29.03.2017, 20:00 Uhr

Von der Firma ins Feuerwehrauto

Helmut Kühberger ist auch während der Arbeit einsatzbereit. Personalerin Veronika Cserko sieht das Engagement positiv.

Voith Paper Fabrics in Frankenmarkt lässt Florianijünger während der Arbeit zum Einsatz fahren.

FRANKENMARKT (rab). "Es wäre gut, wenn das andere Firmen im Ort auch so sehen würden", sagt Helmut Kühberger, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Frankenmarkt und Qualitätsmanager bei Voith. Er ist einer von zehn der rund 150 Mitarbeiter am Standort Frankenmarkt, die bei Feuerwehren in der Umgebung aktiv sind. Werden sie zu einem Einsatz alarmiert, dürfen die Kameraden ihren Arbeitsplatz verlassen. Deshalb wurde Voith für den Sonderpreis "Florian für Unternehmen" nominiert. Unterstützt wird die Aktion von Landeshauptmann Josef Pühringer und Josef Stockinger, Generaldirektor der OÖ Versicherung.

Zwei Stunden, einmal im Monat

"Es ist klar, dass der Betrieb vorgeht, aber man kann es arrangieren", so Kühberger, der sich seine Zeit relativ frei einteilen kann. "Die Kollegen auf der Schicht können nur dann weg, wenn genügend Leute da sind." Im Durchschnitt komme es etwa einmal im Monat vor, dass er von der Arbeit zu einem Einsatz muss. Die Zeit wird ihm von seinen Überstunden abgezogen, doch: "In der Regel sind wir nicht länger als zwei Stunden weg." Schwierigkeiten seien dadurch noch nie entstanden, weiß auch Veronika Cserko vom Personalbüro: "Es fällt gar nicht auf, wenn Kollegen zu Einsätzen fahren."

Vorteile für den Betrieb

Ganz im Gegenteil: Das Unternehmen könne von dieser Art des sozialen Engagements profitieren. "Wenn wir selbst einmal die Feuerwehr brauchen, wie es etwa beim Hochwasser 2012 der Fall war, sind wir froh darüber", erinnert sich der Qualitätsmanager. Bei der FF Frankenmarkt schaffe man es gerade noch, dass die notwendigen 15 Mann zum Einsatz kommen. Vor allem zwischen 9 und 10 Uhr sei es schwierig, ausreichend Kameraden zu finden, erzählt Kühberger: "Die Landwirte werden immer weniger und wenn der Arbeitsplatz 15 Kilometer entfernt ist, kommt man auch zu spät."

Ein weiterer Vorteil sei, dass der Brandschutzbeauftragte im Betrieb ein Feuerwehrmitglied ist. "Dadurch erspart sich die Firma die Ausbildungskosten", weiß der stellvertretende Feuerwehrkommandant. Außerdem habe man so einen Brandschutzbeauftragten, der nicht nur über theoretisches Wissen, sondern auch über praktische Erfahrung verfüge.

Zur Sache

Die BezirksRundschau zeichnet dieses Jahr in Kooperation mit dem Land Oberösterreich, der Oberösterreichischen Versicherung und dem ORF Oberösterreich jene Menschen aus, die sich im Bereich Ehrenamt besonders engagieren und deren ehrenamtlicher Einsatz ins öffentliche Licht gerückt werden soll.
Heuer wird erstmals der Sonderpreis „Florian für Unternehmen“ vergeben, wenn Betriebe ehrenamtliches Engagement besonders fördern.
Sie kennen jemanden, auf den das zutrifft oder sind selbst ehrenamtlich tätig? Dann nominieren Sie diese Person oder bewerben Sie sich jetzt unter meinbezirk.at/florian.
Die Teilnahmefrist endet am 7. April 2017.
Die Abschlussgala ist am 17. Mai im Linzer Ursulinenhof.
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