01.10.2014, 13:20 Uhr

"Politikverdrossenheit bei der Jugend nicht spürbar"

Daniela Holzinger mit den Schülern der vierten Klassen in der neuen Mittelschule Lenzing. (Foto: Vogtenhuber)

Nationalrätin Daniela Holzinger diskutierte mit Schülern der neuen Mittelschule Lenzing.

BEZIRK. Schon im Wahlkampf hatte sich Daniela Holzinger (SPÖ) voll und ganz hinter die Forderung von Schülervertretern gestellt, ein Pflichtfach „Politische Bildung“ einführen zu wollen. Das Fach, das bisher lediglich in Kombination mit anderen Bereichen wie Wirtschaft, Recht oder Geschichte gelehrt wird, ist zwar schon seit Ende der 1970er Jahre als übergreifendes Unterrichtsprinzip verankert, für Holzinger dennoch zu wenig: „Die oft beklagte Politikverdrossenheit bei Erwachsenen ist meines Erachtens die Folge mangelnden Verständnisses von politischen Prozessen. Hier kann nur durch frühzeitige, schulische Bildung gegengesteuert werden. Immerhin, es gibt ja auch das Pflichtfach Mathematik, weil wir wollen, dass die Menschen rechnen lernen – das sollte auch für das Wissen um die Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaftsform gelten.“

Die Zeit bis zur Umsetzung dieser Forderung nützt Holzinger – selbst studierte Politologin – und macht Schulen im Bezirk Vöcklabruck das Angebot in den Unterricht zu kommen um mit Schülern zu diskutieren. „Neben der Kenntnis der Strukturen, also etwa was ein Parlament ist und was die Aufgaben einer Abgeordneten sind, ist die Diskussion ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Politik – das will ich vermitteln und fördern“, so die Nationalratsabgeordnete.

Strenge Unparteilichkeit ist ihr dabei ein zentrales Anliegen und das kommt besonders gut an, wie Andrea Motz, Direktorin der neuen Mittelschule Lenzing berichtet: „Als Vorbereitung auf die Fahrt ins Parlament habe ich Frau Holzinger eingeladen um mit den vierten Klassen zu diskutieren und ihnen Politik aus der Perspektive einer Abgeordneten begreifbar zu machen. Durch ihre offene Art fanden unsere Schülerinnen und Schüler schnell Anschluss und hatten eine Vielzahl interessanter Fragen die beantwortet werden wollten – eine gelungene Aktion.“

Und auch bei den Jugendlichen sei der Besuch gut angekommen, so die Politikerin aus Gampern. Nachdem ihre Fragen, zu Holzingers Werdegang, über das Einkommen, bis hin zu den Vor- und Nachteilen des Politikerberufes und der Grundsatzfrage „Was ist Politik?“ so weit es ging beantwortet waren, wurden noch Selfies mit dem Gast gemacht.

Holzinger, die sich nach den neuen Mittelschulen St. Georgen im Attergau und Lenzing bereits auf ihren dritten Einsatz als „Austauschlehrerin“ freut, hat jedoch auch einen kleinen Wunsch: „Die Mädels müssen lauter werden und dürfen es nicht den Burschen überlassen, ihre Fragen zu stellen – selbst ist die Frau“ sagt sie mit einem Augenzwinkern.
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