MAN Steyr
"Stehen auf Seite jener, denen Arbeit geraubt wurde"

Im MAN-Werk Steyr sind 2.300 Arbeitnehmer betroffen.
  • Im MAN-Werk Steyr sind 2.300 Arbeitnehmer betroffen.
  • Foto: Klaus Mader
  • hochgeladen von Florian Meingast

Kürzlich stellten sich Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SP) und Martin Dulig, SPD-Landesvorsitzender und stellvertretender Ministerpräsidente Sachsens, während einer gemeinsamen Pressekoferenz hinter die von Werksschließungen betroffenen MAN-Mitarbeiter.

STEYR/PLAUEN. Im Detail ging es dabei um die Angestellten in den Werken Steyr und Plauen.

"Es ist das erste Mal in der Geschichte des VW-Konzerns, dass die Verantwortlichen einen Standortvertrag einseitig kündigen. Diese Entscheidung ist für mich unverständlich. Wir stehen jetzt jenen zur Seite, deren Arbeit durch diesen Schritt geraubt wurde", sagt Gerstorfer zur Werkschließung in Steyr.

Zur Erklärung: Das Unternehmen Traton, ein Unternehmen der Volkswagen AG, hält die Mehrheit der MAN-Aktien.

Als möglichen Grund für die Werkschließung nennt die Landesrätin eine Verlagerung der Arbeitskräfte in Länder mit niedrigeren Lohnkosten – und das, obwohl am Standort erst kürzlich in in eine der größten Lackieranlagen Europas investiert wurde. Am Standort Steyr sind mehr als 2.300 Arbeitskräfte von der Entscheidung betroffen.

"Ich bin mitunter mit den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden im Gespräch. Zusätzlich wird ein Industriegipfel einberufen. Dabei gilt es einer überparteilichen Runde Lösungen für diese Situation zu finden", sagt Gerstorfer.

"Knallharter Kapitalismus"

Ähnlich ist die Situation in Plauen im deutschen Bundesland Sachsen. Auch hier soll ein Werk ein MAN-Werk geschlossen werden.

"An diesem profitablen Standort sind davon 150 hochqulifizierte Arbeitnehmer betroffen. Hinter der Entscheidung, diesen Standort zu schließen, sehe ich knallharten Kapitalismus, der auf den Rücken der Menschen ausgetragen wird", sagt der Landesvorsitzende Dulig.

Geht es nach ihm, wandern die Stellen nach Polen und in die Türkei ab. Er erwarte von den Verantwortlichen des VW-Konzerns Verantwortung für die Standorte und eine Lösung von MAN um die Produktionsstätten in Oberösterreich und Sachsen zu sichern.

"Ich habe erst kürzlich deswegen in München unter anderem mit Mitarbeitern des MAN-Betriebsrats, dem Ministerpräsidenten Sachsens Michael Kretschmer und Entscheidungsträgern von MAN und VW nach Lösungen gesucht", sagt Dulig. "Wir haben zwar keinen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen, kämpfen aber. Wir sind solidarisch mit jenen, die ihren Job verlieren sollen oder haben."

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