24.08.2016, 20:00 Uhr

Bezirk weist acht "Orte des Respekts" auf

Die Tanzgruppe "Balkanfolk" tritt heuer zum zweiten Mal beim "Fest der Kulturen" auf. (Foto: Baumgartinger)

Vom Benefiz-Festival über Initiativen für Flüchtlinge bis zur Jugendhotline reicht das Engagement.

BEZIRK (rab). Bereits zum zweiten Mal hat der Verein "Respekt.net" mit einem Wettbewerb "Orte des Respekts" in ganz Österreich gesucht. Von mehr als 800 eingereichten Projekten und Initiativen wurden schließlich 449 nominiert, davon acht aus dem Bezirk Vöcklabruck. "Der Wettbewerb hat das Ziel, zum Mitmachen oder zur Nachahmung anzuregen und die Menschen hinter den Projekten auszuzeichnen, die ihr Engagement oft für selbstverständlich halten", erklärt Lena Doppel, geschäftsführende Präsidentin des Vereines "Respekt.net" die Idee dahinter.

Zinsfreie Kredite für leistbares Wohnen

Eines der Projekte heißt "Starthilfe Wohnen" und wurde im Jahr 2010 vom Armutsnetzwerk Vöcklabruck ins Leben gerufen. "Wir unterstützen dabei Leute, die kein Geld haben und in eine neue Wohnung übersiedeln mit einem zinsfreien Kredit", berichtet Stefan Hindinger, Projektkoordinator und Leiter der Wohnungslosenhilfe "Mosaik" in Vöcklabruck. Mit dieser Hilfe können die Betroffenen Kautionen oder Baukostenzuschüsse finanzieren.

Das Startkapital für die Kredite wurde 2010 aus Spenden sowie dem Preisgeld des Wettbewerbes "Ideen gegen Armut" aufgestellt. "Da wir laufend Rückzahlungen erhalten, geht das Geld nicht verloren", sagt Hindinger. Erweitert wird das Budget laufend durch das "Solidarsparbuch". Dabei spenden Kunden der Sparkasse OÖ die Hälfte ihrer Zinsen an das Projekt. So können im Jahr etwa 100 Haushalte unterstützt werden.

Hilfe für Flüchtlinge

"In letzter Zeit sind es immer öfter Asylberechtigte, die unsere Hilfe benötigen", weiß Stefan Hindinger. Um Asylwerber, die noch auf den Bescheid warten, kümmern sich die Initiativen "Begegnung in Timelkam", "Pro Mitmensch – Vöcklamarkt" und "Netzwerk Zuversicht". "Als im Oktober 2014 Flüchtlinge in Schwanenstadt einquartiert wurden, haben sich die katholische und die evangelische Pfarre sowie die Stadtgemeinde zu der Initiative zusammengeschlossen", erinnert sich Doris Staudinger vom "Netzwerk Zuversicht". Seither wurden Spenden gesammelt, Deutschkurse organisiert und Paten an die Asylwerber vermittelt.

Bereits zum zweitem Mal veranstaltet die Initiative am Samstag, 10. September, das "Fest der Kulturen". "In Schwanenstadt leben Menschen aus rund 40 Nationen, diese möchten wir damit verbinden", so Staudinger. Deshalb gebe es nicht nur kulinarische Köstlichkeiten von den Flüchtlingen sondern auch Tanzeinlagen der Attnang-Puchheimer Gruppe "Balkanfolk".

Gemeinsam garteln und feiern

Der Nachbarschaftsgarten in St. Georgen hat ebenso die Integration von Asylwerbern als Ziel. Hier können sie gemeinsam mit Einheimischen garteln, plaudern und sich so gegenseitig kennenlernen. Ebenfalls nominiert wurde das "Bongo Flavour"-Festival, das am vergangenen Wochenende bereits zum siebenten Mal in Redleiten über die Bühne ging. Mit dem Erlös werden Projekte in Tansania unterstützt.

Ein offenes Ohr für Gleichaltrige haben die Jugendlichen der Telefonberatung "time4friends". Sie werden vom Roten Kreuz in Seewalchen ausgebildet. Der Verein "Mit Kindern wachsen" wurde für seine Lernwelt Rubenshof in Berg nominiert. Hier bietet die Initiative offenes Lernen nach den Prinzipien von Maria Montessori an.
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