08.03.2017, 00:01 Uhr

"Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg"

Christie Amarilis verrät ihre Rezepte in Kochkursen. (Foto: Helmut Klein)

Nach verschiedenen Jobs gründete Alleinerzieherin Christie Amarillis ihr eigenes Unternehmen.

VÖCKLAMARKT (rab). "Man kann auch als Ausländerin und alleinerziehende Mutter etwas erreichen" – wenn Christie Amarillis das sagt, dann aus tiefster Überzeugung und aus eigener Erfahrung. Die 37-jährige Vöcklamarkterin hat im November 2015 mit "Christie’s Kitchen" den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Dass es einmal so kommen würde, hätte sie selbst nicht gedacht.

Schwierige Jobsuche

Geboren in Indonesien, besuchte Christie Amarillis dort das Gymnasium und kam im Alter von 19 Jahren der Liebe wegen nach Österreich. "Ohne Deutschkentnisse bekommt man hier kaum einen Job, deshalb habe ich als Putzfrau angefangen", erinnert sich Amarillis. Es folgten weitere Stationen bei McDonalds, als Verpackerin und in einer Schneiderei, bis sie schließlich als Kellnerin in der Gastronomie landete. "Wenn man ein Kind hat, sind die Arbeitszeiten in dieser Branche schwierig", weiß die Mutter einer zehnjährigen Tochter. Zudem sei das Arbeitsklima in vielen Betrieben nicht optimal. Dennoch ließ sie die Gastronomie nicht los. Nachdem sie bereits ihre Freunde mit ihren Kochkünsten begeistert hatte, beschloss Amarillis, das Kochen zum Beruf zu machen.

Neustart ohne Kapital

Mit Unterstützung ihrer AMS-Beraterin absolvierte sie im Alter von 34 Jahren eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau. Nach einer Trennung startete sie schließlich ohne Kapital in die Selbstständigkeit: "Ich brauchte alles für meine neue Wohnung, ich lebte sogar drei Monate ohne eigene Küche." Unter dem Namen "Christie's Kitchen" lieferte sie mittags asiatische Gerichte an Firmen im Bezirk. "Leben konnte ich jedoch nicht davon, da ich nur rund zehn Portionen pro Tag zu Hause zubereiten konnte", erzählt die Restaurantfachfrau. Bald wurde ein Organisator von Streetfood-Märkten auf sie aufmerksam und lud sie ein. "Man verdient dort zwar kaum etwas, doch es ist die beste Werbung", weiß Amarillis heute.

Traum vom eigenen Lokal

Inzwischen fährt sie nur noch zu kleineren Veranstaltungen, wie etwa dem Kunsthandwerksmarkt am 18. und 19. März im Culture Club in Timelkam und bietet drei bis vier asiatische Abende pro Monat im Café Eiszeit in Seewalchen sowie Kochkurse an der Volkshochschule an. "Seit ich nicht mehr täglich koche, hat sich mein Umsatz verdoppelt", freut sie sich. Ihr Ziel ist es, später ein eigenes Lokal zu eröffnen. "Das geht aber erst, wenn meine Tochter älter ist", erklärt die alleinerziehende Mutter, warum sie bereits Angebote ausschlagen musste. "Außerdem möchte ich den Leuten zeigen, dass die asiatische Küche vielfältig und bunt ist."
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