13.02.2018, 09:40 Uhr

Haimburgerin spielt eine berühmte Gangster-Braut

Kerstin Raunig als Virginia Hill: Es handelt sich dabei um die wahre Geschichte einer amerikanischen Gangster-Braut (Foto: Christian Streili)

Kerstin Raunig ist derzeit als Virginia Hill im "kleinen Theater" in Salzburg zu sehen.

HAIMBURG (sj). Die aus Haimburg stammende Schauspielerin Kerstin Raunig steht seit Januar in der Titelrolle der Virginia Hill auf der Bühne des "kleinen Theaters" in Salzburg. Damit haucht sie einem wahren Mythos Leben ein, denn Virginia Hill war nicht nur in Salzburg eine Berühmtheit mit am Ende tödlichen Verbindungen zur amerikanischen Mafia (Details siehe "Zur Sache"). 

Wahre Geschichte

Das Stück selbst stammt von Peter Blaikner vom künstlerischen Leitungsteam des kleinen Theaters. Er befasst sich seit Jahren mit dem Leben der berühmten Gangster-Braut aus Amerika, die sich Anfang der 1950er-Jahre in einen Salzburger Skilehrer verliebte. Ihr Drang nach einem Leben in Luxus wurde ihr und ihrer Familie jedoch zum Verhängnis.


Musik: Konstantin Wecker

Die Musik zum Bühnenstück stammt von Blaikner selbst und niemand Geringerem als Konstantin Wecker. "Die 13 Musiknummern sind richtige Ohrwürmer", sagt Raunig. Das "Krimical" (Wortkombination aus Krimi und Musical) sorgte bei der Premiere für einigen Presserummel, gibt es doch noch viele Zeitzeugen, die Virginia Hill kannten. "Bei der Premiere saß ein Großneffe von ihr im Publikum. Das war schon etwas Besonderes", so Raunig.
Zur Titelrolle kam Raunig über einen Kollegen, der Blaikner kennt. "Sie haben sich beim Arzt getroffen und Blaikner erzählte ihm, dass er eine Schauspielerin sucht, die Hills Typ entspricht", erzählt die Haimburgerin. Der Kollege empfahl Raunig und so kam das eine zum anderen und nach einem Vorsingen und -sprechen kam sie schließlich als einzige Nicht-Salzburgerin im Ensemble zum Zug. Die Vorstellungen laufen noch bis Mai 2018.

Nächste Auftritte

Nach Virginia Hill steht Raunig wieder am Gloria Theater in Wien auf der Bühne. In der Rolle der Elsa im Stück "Nur eine Stunde Ruhe". "Es sind viele bekannte Namen wie Dorian Steidl oder Gerald Pichowetz dabei", freut sich Raunig.
Mittlerweile hat die Haimburgerin, die erste Bühnenerfahrung bei den Sommerspielen in Eberndorf sammelte, ihren Lebensmittelpunkt nach Niederösterreich verlegt. Von dort ist es auch nur eine kurze Fahrzeit nach Wien, wo sie regelmäßig ihre Schwester Tanja Raunig ("Tatort") besucht, die ebenfalls Schauspielerin ist.  

Hintergrund zum Bühnenstück:

Virginia Hill (1916–1966) stammte aus ärmlichsten Verhältnissen und arbeitete sich hinauf in die höchsten Kreise der Cosa Nostra. Sie war die Geliebte von Gangsterbossen und wurde im Drogenhandel eingesetzt.
Bei einem Skikurs in Sun Valley verliebte sie sich in den österreichischen Skilehrer Hans Hauser, brach mit der Mafia, heiratete Hauser und zog mit ihm nach Salzburg.
Von der Mafia fallen gelassen, wollte sie jedoch auf ihren luxuriösen Lebensstil nicht verzichten und versuchte, die Cosa Nostra mit der Veröffentlichung ihres Tagebuchs zu erpressen. Kurz darauf war sie tot ...
Infos: www.kleinestheater.at
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