehr gut organisiert wurde.

Wie lange dauert das Studium?
Das Bachelorstudium dauert sechs Semester und der Master vier Semester mit je zwei Toleranzsemestern. Meine Sponsion feierte ich nach sieben Jahren.

Was war das interessanteste Fach, kannst du es bei deiner Arbeit in der Firma anwenden?
Die Mikrobiologie ist für mich ein sehr spannendes Gebiet. Bei der Firma Hütthaler KG führen wir selbst verschiedene Monitorings durch, wie zum Beispiel Salmonellen-, Listerien- und Reinigungskontrollen. Das Thema Fleisch wurde im Studium leider nur als Wahlveranstaltung behandelt. Daher habe ich im Job noch sehr viel dazugelernt.

Welche der beiden Ausbildungen findest du besser?
Beide Ausbildungen haben Vor- und Nachteile. Als Lehrling verfügt man über bessere praktische Fertigkeiten. Im Studium lernt man jedoch ein tieferes fachspezifisches Hintergrundwissen und auch weitere Fertigkeiten wie Problembewältigung, große Mengen an Informationen zu verarbeiten und analytisches Denken.

Findest du es gut, dass es diesen Lehrberuf gibt?
Ich finde es großartig, dass jetzt Lebensmitteltechniker ausgebildet werden. Der Lehrberuf hat seine Berechtigung und wird auch gut von den Betrieben angenommen.

Wie anspruchsvoll war das Studium für dich?
Studierende durchlaufen eine sehr intensive Zeit mit Lernen und auch notwendigem Geldverdienen. Bei manchen Prüfungen musste ich sehr kämpfen, aber sonst war alles erlernbar.

Wie gut kannst du das Erlernte in deinem jetzigen Job anwenden, warum hast du die
Fleischbranche gewählt?

Rein von der Art des Lebensmittels her, ist die Fleischbranche mikrobiologisch gesehen sehr interessant. Im Allgemeinen ist Frischfleisch seitens Hygiene und Haltbarkeit, eine größere Herausforderung als zum Beispiel Gebäck und Schokolade.

Hast du viel „unnützes Wissen“ oder kommst du dir oft überqualifiziert vor?
Meiner Meinung nach gibt es kein „unnützes Wissen“. Im Studium lernt man nicht nur ein gewisses Fachgebiet, sondern auch weitere Fertigkeiten wie zum Beispiel Problembewältigung, große Mengen an Informationen zu verarbeiten und analytisches Denken.

Nach welchen Kriterien würdest du ein Qualitätsmanagement-Team zusammenstellen?

Für ein Qualitätsmanagement-Team wären mir folgende Punkte wichtig: gewissenhaftes und genaues Arbeiten, Spaß und Freude an hochwertigen Lebensmitteln.

Wie genau achtest du auf die Fleischqualität, wenn du einkaufen gehst?
Durch meinen Bezug zur Landwirtschaft spielt nicht nur die Fleischqualität eine entscheidende Rolle, sondern auch die Herkunft. Ich bin davon überzeugt, dass österreichische Landwirte qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel produzieren. Ich achte besonderes darauf, österreichisches Fleisch einzukaufen, und vermeide daher Produkte aus anderen EU-Ländern oder Übersee.

Wieso hast du dich für die Firma Hütthaler entschieden?
Die Firma Hütthaler war und ist für mich sehr interessant, weil es sich um einen modernen Familienbetrieb handelt, der sich stetig weiterentwickelt und einen besonderen Wert auf Regionalität und Qualität legt.

Fazit von LehrlingsRedakteurin Tanja Greifeneder:
Meine Meinung als Lehrling ist das in unserem Beruf beide Kategorien wichtig sind. Denn ein Team sollte sich gut ergänzen und sich gemeinsam unterstützen und weiterentwickeln und das funktioniert am Besten mit einer gesunden Mischung.

Von LehrlingsRedakteurin Tanja Greifeneder

Autor:

Maria Rabl aus Vöcklabruck

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