Bienenwirtschaftsgesetz
In Völkermarkt sorgt die geplante Novelle für reichlich Diskussion

Um die geplante Novellierung des Bienenwirtschaftsgesetzes in Kärnten wird heftig diskutiert.
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  • hochgeladen von Tanja Jesse

Die geplante Novelle des Kärntner Bienenwirtschaftsgesetzes wird derzeit unter den Imkern heiß diskutiert. Vor allem die möglichen Freizonen in den Bezirken St. Veit und Wolfsberg sorgen im Bezirk Völkermarkt für viel Gesprächsstoff. 

VÖLKERMARKT. Seit einiger Zeit sorgt die geplante Novelle des Bienenwirtschaftsgesetzes für großen Unmut im Bezirk Völkermarkt. Laut Gesetz ist Kärnten ein Carnica-Schutzgebiet und soll es auch weiterhin bleiben. Da sich aber nicht alle Imker daran halten, kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten.

Kompromiss-Vorschlag

Gemeinsam mit dem Landesverband für Bienenzucht und dem Landesverband für zukunfts- und erwerbsorientierte Imkerei will Landesrat Martin Gruber nach jahrelangen Streitereien über einen Kompromiss-Vorschlag für eine Änderung des Bienenwirtschaftsgesetzes in Kärnten abstimmen (die WOCHE hat hier darüber berichtet). Dieser Kompromiss sind die geplanten Freizonen in den Bezirken St. Veit und Wolfsberg, da es in diesen Gebieten seit Jahrzehnten andere Bienenrassen als die Carnica gibt. "Ich werde keine Novelle gegen die Kärntner Imker umsetzen", so der zuständige Referent und Landesrat.

Völkermarkt als Pufferzone

Durch diese Freizonen sehen viele Imker eine Gefährdung der Carnica-Biene. Der Bezirk Völkermarkt könnte zu einer Pufferzone, also einer zehn Kilometer Grenze zur Freizone, werden. "Wenn dieses Gesetz zustande kommt, ist die Carnica-Biene gestorben. Wir treten dann aus dem Landesverband heraus", erzählt Erich Rudolf, Obmann des Bienenzuchtvereins Petzenland - Peca. Im Lavanttal soll es einige Erwerbsimker geben, die verbotenerweise andere Rassen als die Carnica haben.

Land übernimmt Umweiselung

Laut Gruber ist das Land Kärnten aber bereit, die Kosten für eine Umweiselung - also einem Austausch der Bienenkönigin - zu übernehmen, sollte es zu einer ungeplanten Vermischung der Bienenrassen kommen. Für 2019 stehen 50.000. Euro zur Verfügung. "Es 'kann' vom Land Kärnten gefördert werden. Wenn man sich aber die finanzielle Lage von Kärnten ansieht, kann man sich ein Bild davon machen", so Rudolf zur Umweiselung. Im Bereich Bleiburg gibt es bisher wenig Probleme, aber in den angrenzenden Gebieten zum Lavanttal wie beispielsweise im Bereich Griffen wirkt sich die Buckfast-Biene schon sehr aus. Laut Rudolf sollte man Fachleute zu diesem Thema sprechen lassen und nicht gewinnorientierte Imker.

Hybridisierung weitet sich aus

Auch Anton Hinterer, Bezirksobmann der Völkermarkt Imker, sieht die geplante Novelle negativ. "Das Problem ist, dass wir ein Bienenwirtschaftsgesetz habe, das seit 2007 in Kraft ist, aber nie exekutiert worden ist", so Hinterer. Wenn bei der Begattung einer Carnica-Königin - diese werden von 15 - 20 Drohnen begattet - eine Hybriddrohne dabei ist , besteht eine zehnprozentige Wahrscheinlichkeit, dass die nächste Königin eine Hybridkönigin wird. "Man kann die Bienen nicht einsperren. Deswegen machen die Freizonen keinen Sinn, denn über kurz oder lang wird ganz Kärnten zu einer Freizone. Im Endeffekt gibt es die Carnica dann irgendwann nicht mehr", bekräftigt Hinterer. Sogar in Slowenien sind bereits Hybridbienen zu finden. 

Ziel: Streit zu beenden

Das langfristige Ziel der Novelle ist es, die Kärntner Bienenwirtschaft abzusichern und den seit langem bestehenden Streit zwischen den Imkern zu beenden. "Ich will eine langfristige Lösung, die von beiden Verbänden mitgetragen wird. Verlieren wir das Wesentliche nicht aus den Augen und das ist der Schutz der Bienen", erklärte Gruber. 

Zur Sache:

Bienewirtschaftsgesetz: Per Gesetz sind in Kärnten seit 2007 nur Carnica-Bienen erlaubt, da das Bundesland ein Schutzgebiet für diese ist. Jenen Imkern (hier sind vor allem viele im Lavanttal), die mit anderen Rassen gearbeitet haben, wurde eine Übergangsfrist bis Sommer 2019 gewährt, damit sie ihre Bienenzucht umstellen können. Darum ist eine Neuregelung im Rahmen einer Gesetzesnovelle notwendig. Diese neue Novelle spricht sich für die geplanten Freizonen den Bezirken Wolfsberg und in St. Veit aus, wodurch es in den angrenzenden Pufferzonen zu einer ungewollten Vermischung der Bienenrassen kommen kann.

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