04.07.2017, 16:54 Uhr

Dolomitenfahrt 2017 des Wanderbund Gösselsdorfersee

Die Reisegruppe
Eberndorf: Gösselsdorf |

Dolomitenfahrt 2017 des Wanderbund Gösselsdorfersee

Seit mehreren Jahren schon unternimmt der Wanderbund Gösselsdorfersee Wanderfahrten in die Dolomiten. In diesem Jahr war das Ziel: die „Vajolett-Türme“ im Gebiet des „Rosengarten-Massiv“.
Am ersten Tag der Reise war jedoch nicht der Schwerpunkt „Wandern“ sondern „Kultur“. Auf dem Weg durch Südtirol wurde Station in Brixen – dem heutigen Bressanone – gemacht. Brixen hat einen direkten Bezug zu Gösselsdorf. Mit der Urkunde, in der das Dorf Gösselsdorf erstmals erwähnt wird, wurden von Wezela, einer Tochter der Hildegard von Stein, ihrem Bruder Albuin 5 Hörige aus Gösselsdorf im Tausch mit Grundbesitz in Aschau im Chiemgau (Bayern) überlassen. Albuin war um die 1. Jahrtausend-Wende Bischof von Brixen. Er starb im Jahr 1006. Bei der Stadt- u. Dombesichtigung, die von Dr. Heinrich Lanz in hervorragender Weise durchgeführt wurde, erfuhren die Teilnehmer interessantes über die Stadt- und Domgeschichte. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast ging die Fahrt weiter über Bozen zum Kalterer See und zum nächsten Zielort Auer - heute Ora – im südlichen Teil von Südtirol. Das Hotel „Goldenhof“ in Auer war das Nachtquartier.
Am zweiten Tag der Reise war der Schwerpunkt „Wandern“. Zunächst ging die Fahrt von Auer aus durch das Fleimstal (Val di Fiemme) in das Fassatal (Val di Fassa) nach Vigo di Fassa. Mittels der Gondelbahn war der Höhenunterschied zwischen Vigo di Fassa und dem Rifugio Ciampedié auf 2000 m schnell und bequem überwunden. Hier beginnt der Wanderweg zur Preuß- und Vajoletthütte auf 2243 m ü. NN.
Zunächst geht es auf dem mit „540“ bezeichneten Weg Richtung Gardecciahütte. Immer wieder öffnet sich im lichten Zirbenwald der Blick auf die grandiosen Felswände der Gran Cront mit dem Torre Gardeccia und der Pale di Mesi zur Rechten und den Ostwänden des Rosengartens zur Linken. Kurz vor der Gardecciahütte steigt nach links ein Steig in die Felsen des Rosengartens auf, der zur Rosengartenhütte (ehemals Kölnerhütte) auf der Westseite des Rosengarten-Massivs führt. Die Gardecciahütte auf 1950 m steht unter der mächtigen Ostwand der Rosengartenspitze (2979 m) und läd zum Verweilen ein. Der Wanderweg, nun mit „546“ bezeichnet , wird etwas steiler und führt durch felsiges Gelände, entlang am Sojalbach, der in kleinen Kaskaden vom Grasleitenpass herunter stürzt. Da öffnet sich in der Schluchtenge plötzlich ein freier, heller Spalt und zwischen den hohen, wuchtigen Mauern von Rosengartenspitze und Hauptturm steht wie eine Felsnadel der Winklerturm. Diese schlanke Spitze ist das natürliche Denkmal an den nur 1,58 m großen Münchner Georg Winkler, der diesen schlanken Turm als Siebzehnjähriger am 17. September 1887 im tollkühnen Alleingang als erster bestieg. Zwei Jahre später wurde er in den Walliser Alpen von einer Lawine in den Tod gerissen. Schon von Weiten ist die Preußhütte, die wie ein Adlernest über dem Fels steht, zu erkennen. Hat man das Plateau, auf dem die Preuß- und Vajoletthütte errichtet sind erreicht, steht man in einer Arena, umgeben von Felstürmen, die ihres Gleichen sucht. Links die Rosengartenspitze (2979 m), der Winklerturm (2800 m), die Vajoletttürme mit Delagoturm (2790 m), Stablerturm (2805 m) Nordturm (2810 m) und Hauptturm (2821 m). Nach Norden hin steigt der Weg durch das obere Violett-Tal zum Grasleitenpass (2599 m) an und rechts ist die Cima Scalieret mit ihren 2887 m dominant.
Die Rosengartengruppe leitet ihren Namen von der Sage des Zwergenkönig Laurin ab. Das „Gartl“ (hochdeutsch: Kleiner Garten) ist ein Platz oberhalb der Vajoletthütte. Es war der Rosengarten des Laurin. Er war ein listiger, ränkeschmiedender Herrscher, der seine Macht auf Zaubermittel gründete und dem „manig cleiner zwerg“ untertan war. Er begehrte die schöne Similde aus der Steiermark, entführte sie und brachte sie in sein Reich. Sie lies sich jedoch nicht von Macht und Reichtum blenden und wollte von Laurin nichts wissen. Simildes Bruder Dietleib und der stärkste der Helden, Dietrich von Bern, zusammen mit einigen „tegen lobesan“ befreiten nach harten Kämpfen die Gefangene, verschleppten König Laurin nach Bern und sperrten ihn in einen Käfig. So verfiel und versteinerte dessen Rosengarten.
Für den Rückweg zur Bergstation der Gondelbahn nehmen wir den gleichen Weg und genießen die herrlichen Ausblicke auf den grandiosen Teil der Dolomiten.
Über den Karerpass mit Ausblick auf die Westseite des Rosengartenmassivs, Bozen, Brixen, Bruneck, durch das Puster- und Drautal ging es zurück nach Gösselsdorf.
Ideengeberin zu dieser Veranstaltung war Berg- u. Wanderfreundin Ingrid. Für die Fahrt und Hotelunterbringung zeichnet die Firma Sienčnik, Eberndorf, verantwortlich.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.