24.10.2017, 14:35 Uhr

Grundverkauf sorgt für Unmut

Ein Erdwall trennt das Jufa-Gelände (rechts) von den Anrainern: Heuer wurde ein Teil des Grundstückes verkauft

Die Jufa in Bleiburg verkaufte heuer Teil ihres Areals, was Anrainer verärgert.

BLEIBURG. Seit dem Jahr 2010 sind die Jufa-Hotels in Bleiburg mit dem „Campus Futura“ aktiv. 2011 erfolgte die Eröffnung der Jufa-Arena. Zu diesem Areal gehört eine große „Spiel- und Bewegungsfläche“ für die Gäste. Diese ist durch einen hohen Erdwall von den Anrainern abgegrenzt, um diese vor Lärm zu schützen.

Verkauf zweckwidrig?

Ein Teil dieser „Spiel- und Bewegungsfläche“ wurde heuer von der Jufa an einen privaten Häuslbauer verkauft. Das stößt Anrainer Erich Glawar, dessen Wohnhaus sich gegenüber der verkauften Fläche (ca. 800 m2) befindet, sauer auf. „Es ist in Ordnung, dass man einer Hotelgruppe attraktive Rahmenbedingungen für eine Ansiedlung anbietet, was aber nicht heißen soll, dass von dieser ein ein eindeutig als Gäste-Spielwiese bezeichnetes Grundstück offensichtlich zweckwidrig verkauft werden darf“, ist Glawar empört.

"Falsche Vorwürfe"

Ebenso empört ist Jufa-Pressesprecher Volker Höferl über die Vorwürfe: „Der Vorwurf der Zweckwidrigkeit ist falsch. In den vergangenen Jahren erfolgten bereits zwei Verkäufe kleinerer Bereiche (20 m2) des Jufa-Areals. In einem Fall wollte so ein Nachbar Grund für ein Gartenhaus schaffen.“

"Keine Information"

Glawar ist auch verwundert darüber, dass die Anrainer nicht über den Verkauf heuer informiert wurden: „Wir haben nur durch Zufall davon erfahren, als parzelliert wurde.“ Höferl dazu: „Beim Verkauf eines Grundstückes ist es weder üblich noch verpflichtend, Anrainer davon in Kenntnis zu setzen.“
Höferl betont, dass das gute Einvernehmen mit den Nachbarn den Jufa-Hotels ein großes Anliegen ist: „So wurde - auch aufgrund der massiven Forderungen von Herrn Glawar - am Grundstücksende im Bereich der Loibacher Straße ein Erdwall errichtet.“ Laut dem Pressesprecher wurde mit dem Grundstückskäufer auch schriftlich vereinbart, dass der Erdwall versetzt und in gleicher Form auf Kosten des Käufers wieder aufgebaut wird.

"Billigen nichts zu, was nicht passt"

Bleiburgs Bürgermeister Stefan Visotschnig ist über Situation im Bilde. Für Glawar ist es „skandalös, dass die Jufa damals der Stadt Bleiburg den Hallengrund vorfinanzieren hat müssen“.
Visotschnig dazu: „Die Gemeinde ist damals nur offiziell als Zwischenkäufer aufgetreten.“
Der Bürgermeister betont weiter, dass der Landesrechnungshof alle Beschlüsse übermittelt bekam: „Wir würden nichts zubilligen, was nicht passt.“

"Kein neuer Nachbar"

Für Höferl und Visotschnig sieht es so aus, als würde Glawar „einfach keinen neuen Nachbarn haben wollen“. „Herr Glawar hat sein Kaufintersse zu einem Zeitpunkt bekundet, als der Verkaufsprozess mit dem nunmehrigen Käufer so gut wie abgeschlossen war. Vorher hat er nie Interesse erkennen lassen. Eine von der Jufa angebotene alternative angrenzende Fläche hat er abgelehnt“, so Höferl.
Glawar entgegnet, dass er besagtes Grundstück nur kaufen wollte, um es vor Verbauung und Erdwallverlegung zu schützen: „Es wäre auf viele Jahre unbebaut geblieben. Jufa-Gäste hätten es auch nach einem Verkauf an mich uneingeschränkt nutzen können. Das ist der Unterschied.“
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