10 Jahre "Es gibt uns" beim Hilfswerk

Starke Gruppe: Hansi, Dietline Lube, Astrid, Jasmin, Sabrina Duller, Ines (von links), vorne im Rollstuhl: Nicole
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  • hochgeladen von Simone Jäger

Im Oktober vor zehn Jahren wurde der Verein "Es gibt uns" in das Hilfswerk Kärnten integriert. Die WOCHE sprach mit Tagesstätten-Leiterin Dietlinge Lube (57) aus Völkermarkt.
WOCHE: Frau Lube, was war der Auslöser für ihr starkes Engagement für beeinträchtigte Menschen?
LUBE: Im Alter von 25 Jahren bekam ich meine Tochter Ines. Sie kam mit dem Down-Syndrom zur Welt. Die Ärzte sagten mir damals, sie wüssten nicht, ob Ines jemals gehen oder sprechen können wird. Da wurde mein Kampfgeist geweckt.
WOCHE: Wo haben Sie ihre Ausbildung gemacht?
LUBE: Auf der Sozialakademie in Graz. Bevor wir zur Abschlussprüfung antreten durften, mussten wir einen Tag mit Windeln im Rollstuhl sitzen und einen Tag lang wurden uns die Augen verbunden. So sieht man, wie das ist, wenn man völlig auf fremde Hilfe angewiesen ist. Das war sehr prägend für mich.
WOCHE: Wieviele Klienten besuchen derzeit die Tagesstätte "Es gibt uns"?
LUBE: Wir begleiten 17 Assistenznehmer. Ich finde, "Begleiter" klingt viel besser als "Betreuer". Einige kommen auch aus dem Bezirk Wolfsberg.
WOCHE: Was lernen Assistenznehmer in der Tagesstätte?
LUBE: Alles, was wir je in unserer Entwicklung gelernt haben, lernten wir durch Tun. Diese Forderung steht in unserem Konzept. Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen hat Vorrang. Im Rahmen unserer Hippotherapie stehen zum Beispiel Busfahren zum Reitstall, das Fotografieren von Pferden, der Besuch eines Fotogeschäfts und das Lesen von Fachbüchern auf dem Programm. Auf einem sehr individuellen Programm, das auch auf die Entwicklung der Selbstständigkeit der zu begleitenden Personen Rücksicht nimmt.
WOCHE: Was ist das Besondere an "Es gibt uns"?
LUBE: In unserer Tagesstätte nimmt soziales Lernen einen genau so großen Stellenwert ein, wie die Vermittlung von Wissen. Daher bedeutet es für alle, die in der Tagesstätte begleitet werden, dass sie hier verschiedene Ansprechpartner haben. Sie müssen nicht nur mit uns als Begleitern, sondern auch mit den anderen Mitarbeitern im Haus der Generationen umgehen lernen. Die Tagesstätte bietet die Chance, der Isolation des Alltags zu entkommen.
WOCHE: Was bedeutet ihr Beruf für Sie?
LUBE: Diese Arbeit ist nicht mein Beruf, sondern mein Leben. Es ist schön zu sehen, dass zum Beispiel Assistenznehmer Chrisi heute selbstständig mit dem Bus zur Tagesstätte fahren kann. Und meine Tochter Ines ist heute 33 Jahre alt und arbeitet als Helferin in der Tagesstätte.

Autor:

Simone Jäger aus Völkermarkt

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