25.05.2017, 20:57 Uhr

Gedenken ohne Hass und Rachsucht

v.li.: Franz Wieser, Josef Feldner, Sigrid Berka, Gerd Ebner, Franz Jordan, Rudolf Schober, Gerhard Visotschnig, Marjan Sturm (Foto: fritzpress)

Gedenkveranstaltung in Liescha / Lese (SLO)

Gemeinsames Gedenken in Leše/Liescha (Slowenien) an die nach Kriegsende aus Kärnten verschleppten und ermordeten Zivilpersonen

Nach der Begrüßung der zahlreich erschienen Gedenkteilnehmer aus Kärnten und auch aus Slowenien durch KHD-Vorstandsmitglied Arno Manner, würdigte Österreichs Botschafterin in Slowenien, Sigrid Berka die Versöhnungsarbit der Kärntner Konsensgruppe, der es trotz Anfeindungen mit gemeinsamem Opfergedenken gelungen sei, ein Klima des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen.
“Ich würde mir wünschen“, betonte Botschafterin Berka, dass sich auch in Slowenien mutige Leute finden, auch das Leid des anderen zu respektieren und gemeinsam zu trauern. Möglicherweise könnte sich in so einem Klima des Vertrauens auch die deutschsprachige Volksgruppe in Slowenien, die seit 25 Jahren vergeblich auf ihre Anerkennung wartet, über Fortschritte freuen.
KHD-Obmann Josef Feldner erinnerte daran, dass mit der erstmaligen Teilnahme des Obmannes des slowenischen Zentralverbandes (ZSO), Marjan Sturm, vor acht Jahren eine neue Gedenkkultur in Kärnten auf Basis von Ursache und Wirkung geschaffen worden sei, die inzwischen mit gemeinsamem Opfergedenken auch schon Persönlichkeiten aus Slowenien miteinschließe.
Mit der Absage an Rache, Aufrechnung und Hass soll das Miteinander in unserer gemeinsamen Heimat Kärnten und die gute Nachbarschaft über die einst heiß umkämpfte Karawankengrenze hinweg weiter gefestigt werden, sagte Feldner abschließend.
ZSO-Obmann Marjan Sturm betonte, dass es völlig klar sei, dass das nationalsozialistische Regime ein Verbrecherregime war und schuld an millionenfachen Mord an Juden und anderen Völkern aber auch am Tod von vielen kleinen Soldaten der deutschen Wehrmacht war, die gezwungen wurden, an diesem Krieg teilzunehmen.
Und Sturm weiter: Das Gedenken an diese Opfer ist wichtig. Wir dürfen dabei aber auch nicht außeracht lassen, dass es nach Kriegsende auch zu unkontrollierten Racheaktionen und Vertreibungen gekommen ist. Auch dieser Opfer muss gedacht werden. Das ändere nichts am Prinzip von Ursache und Wirkung, eröffnet uns aber den Weg zu Verständigung, Dialog und Versöhnung.
Landtagspräsident Rudolf Schober erinnerte an das fürchterliche Schicksal der nach Kriegsende nach Slowenien verschleppten und ermordeten Kärntner Zivilpersonen und sprach dem Kärntner Schwarzen Kreuz mit Gerd Ebner an der Spitzen, der Kärntner Konsensgruppe und vor allem dem Initiator Othmar Mory sowie Chefred. a.D. Heinz Stritzl seinen Dank aus.
Neben Rudolf Schober war die Kärntner Spitzenpolitik auch durch Landtagspräsident Josef Lobnig, sowie für den verhinderten Landesrat Christian Benger und Klubobmann Ferdinand Hueter durch LAbg. Franz Wieser vertreten.
Bei der Gedenkfeier konnte aus dem benachbarten Slowenien der Obmann des Kulturvereins deutschsprachiger Jugend, derzeit auch Verbandsobmann aller weiteren deutschsprachigen Kulturvereine Sloweniens, Christian Lautischer, sowie Dusan Kolnik aus Marburg und August Gril aus der Gottschee begrüßt werden. Unter den Teilnehmern befanden sich u.a. auch Bgm. Stefan Visotschnig, Bgm. Gerhard Visotschnig und LAbg.a.D. Mag. Raimund Grilc.
Den zweisprachigen Gottesdienst in dem auch an Fritz Schimun gedacht wurde feierte Dechant Ivan Olip, erstmals gemeinsam mit dem Ortspfarrer von Prevalje Franc Brglez.
An der Richtstätte im Wald legten der Landespräsident Rudi Schober, Gerd Ebner und Josef Feldner Kränze nieder.
Umrahmt wurde die bewegende Gedenkfeier vom Doppelquintett Griffen (Ltg.: Gerti Proßegger) und das Bläserquartett aus Neumarkt mit Gotthard Seidl.

Neben den bereits in der Aussendung erwähnten Ehrengästen waren auch Dir. Dr. Heimo Schinnerl, Inge Mairitsch, Willi Kleber, Rikki Hlebetz, Apoteheker Mag. Gert Gunzer, Historiker Dr. Florian Rulitz, Millitärkapellmeister a.D.Prof. Sigismund Seidl, KHD Obmannstellvertreter Franz Jordan, Prof. Benjamin Kumprej, Manuel Jug, Dir. Sigrid Sporn sowie Angehörige der Opfer dabei (F.Jordan).
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