16.03.2017, 16:07 Uhr

Keine Lösung für Atterseer Landungsplatz in Sicht

Eva Mauder, Walter Kastinger, Franz Maul und Wolfgang Neuwirth verblieben während der gesamten dreieinhalbstündigen Veranstaltung am Podium.

Eigentlich hätten bei einem Diskussionsabend Fragen der Bürger zur Machbarkeitsstudie für ein Gemeindeamt am Landungsplatz beantwortet werden sollen. Die Hälfte der Besucher verließ jedoch nach zwei Stunden den Saal.

ATTERSEE (rab). "Ich habe sehr, sehr massive Bedenken, dass wir ohne Franz Maul in der Lage sein werden, eine konstruktive Lösung zu finden." Zu diesem Schluss kam Bürgermeister Walter Kastinger nach der Diskussionsveranstaltung gestern, Mittwoch, Abend in der Atterseehalle. Thema waren die Rückmeldungen der Bürger auf die von Maul erstellte Machbarkeitsstudie für ein Gemeindezentrum am Landungsplatz. Die Diskussion drohte schon zu Beginn aus dem Ruder zu laufen und gipfelte schließlich darin, dass nach zwei Stunden die Hälfte der Besucher die Halle verließ.

Kritik am Ablaufplan

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatten die Gegner des Projektes Bedenken geäußert, dass sie nicht ausreichend zu Wort kommen könnten. So war auf Facebook ein inoffizieller Ablaufplan kursiert, der eine Podiumsdiskussion anhand mehrerer Themenblöcke skizzierte. Peter Jungmeier von der SPES Zukunftsakademie betonte zu Beginn der Veranstaltung, dass das Podium nur so die Fragen aus den 83 abgegebenen Feedbackbögen beantworten könne. Das Podium bestand aus Bürgermeister Walter Kastinger, Vizebürgermeister Horst Anleitner, den Gemeindevorständen Helga Sturm, Eva Mauder und Wolfgang Neuwirth sowie dem Architekten Franz Maul.

Keine Präsentation der "Vision für Attersee"

Nicht in dem Ablaufplan vorgesehen war jedoch, dass Wolfgang Wurm seinen Plan C, die "Vision für Attersee" bei der Veranstaltung präsentiert. Nachdem Wurm bereits in den ersten Minuten auf die Bühne gestürmt war, folgten immer wieder Zwischenrufe aus dem Publikum. "Ich fordere, dass man Wolfgang Wurm die Möglichkeit gibt, seine ,Vision für Attersee' zu präsentieren", stellte Josef Raderbauer nach rund zwei Stunden klar.

Als Bürgermeister Walter Kastinger erklärte, dass dies nicht Aufgabe dieser Veranstaltung sei und man die "Vision für Attersee" an einem gesonderten Termin präsentieren könne, stand schließlich rund die Hälfte der 300 Besucher auf und verließ den Saal. Gemeindevorständin Helga Sturm schloss sich dem Aufbruch mit den Worten "wir sind nicht da, um Fragen zu beantworten, nur damit wir Fragen beantworten" an. Vizebürgermeister Horst Anleitner kündigte an, dass er eine Sitzung des Landesausstellungsausschusses einberufen werde und verließ ebenfalls die Atterseehalle.

Ende für "Perspektiven Attersee"

Gegen Ende der Veranstaltung gab Franz Maul schließlich bekannt, dass er und seine Familie sich aus dem kulturellen Leben in Attersee zurückziehen werden. "Das ganze Prozedere hat mich sehr, sehr viel gekostet. Ich muss jetzt einmal auf mich schauen, sonst gehe ich unter", so Maul. "Wir führen heuer das letzte Mal die Perspektiven ab, es werden Abschiedsperspektiven." Zudem werde er nach mehr als 25 Jahren seine Tätigkeit im Heimatverein sowie die Tätigkeiten für die Landesausstellung und im Pfahlbauverein ruhend stellen.

Die Vorgeschichte dazu finden Sie hier: Amtshaus am See regt Bürger auf

UPDATE

Inzwischen hat sich auch das Kuratorium Pfahlbauten zu Wort gemeldet: "Wir präferieren keinen Standort"
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