25.11.2016, 16:05 Uhr

Eigene Tannen im urigen Stadl

Die überdachte Terrasse bietet nicht nur bei Sonnenschein einen traumhaften Ausblick auf den Attersee. (Foto: Klemens Fellner)

Der neue Eventstadl am Feldbauernhof ist ein außergewöhnliches Haus mit vielen Möglichkeiten.

STEINBACH. Die Familie Fürthauer aus Steinbach ist schon lange für ihre Gastfreundschaft bekannt. Seit 1990 locken einzigartige Veranstaltungen von Volksmusik bis Kabarett, von Hochzeiten bis Firmenfeiern viele Besucher in ihren Stadl.

"Der Feldbauernhof war auch schon immer ein forstwirschaftlicher Betrieb", sagt Christian Fürthauer, der den Hof in 16. Generation führt. Deshalb war für ihn klar, dass das Holz für den neuen Eventstadl aus dem eigenen Wald stammen muss. Die Tannen wurden dazu direkt vor Ort geschlagen und zum Teil auch gehackt. "In der Holzkonstruktion gibt es auch keine Nägel oder Schrauben", betont Fürthauer.
Sämtliche Holz-Verbindungen wurden nach alter Handwerkstradition gezapft und fast zur Gänze mit Holznägeln, die bis zu einer Belastung von zehn Tonnen standhalten, verbunden. Das Dach wurde mit Holzschindeln gedeckt und das Abwasser wird durch Holzdachrinnen abgeleitet.

Zwei besondere Hingucker sind die absenkbare Holzlaterne, die mit allen technischen Raffinessen ausgestattet ist, und die rustikale Holztreppe, die aus einem einzigen Stamm gehauen wurde. Für dieses außergewöhnliche Projekt wurde die Firma Stern & Hafferl aus Gmunden von der Wirtschaftskammer Oberösterreich mit dem Handwerkspreis in Bronze ausgezeichnet. Da beim Feldbauernhof ein verleimter „Plattlboden“ nicht in Frage kommt, hat die Firma Dickbauer einen Schlierbacher Klosterboden aus Tanne mit besonderer Oberfläche in der Galerie verlegt. Der Massivholzboden wurde mit einer sägerauhen, gebürsteten, gestreichelt und geölten „Schlierbacher Genussoberfläche“ ausgestattet.

Daten & Fakten

Der neue Stadl am Feldbauernhof wurde in nur 16 Wochen Bauzeit vom Abbruch des bestehenden Stadls bis zur Eröffnung errichtet.
414 Kubikmeter Tannenrundholz wurden in 38.000 Arbeitsstunden verbaut.
Für ein uriges Ambiente sorgen 2.800 Quadratmeter gehackte Holzoberfläche.
Die 480 Tonnen schwere Holzkonstruktion wird von 235 Massivholzdübeln zusammengehalten.
Die Dübel wurden aus Tannenästen gedrechselt und sind bis zu 52 Zentimeter lang.
Für die Dachlattung wurden 2.500 Laufmeter geschältes Fichtenrundholz benötigt.
22 Zentimeter dicke Holztüren wurden nach alter Handwerkstradition gefertigt.
Nach dem Umbau bietet der Stadl 635 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Stockwerken, mit den überdachten Flächen im Außenbereich sind es sogar 998 Quadratmeter.
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