Rauhnächte
Räuchern bringt Glück und Segen für Hof und Menschen

Die Rauhnächte beginnen am 24. Dezember.
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  • Die Rauhnächte beginnen am 24. Dezember.
  • Foto: Stefan Grauf-Sixt
  • hochgeladen von Kristina Orasche

Expertin Annemarie Herzog spricht über das alte Brauchtum des Räucherns in den Rauhnächten von 24. Dezember bis 5. Jänner.

SITTERSDORF. Die Räucherin Annemarie Herzog ist durch ihre Vorträge und Bücher rund um das Thema Räuchern weithin bekannt. Der WOCHE verriet die gebürtige Sittersdorferin, was es speziell mit dem Räuchern in den Raunächten zwischen dem 24. Dezember und dem 5. Jänner auf sich hat.

Zeit außerhalb der Zeit

"Die Raunächte sind eine Zeit außerhalb der Zeit. Früher sagte man dazu auch geschenkte Zeit. Das deshalb, weil das Sonnenjahr und das Mondjahr nicht zugleich enden. Daher bleiben zwölf Tage und Nächte übrig", erklärt Annemarie Herzog. Diese Zeit wurde früher dafür genützt, um zur Ruhe zu kommen und nicht zu arbeiten, sondern Energie für das kommende Jahr zu tanken. "Man hat keine Wäsche gewaschen und hat sich im Warmen aufgehalten, dort musiziert und miteinander geredet."

Menschen fehlt die Auszeit

Heutzutage ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. "Die Menschen kommen nicht mehr zur Ruhe. Ihnen fehlt die Auszeit, um die Akkus aufzuladen. Im Unterbewusstsein haben wir allerdings alle das Rad der Zeit gespeichert und daher bekommen wir auch in dieser Zeit die Sehnsucht zu spüren, etwas von diesen besonderen Nächten zu erfahren", erklärt Herzog. Meist wird an den Abenden des 24. und des 31. Dezembers und am Abend des 5. Jänners geräuchert. "Es gibt aber auch die Möglichkeit, in jeder Raunacht zu räuchern, denn jede Rauchnacht steht für ein Thema. Diese Themen kann man dann mit dem Räuchern begleiten", erklärt die gebürtige Sittersdorferin. Dabei sei es egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit geräuchert wird. "Der Zyklus einer Raunacht sind nämlich immer 24 Stunden", so Herzog.

Von den Altlasten befreien

Doch unabhängig davon, wie oft in den Raunächten geräuchert wird, das Räuchern bewirkt einiges. Alte Energien, die sich in den Räumen sammeln, werden entsorgt und mit Weihrauch desinfiziert. Damit trägt man diese Altlasten nicht mit in das neue Jahr. Außerdem bittet man in dieser Zeit mit dem Räuchern um Glück und Segen für Haus, Hof und alle Menschen und Tiere, die darin leben. Zu den klassischen Zutaten für das Räuchern in den Raunächten gehören Weihrauch, Myrrhe und Speik. "Meine Großmutter hat auch Tannennadeln und Wacholderzweige dazu getan. Diese Zutaten wurden verwendet, um Menschen und Tier zu segnen und manche dieser Zutaten haben auch eine desinfizierende Wirkung, was besonders im Stall notwendig war", erklärt die Räucherin.

Nach Gefühl räuchern

Herzog empfiehlt, das Räuchern in den Rauchnächten als Auszeit zu nutzen: "Das Räuchern ist so alt wie das Feuer selbst. Die Menschen haben schnell verstanden, dass für alles, was der Mensch benötigt, ein Kraut gewachsen ist." Das Räuchern wird daher auch seit vielen Jahrhunderten eingesetzt, wenn jemand Beschwerden hat. "Räuchern gelingt am besten, wenn man nach Gefühl räuchert und nicht mit dem Kopf. Es ist ein Hausmittel für Körper, Geist und Seele und wird auch zur Raumreinigung eingesetzt", erklärt die Räucherin Annemarie Herzog.

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ZUR SACHE:

Utensilien für das Räuchern daheim:
- Räucherschale aus Ton oder Speckstein
- Räucherkohle
- unbehandeltes Räucherwerk ohne Synthetik oder Farbstoffe

Zutaten:
- Weihrauch
- Myrrhe
- Speik
- Wahlweiße können auch noch Tannennadeln und Wacholderzweige hinzugefügt werden

Die Rauhnächte beginnen am 24. Dezember.
Annemarie Herzog ist als Räucherin bekannt.

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