Maria ist neun Nächte auf Herbergsuche

Monika Bricmans schönste Marienstatue "Maria von Fatima" geht jedes Jahr auf Herbergsuche
  • Monika Bricmans schönste Marienstatue "Maria von Fatima" geht jedes Jahr auf Herbergsuche
  • hochgeladen von Simone Jäger

GLOBASNITZ. Den alten Brauch des Marientragens (Herbergsuche) hält Monika Bricman in ihrem Heimatort Traundorf/Strpna Vas aufrecht. Sie lernte den Brauch bei ihrer Tante kennen. Als diese die Tradition aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr weiterführen konnte, gab es in Traundorf 25 Jahre lang kein Marientragen mehr. Seit 2010 lässt Bricman gemeinsam mit Traudi Lipusch den vorweihnachtlichen Brauch wieder aufleben.

Neun Nächte

Dabei wird eine Marienstatue an neun Tagen ab dem 15. Dezember zu neun Familien gebracht, wo sie jeweils für eine Nacht Herberge findet. Das Marientragen beginnt mit einer Messe beim Bauernhof vulgo Kucej von Milka und Peter Bricman. Jede Überstellung der Statue von einem Haus zum anderen ist von einem Rosenkranzgebet und Liedern (zum Beispiel das bekannte "Je angel gospodov/Der Engel begrüßte"), in Traundorf vorwiegend in slowenischer Sprache, begleitet.

Rosenkranz und Lieder

"In jedem Haus singen zwei Sänger das Lied "Wer klopfet an", erklärt Bricman. Zwei weitere Personen warten mit der Marienstatue vor dem Haus, bis sie eintreten dürfen. "Dann wird im Haus der Rosenkranz und eine Litanei gebetet und Marienlieder gesungen", ergänzt Bricman. Abschließend gibt es noch ein "Vater unser" als Segen für die herberggebende Familie.

Zurück zum Ausgangspunkt

In jedem Haus erhält die Marienstatue einen besonderen Platz in der Küche oder im Wohnzimmer, meist umrahmt von Blumen und Kerzen. "Mir gefällt am Marientragen besonders, dass hier auch Familien mitmachen, die sonst wenig mit der Kirche zu tun haben", sagt Bricman, die seit vier Amtsperioden Pfarrgemeinderätin in St. Michael ob Bleiburg ist. Am letzten Tag kehrt die Marienstatue an ihren Ausgangspunkt, dem Bauernhof vulgo Kucej, zurück. 

Hohe Reichweite

Das Marientragen hat für Bricman eine hohe Reichweite, da teilnehmende Familien meist Verwandte und Freunde einladen, wenn die Marienstatue zu ihnen gebracht wird: "Oft wird auch etwas aufgewartet, wie zum Beispiel Reindling und Tee." Bricman möchte den Brauch so lange wie möglich fortführen: "Jeder, der involviert ist, macht es gerne und das ist schön."

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